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Stella Kyriakides Corona-Krise wird für EU-Gesundheitskommissarin zur Bewährungsprobe

Der Kampf gegen das Coronavirus befördert Stella Kyriakides ins Rampenlicht. Doch die eigentliche Probe steht ihr womöglich erst noch bevor.
28.02.2020 - 04:11 Uhr Kommentieren
Allzu fordernd darf sie derzeit nicht auftreten. Quelle: imago images/Xinhua
Stella Kyriakides

Allzu fordernd darf sie derzeit nicht auftreten.

(Foto: imago images/Xinhua)

Brüssel Die Europäer, so schrieb Ursula von der Leyen im Herbst ins Aufgabenheft von Stella Kyriakides, erwarteten eine gesicherte medizinische Versorgung und den Schutz vor Epidemien – im Vertrauen darauf fänden sie ihren „Seelenfrieden“. Heute lesen sich die Worte der EU-Kommissionspräsidentin nicht nur wie eine Vorahnung, sondern vielmehr wie ein Auftrag an ihre Gesundheitskommissarin.

Die Corona-Krise hat die 63-jährige Zyprerin schlagartig ins Rampenlicht befördert. Viele Bürger sind besorgt, dass sich der neue Virus in Europa ausbreitet, und sie erwarten Antworten nicht nur von den nationalen Regierungen und Behörden. Weil ein Virus keine Grenzen kennt, erwarten sie Antworten auch von der Institution, die einer europäischen Regierung am nächsten kommt: der EU-Kommission. Und damit von Kyriakides.

Seit die Infektionszahlen in Italien in die Höhe geschnellt sind, ist die konservative Politikerin im Dauereinsatz. Sie reist nach Rom, um sich selbst ein Bild von der Lage in dem Land zu machen und um das Vorgehen mit den Gesundheitsministern der Nachbarn abzustimmen. Die Epidemie sei ein „Härtetest für die globalen Krisenmechanismen und unsere Zusammenarbeit in der EU“, sagt sie, als sie dort vor die Kameras tritt.

Kyriakides und ihr für Krisenmanagement verantwortlicher Kollege Janez Lenarčič versuchen zu koordinieren, die Informationen über Infektionen und die nationalen Krisenpläne laufen im europäischen „Early Warning and Response System“ zusammen. Zugleich sieht sie ihre Aufgabe darin, die unter Druck stehenden Regierungen von Alleingängen etwa bei den Grenzkontrollen abzuhalten.

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    Bislang ist es ihr das gelungen, doch die eigentliche Probe kommt womöglich erst noch, wenn sich der Virus weiter ausbreitet. Allzu fordernd auftreten darf sie dabei nicht, denn die Kommission hat nur begrenzte Mitspracherechte bei der Infektionsbekämpfung, und die Mitgliedsstaaten lassen sich ungern reinreden. „Es ist verständlich, dass sie derzeit vorsichtig agiert“, sagt der CDU-Gesundheitspolitiker Peter Liese. Vorsichtig formuliert sie auch vor den Kameras: Als studierte Psychologin weiß Kyriakides, wie schnell berechtigte Sorgen in irrationales Verhalten und Aggression umschlagen – zumal in den sozialen Medien viele falsche Gerüchte kursieren. „Wir dürfen nicht in Panik verfallen und Desinformationen aufsitzen“, mahnt sie.

    Starke Persönlichkeit

    Kyriakides verkörpert ihre Botschaft auch: Sie spricht ruhig und besonnen, dank Studiums in Großbritannien in tadellosem Englisch. Kyriakides sei „ebenso emphatisch wie durchsetzungsfähig“, lobt Liese. Obendrein kenne sie sich sehr gut aus. Auch der FDP-Europaabgeordnete Andreas Glück sagt, sie sei wegen ihrer großen Erfahrung in der Politik und im Umgang mit Patienten gut für die Rolle gerüstet. Kyriakides arbeitete fast 30 Jahre lang im zyprischen Gesundheitsministerium, saß zudem im Parlament.

    Wir dürfen nicht in Panik verfallen und Desinformationen aufsitzen. Stella Kyriakides (EU-Gesundheitskommissarin)

    Kyriakides hat selbst erfahren müssen, was Krankheit bedeutet. An ihrem 40. Geburtstag wurde bei ihr Brustkrebs diagnostiziert, nach der Therapie wucherte einige Jahre später erneut ein Tumor. Zuvor war bereits ihre Mutter an Brustkrebs gestorben. Als Konsequenz aus diesen Erfahrungen engagierte sich Kyriakides als Präsidentin von Europa Donna, einem Verbund von Selbsthilfeorganisationen, die für eine bessere Früherkennung und Behandlung der Krankheit kämpfen.

    Von der Leyen, deren jüngere Schwester einem Krebsleiden erlag, sah in Kyriakides daher die perfekte Besetzung für das Gesundheitsressort. Es ist die Mission der Gesundheitskommissarin, den „europäischen Plan zur Krebsbekämpfung“ voranzutreiben. Bis Jahresende will Kyriakides ihre Vorschläge vorlegen, derzeit läuft die öffentliche Konsultation. Bis zu 40 Prozent aller Krebserkrankungen seien vermeidbar, sagt sie, daher gebe es „einen enormen Handlungsspielraum“.

    Im Augenblick jedoch hat sie dafür nur wenig Zeit – der Kampf gegen das Coronavirus hat bis auf weiteres absolute Priorität.

    Mehr: Verfolgen Sie die aktuellen Entwicklungen im Coronavirus-Newsblog

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