Staatsverschuldung Eurogruppen-Chef warnt vor Spaltung

Der Euro sei eine Erfolgsgeschichte, sagt der Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker. Trotz Krise um Italien warnte er vor eine Teilung der Euro-Zone. Angeblich, so Medienberichte, werde aber diese Spaltung diskutiert.
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Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker. Quelle: AFP

Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker.

(Foto: AFP)

Lissabon / BerlinEurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker hat die Staatsverschuldung und nicht den Euro als Ursache für die derzeitige Krise ausgemacht. „Es macht mich wütend, wenn ich höre, der Euro sei in der Krise“, sagte Juncker am Mittwoch. Es gebe Probleme mit verschuldeten öffentlichen Haushalten in einigen Ländern der Euro-Zone, die Währung stehe aber nicht auf dem Spiel.

Bei der Eindämmung der Inflation sei der Euro eine Erfolgsgeschichte, sagte der luxemburgische Ministerpräsident. Angesichts der Krise der italienischen Staatsanleihen warnte Juncker vor einer Teilung der Euro-Zone und mahnte ein gemeinsames Vorgehen an. „Europa wird kleiner und kleiner und es ist jetzt nicht an der Zeit, uns nach nationalen Kategorien zu unterteilen“, sagte Juncker in Lissabon. Es sei jetzt notwendig, gemeinsam vorzugehen.

Ebenfalls am Mittwoch hat EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso vor einer Spaltung der EU in die Eurozone und die zehn Nicht-Euro-Staaten gewarnt. „Eine gespaltene Union würde nicht funktionieren“, sagte Barroso in einer „Europa-Rede“ am Mittwochabend in Berlin. Europa stehe vor der Entscheidung, ob es weiter vorangehen oder zerfallen solle. Eine stärkere Integration in der Eurozone bei der Wirtschafts- und Finanzpolitik sei wichtig, dürfe aber nicht auf Kosten der Nicht-Euro-Staaten gehen.

Unter Berufung auf einen hochrangigen EU-Vertreter in Brüssel, der wegen der heiklen Bedeutung dieser Frage anonym bleiben wollte, berichtet die Nachrichtenagentur „Reuters“ die mögliche Spaltung der Euro-Zone werde seit geraumer Zeit von deutschen und französischen Regierungsvertretern diskutiert.

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23 Kommentare zu "Staatsverschuldung : Eurogruppen-Chef warnt vor Spaltung der Euro-Zone"

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  • @Gaishirtle

    Sorry, aber wer einen ausländischen Regierungschef, der mit schöner regelmäßigkeit ordentlich gewählt wird, als "Lügner" bezeichnet, weil er bei dem Wort "Euro" einen Ständer kriegt und sich sofort in Foren erbrechen muss, der ist für mich nun einmal neurotisch und vor allem Pack. Das ist keine Frage der Argumente, das ist eine Frage des mangelnden Respekts, der in dem Grade zu schrumpfen scheint, in dem die EuroNeurose zunimmt.

    Was sich hier so herumtreibt, würde aus jeder halbwegs anständigen Kneipe herausfliegen, es ist nur ein lärmender Pöbel, der wahrscheinlich in Kneipen nicht mehr geduldet nun sein Glück online probiert - und damit Menschen, die diese Dinge gerne komplexer diskutieren möchten, jede Möglichkeit der Kommunikation nimmt. Pack eben.

    In der Sache noch einmal: Ich wollte Juncker wäre statt Merkel Kanzler dieses Landes. Sein Land, gerade mal 30 km von mir entfernt, wird jedenfalls regiert und ist keine Wellness Oase für eine inkompetente Ossitusse, die ihr Buisiness in Moskau gelernt hat und nun ratlos und planlos vor dem Scherbenhaufen des eigenen Zauderns und Zögerns steht.

