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Staatskrise In Venezuela entbrennt ein Streit um humanitäre Hilfe – Präsident Maduro blockiert Grenzbrücke

Das venezolanische Militär blockiert einen Grenzübergang. Im Machtkampf hat sich der Streit um humanitäre Hilfe zum Nebenschauplatz entwickelt.
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Maduro lässt Grenzbrücke blockieren – Hilfsgüter werden zum Politikum

Cúcuta Im Machtkampf in Venezuela droht der Streit um humanitäre Hilfe für die notleidende Bevölkerung zu eskalieren: Das venezolanische Militär blockierte eine Grenzbrücke zu Kolumbien, um Lieferungen zu unterbinden. Die Autobrücke Tienditas in der Nähe der Grenzstadt Cúcuta sei mit einem Tankwagen, zwei blauen Großcontainern und behelfsmäßigem Zäunen gesperrt worden, teilten kolumbianische Behördenvertreter am Mittwoch mit. US-Außenminister Mike Pompeo rief die Regierung von Präsident Nicolás Maduro zur Aufhebung der Blockade auf.

Venezuelas Oppositionsführer Juan Guaidó hat sich Ende Januar zum Interimsstaatschef erklärt. Den Machtanspruch begründete er mit dem Argument, dass Maduros Wiederwahl im vergangenen Jahr eine Farce und das höchste Staatsamt daher vakant sei. Fast 40 Staaten unterstützen Guaidó. Maduro lehnt einen Abgang vehement ab und betrachtet seinen Widersacher als Marionette der USA, die Venezuela unterwerfen und dessen Ölreichtum abgreifen wolle.

Der Streit um die von Guaidó angeforderte humanitäre Hilfe für das Land ist zu einem Nebenschauplatz im Machtkampf geworden. Maduro stellt Unterstützung mit einer ausländischen Intervention gleich und beharrt darauf, dass Venezuela kein Land der „Bettler“ sei.

Guaidó warf der Führung am Mittwoch hingegen vor, die Hilfe nur abzulehnen, weil importierte Lebensmittel und Medikamente von Beamten im Gegenzug für Bestechungsgelder verteilt würden. Die Blockade an der Grenzbrücke bezeichnete er in einer Rede vor Farmern als eine „absurde Reaktion einer Regierung, die nicht die Interessen und das Wohlergehen der Venezolaner“ im Sinn habe.

Die US-Regierung hat 20 Millionen Dollar für Venezuela zugesagt, Kanada weitere 53 Millionen Dollar. An der blockierten Autobrücke Tienditas sollen Lieferungen gelagert werden. Der 22-jähriger José Mendoza versuchte sich an der Brücke gegen das Militär aufzubäumen. Mit einem Schild mit der Aufschrift „Humanitäre Hilfe jetzt“ in der Hand stellte er sich an den Eingang der kolumbianischen Seite.

Er wolle die Venezolaner nicht länger an Nahrungs- und Medikamentenknappheit leiden sehen. Militärangehörige sollten an ihre eigenen Familien denken, wenn sie Hilfe aus den USA abwägen würden. Maduro hält sich vor allem mithilfe der mächtigen Generäle an der Macht.

Guaidó hat den Streit um Hilfslieferungen als einen „Test“ für die Streitkräfte bezeichnet. Diese werden entscheiden müssen, ob sie die dringend benötigte Unterstützung ins Land ließen oder Befehle befolgen wollten.

  • ap
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