Stephen Bannon

„Weg der Ermittler führt über Deutsche Bank“

Trump kontra Bannon: Kurz nach den hochexplosiven Äußerungen seines Ex-Chefstrategen zerschneidet der US-Präsident das Tischtuch. Die Rede ist von „Verrat“ und „Verstand verloren“. Auch die Deutsche Bank steht im Fokus.
Update: 04.01.2018 - 08:31 Uhr 3 Kommentare

„Er hat den Verstand verloren“ – Harte Worte eines wütenden US-Präsidenten

„Er hat den Verstand verloren“ – Harte Worte eines wütenden US-Präsidenten

WashingtonDonald Trump braucht ganze 1158 Zeichen, um seiner Wut freien Lauf zu lassen. In harschen Worten rechnet der Präsident am Mittwoch mit seinem ehemaligen Chefstrategen Steve Bannon ab. Er zweifelt an dessen geistiger Verfassung und beschreibt ihn als Scharlatan. „Bannon hat nichts mit mir oder meiner Präsidentschaft zu tun“, so Trump. „Als er gefeuert wurde, hat er nicht nur seinen Job verloren, sondern auch seinen Verstand.“ Bannon habe wenig Anteil an seinem Wahlsieg gehabt. Im Weißen Haus habe er sich wichtiger gemacht, als er es gewesen sei.

Trump bricht öffentlich mit Bannon, nachdem dieser Trumps ältestem Sohn wegen eines Treffens mit einer russischen Anwältin kritisiert hatte. Die Äußerungen des Präsidenten fallen wohlgemerkt nicht auf Twitter, das Weiße Haus verschickt stattdessen eine Pressemitteilung. Vor allem mögliche Verwicklungen der Deutschen Bank in der Russland-Affäre könnten laut Bannon ausschlaggebend sein für einen möglichen Sturz des US-Präsidenten. „Der Weg der Ermittler führt über die Deutsche Bank und dem ganzen Kushner-Mist. (...) Die werden die Jungs durch den Fleischwolf drehen und sagen, ,spielt gegen oder mit uns‘“, so Bannon.

Die Verbindungen der Deutschen Bank zum US-Präsidenten und seinem Umfeld sorgen seit Anfang Dezember für Schlagzeilen. Seinerzeit wurde bekannt, dass das Frankfurter Geldhaus rund 30 Millionen Dollar an möglicherweise verdächtigen Transaktionen, die im Zusammenhang mit Paul Manafort oder dessen Umfeld stehen, an die amerikanischen Behörden gemeldet haben soll.

Auch darum geht es in dem neuen Buch des Journalisten Michael Wolff, das in der kommenden Woche erscheint, den Titel „Fire and Fury“ („Feuer und Zorn“) trägt und aktuell ganz schön für Wirbel sorgt. Trump kommt darin nicht gut weg, so kann man es zumindest in ersten Auszügen nachlesen.

In einem Stück im „New Yorker“ zeichnet Wolff das Bild eines Wahlkampfteams, in dem kaum jemand an einen Wahlsieg Trumps geglaubt habe. Nicht einmal der Unternehmer selbst. Michael Flynn, der später seinen Posten als Sicherheitsberater nach nur 25 Tagen räumen musste, soll so sogar ein Redehonorar eines russischen Staatssenders heruntergespielt haben. Flynn habe zu einem Freund gesagt, dass die 45.000 US-Dollar, die er für die Rede bekommen habe, nur ein Problem darstellten, wenn man die Wahl gewinnen werde.

Wolff sagt, er habe in 18 Monaten über 200 Interviews geführt. Er habe so etwas wie einen Sitz auf einem Sofa im Westflügel der Regierungszentrale gehabt. Das Weiße Haus weist das zurück. Das Buch sei voll mit falschen und irreführenden Behauptungen von Menschen, die keinen Zugang oder keinen Einfluss hätten, sagt Trumps Sprecherin Sarah Sanders. Es sei nicht mehr als „trashige Boulevard-Fiktion“.

Wolff beschreibt eine von Chaos geprägte Regierungszentrale, in der es anfangs kaum klar verteilte Rollen, aber viele um Einfluss buhlende Figuren gab. Trump stellt er als undisziplinierten Präsidenten dar, der den Sinn für die Realität verloren habe und selbst von seinen engsten Beratern missachtet werde.

Immer wieder im Zentrum der Schilderungen steht Bannon. Hängen bleibt dabei das Bild eines Mannes, der eifrig die Fäden im Hintergrund spann. Das ist nichts Neues. Bannon selbst war während seiner Zeit im Weißen Haus eifrig bemüht, dieses Image eines düsteren Strategen zu pflegen. Sein Büro im Westflügel bezeichnete er oft als „War Room“, als Kriegszentrale. An einer Wand hing ein Zettel mit Versprechen, die Trump während des Wahlkampfes gemacht hatte und die Bannon in den ersten hundert Tagen der Präsidentschaft umsetzen wollte.

Bannon fiel dem Machtkampf im Weißen Haus zum Opfer, da war er gerade etwas mehr als zweihundert Tage im Amt. Seither konzentriert er sich nicht nur darauf, populistische Kandidaten zu finden, die er in seinem selbst erklärten Krieg gegen das Establishment der Republikaner in die parteiinternen Vorwahlen schicken will. Er ist auch eifrig bemüht, seine Sicht über Trumps Präsidentschaft zu verbreiten. So bezeichnete er den Rausschmiss von FBI-Chef James Comey als großen Fehler.

In dieselbe Kerbe schlägt Bannon nun mit dem, was er über ein Treffen von Trumps ältestem Sohn mit einer russischen Anwältin während des Wahlkampfes zu sagen hat. Das sei „Verrat, unpatriotisch und übler Mist“ gewesen. So zumindest zitiert der britische „Guardian“ Äußerungen Bannons aus Wolffs Buch.

„Jemand hätte sofort das FBI rufen sollen“
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3 Kommentare zu "Stephen Bannon: „Weg der Ermittler führt über Deutsche Bank“"

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  • 45 000.- Dollar für eine Rede - nicht schlecht! Russland ist spendabel, wenn es um seine Mitarbeiter in fremden Regierungen geht. Wieviel das wohl in Rubel ist? Und was man mit dem Geld in Moskau für Kindergärten oder Krankenhäuser hätte bauen können?

    Aber Putin investiert lieber in reiche U.S.-Oligarchen. Wäre ich Russe, würde ich mich ziemlich verarscht vorkommen; besonders, wenn ich Englisch könnte, und nun das Ergebnis meiner Subventionen sehen würde: Den dümmsten Quatschkopf im Weißen Haus, den die Welt je erlitten hat.

    Saubere Arbeit Putin. Four more Years?

  • Trump gehört sofort aus dem Verkehr gezogen. Der Mann ist eine Gefahr für das Land. Wenn so jemand im öffentlichen Dienst tätig wäre, als Polizist oder Soldat, würde man ihn sofort als dienstuntauglich beurlauben.

    Er kann doch jeden Tag, den er Zugang zum Weißen Haus hat, von dort aus Unmengen von Informationen an die Russen verraten. In Deutschland hatten wir Typen wie Guilome oder Kurras. Nun haben die Amis ihren Agent Provokteur von drüben.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

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