    Lesen Sie einfach nah, was via Wikileaks gestern bekannt wurde und sie verstehen, warum ich das seit nunmehr zwei Jahren so sehe. Ich hab' sie nicht gewählt, aber die, die hier am lautesten rumkrakelen sehr wohl ...

  • Werter Hardy
    Sie entlarven sich selbst, indem Sie Diskussionsteilnehmer, welche Ihre Meinung nicht teilen als "euroNeurotisches Pack" bezeichnen.
    Bleiben Sie sachlich; sollten Sie tatsächlich die besseren Argumente haben, müssten Sie auch ohne Diffamierung zu überzeugen wissen.

  • Der einzige Weg, die einzige Sprache sollte sein die Verantwortlichen Europweit klar zu machen das der Euro auf den Müllhaufen der Geschichte gehört. Das sich Deutschland aus diesen Irrsinn sofort verabschiedet, sich eine Verfassung erarbeitet und sie durch die Bevölkerung angenommen wird. Das und nur das beruht aud Demokratie, alles was bisher geschehen ist gehört aufgearbeitet und bewertet, wie kann es sein das 12 Millionen Deutsche von akuter Armut bedroht sind und diese Wansinnigen eine Verschuldungsorgie nach der anderen feiern, wo letztendlich ganze Völker geopfert werden.

  • Juncker ist einer der grössten Versager. Jahrelang hat er als "eurogruppenchef" zugesehen, wie sich GR (u.a.) mehr und mehr verschuldeten. Dieser "Experte" verdient weder Respekt noch sonst was. Trotz aller Fehler ist der herr noch im Amt - unglaublich.
    Der Euro ist Ursache: Vor dem Euro waren die Zinsen der PIIGS ähnlich hoch wie heute, fielen wegen dem Euro. Nur wegen dem Euro haben sich auch luxemburgische Banken (neben französischen, britischen und deutschen) so sehr in PIIGS-Staatsanleihen verstrickt, so dass "Ansteckungsgefahr" besteht. Ohne Euro hätten sie das nie gemacht. Ohne Euro würde Deutschland seinen Export in die PIIGS nicht selbst mit nie rückzahlbaren Krediten finanzieren. Ohne Euro hätte die BB nicht Milliardenforderungen gegen die EZB (Importe der PIIGS). Ohne Euro hätte D weniger Kapitalabfluss in die PIIGS gehabt, und mehr für Investitionen in D und Arbeitsplätze gehabt.
    JCFluncker zeigt sich durch einen grossen Mangel an ökonomischen Sachverstand aus. Er und die Eurokraten hätten vor dem Euro auf die Skeptiker und Ökonomen (die sie nicht von der Regierung inthronisiert werden) hören sollen, dann hätten die nächsten Generationen eine Zukunft. Wegen machtgierigen Versagern wie JCJ spaltet sich Europa, verarmen ganze Völker und die Demokratie wird ausgehöhlt.
    Dieser greise Euromantiker gehört ins letzte Jahrhundert (wie Schmidt, Kohl, Waigel...) Die Welt hat sich geändert:
    Wohlstand und Freiheit gibt es nur in echten Demokratien, nicht in aufgeblasenen, imperialistischen Kunstkonstrukten wie der "Eurozone".

  • Aha Wikileaks ist also ihre Quelle. Das sagt schon eine Menge. Sie wären also für Eurobonds, die unsere Regierung verhindert hat? kennen Sie die Folgen dieser Eurobond-Geschichte (Stichwort Rating und EFSF/ESM)?
    Man kann unserer Regierung viele Fehler ankreiden, aber nicht ihr Zögern und ihr Nein in Brüssel.

