Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Staatsumbau in Russland Putin entmachtet überraschend seinen Stabschef

Krach im Kreml? Der russische Präsident Wladimir Putin hat seinen Vertrauten Sergej Iwanow vom Leiter des Präsidialamts zum Sonderbeauftragten degradiert. Sein neuer Aufgabenbereich: Naturschutz und Transport.
12.08.2016 Update: 12.08.2016 - 14:40 Uhr
Als Leiter des Präsidialamts hatte Iwanow das zweitmächtigste Amt in Russland inne. Nun wurde er überraschend entlassen. Quelle: AP
Sergej Iwanow

Als Leiter des Präsidialamts hatte Iwanow das zweitmächtigste Amt in Russland inne. Nun wurde er überraschend entlassen.

(Foto: AP)

Moskau Wenige Wochen vor der Parlamentswahl in Russland hat Präsident Wladimir Putin überraschend seinen langjährigen Vertrauten Sergej Iwanow entmachtet. Putin entließ den 63-Jährigen als Leiter des Präsidialamts, wie der Kreml am Freitag in Moskau mitteilte. Zum Nachfolger wurde Iwanows bisheriger Stellvertreter Anton Waino (44) ernannt. In Russland wird am 18. September die Staatsduma neu gewählt, die Präsidentenwahl steht 2018 an.

Putin sagte zur offiziellen Begründung, Iwanow habe selbst um einen anderen Posten gebeten. Der Leiter der Präsidialverwaltung gilt in Russland als zweitmächtigster Mann nach dem Präsidenten. Putin machte ihn nun zum Beauftragten für Umwelt und Verkehr. Iwanow behielt trotz der eindeutigen Degradierung seinen Platz als ständiges Mitglied im einflussreichen russischen Sicherheitsrat.

Der kremlnahe Politologe Sergej Markow sprach vom Abgang eines „politischen Superschwergewichts“. Der Geheimdienstler und langjährige Verteidigungsminister Iwanow hatte das Präsidialamt seit 2011 geführt. Er war immer wieder auch als möglicher Nachfolger Putins im Gespräch. Vor der Wahl 2008 entschied sich Putin aber dafür, das Präsidentenamt für vier Jahre dem heutigen Ministerpräsidenten Dmitri Medwedew zu überlassen.

Putin hatte in den vergangenen Wochen mehrere ranghohe Posten im Staatsapparat neu besetzt. Meist rückten jüngere Vertreter der Geheimdienste nach. Iwanow gehörte aber zum engsten Kreis um den Präsidenten. Ähnlich spektakulär war zuletzt die Entlassung des Eisenbahnchefs und langjährigen Putin-Vertrauten Wladimir Jakunin im August 2015 gewesen.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    „Es könnte um Gesundheitsfragen, Pensionierung gehen, oder Putin will die „alte Garde“ herabstufen und Platz für Jüngere schaffen. Oder es geht um beides“, sagte der Moskauer Politologe Michail Troizki der Deutschen Presse-Agentur.

    Verglichen mit Iwanow bringt der im estnischen Tallinn geborene Waino weniger eigenes politisches Gewicht mit. Der Diplomat machte unter Putin Karriere in den Protokollabteilungen von Kreml und Regierung.

    • dpa
    Startseite
    Mehr zu: Staatsumbau in Russland - Putin entmachtet überraschend seinen Stabschef
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%