  • @ Fortunio

    Im Prinzip haben wir nur zwei Möglichkeiten um aus dieser schwierigen Lage raus zukommen.
    1. Die Verträge werden so geändert dass die Leistungsbilanzüberschüsse und -defizite neutralisiert werden, das heißt ein Land darf prinzipiell nur soviel importieren wie es exportiert (keine Defizite möglich) und umgekehrt darf nur so viel exportiert wie importiert wird (keine Überschüsse möglich). Der unvermeidbaren Jahressendeüberschuss wird von der (Bundes)Nationalbank an die EZB überwiesen und wird in den Maßen wie es abgebaut wird erstattet. Was langfristig zu einer Wirtschaftskonvergenz zwischen den Euroländer führen würde
    Oder
    2. Wiedereinführung der nationalen Währungen parallel zum EURO aber mit flexiblen Wechselkurse, wie zur Zeit der fiktiven Währung ECU. Mit dem Unterschied dass der Euro weiter
    als gültige Währung besteht. (z.Bsp. Griechenland würde die Staatsbediensteten sofort mit dem wiedereingeführten Drachme bezahlen können)
    Eine Zweispaltung scheint mir nicht sinnvols weil die Wirtschaftskraft der Länder veränderbar ist, das würde ein Umspringen von dem einen Euro in den Anderen als Folge haben.
    Die Wirtschaftskraft eines Landes ist zwar abhängig von unveränderbaren Standortsvorteile aber auch vom Umfeld und anderen auch veränderbaren Faktoren. Als Beispiel kann man die wirtschaftliche Entwicklung der ehemaligen Ostblockländer, was Deutschland mehr Vorteile gebracht hat als z.Bsp. Frankreich oder Portugal.
    Noch schlimmer ist aber dass eine Zweispaltung der Eurozone sehr schnell auch eine politische Zweispaltung Europas folgen würde.

  • Es ist nur zu gut nachvollziehbar, weshalb Juncker unbedingtden Euro und auch die Eurozone behalten möchte. Andernfalls würde sein kleines Heimatländchen mit einem Franc als Heimatwährung nämlich auf die ursprüngliche Bedeutungslosigkeit zurückfallen, die es vor dem € hatte.

    Geradezu grotesk ist Junckers Behauptung, er sei jetzt wütend, wenn man von einer Krise des € redet. Wer hatte denn im Chor mit anderen vor anderthalb Jahren genau das Gegenteil in die Welt posaunt? Und wer hatte denn sofortige und blindwütige Rettungen gefordert, nur weil die Griechen illiquide waren?

    Der Euro war und ist nicht in einer Krise und mußte auch nie gerettet werden. Es ging immer nur um die Gläubiger, die gerade in Luxemburg in hoher Konzentration zu finden sind.

  • Auf Medienberichte sollte man heute nichts mehr geben. Nachrichten werden heute vermarktet wie Muell. Diskutieren kann und darf man alles.

  • Hier noch ein Video

    http://www.youtube.com/watch?v=snQ1PmOSkio&feature=related

    Stellt sich hin und sagt, ist halt dumm gelaufen und damit hat es sich fuer ihn. Mir und vielen anderen war damals schon klar wie es kommen wird - es war offensichtlich.

    Aber die Schuldigen sollte man nicht aus der Pflicht lassen. Die Leute haben viel Geld dafuer erhalten um dies anzustellen, was unser aller Geld vielleicht sehr bald vernichten koennte. Politik darf kein verantwortungsfreier Raum sein. Wir alle tragen die Konsequenzen fuer diese hochbezahlte Narrenfreiheit, bloss die nie. Die Narren sind eigentlich wir.


  • Lügt er gerade oder lügt er nicht? Bei Juncker weiss man es nie so genau. Zumindest aber war er ehrlich, als er sagte, dass er im Zweifelsfall lügt.

    Man könnte die Hoffnung verlieren, wenn man sieht, mit welcher Berechnung Politiker agieren. Wie will die Politiker-Kaste je ihre Glaubwürdigkeit zurückgewinnen?

    Ich glaube, wir brauchen eine Diskussion über die politische Kultur unserer Zeit. Wenn wir dabei sind, können wir bei der Kultur der Wirtschaft und des Finanzwesens weitermachen.

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