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Steueraffäre Luxemburg Disney und Skype erhielten lukrativen Steuerrabatt

Die Luxemburger Steueraffäre weitet sich aus: Konzerne wie Disney und Skype sollen extrem lukrative Steuervorteile erhalten haben. Schlechtes Licht werfen die Berichte auf Juncker – der ist vor allem enttäuscht.
Update: 10.12.2014 - 04:13 Uhr 19 Kommentare
In der Luxemburger Steueraffäre sollen Konzerne wie Disney und Skype Vorteile erhalten haben. Schlechtes Licht werfen neue Dokumente vor allem auf Jean-Claude Juncker. Quelle: dpa

In der Luxemburger Steueraffäre sollen Konzerne wie Disney und Skype Vorteile erhalten haben. Schlechtes Licht werfen neue Dokumente vor allem auf Jean-Claude Juncker.

(Foto: dpa)

LuxemburgDer Druck auf Luxemburg wächst: Ein Whistleblower hat Journalisten neue Dokumente zugespielt, mit denen sich Konzerne Steuer-Ersparnisse in Millionenhöhe zusichern ließen. Die Liste der Firmen, die sich in Luxemburg nachweislich lukrative Steuerabsprachen beschafft haben, wird damit länger.

Die neuen Dokumente betreffen Weltkonzerne wie Disney und Skype. Sie zeigen jetzt ergänzend zur Veröffentlichung der „Luxleaks“ Anfang November, dass fast alle großen Beraterfirmen mit der Luxemburger Verwaltung zusammen gearbeitet haben: Nun tauchen neben Pricewaterhouse-Coopers auch Deloitte, Ernst & Young sowie KPMG in den Daten auf.

Die bislang unveröffentlichten Dokumente sind dem Internationalen Konsortium für Investigative Journalisten (ICIJ) im vergangenen Monat zugespielt worden. Insgesamt umfasst der Datensatz, den in Deutschland Journalisten von NDR, WDR und der Süddeutschen Zeitung ausgewertet haben, rund 50 sogenannter „Advance Tax Agreements“ für 35 Firmen. Mit diesen Absprachen haben sich die Konzerne zum Teil extrem niedrige Steuerraten von weniger als ein Prozent auf die nach Luxemburg verlagerten Gewinne zusichern lassen.

Betroffen sind etwa der Internet-Telefondienst Skype, der Unterhaltungskonzern Disney und der Hygieneartikelhersteller Reckitt Benckiser (RB), an dem die Familie Reimann beteiligt ist, eine der reichsten deutschen Industriellen-Familien. Skype bekam seit dem Jahr 2005 einen Steuerrabatt von bis zu 95 Prozent auf Lizenzeinnahmen. Disney hat im Großherzogtum eine konzerninterne Bank gegründet, die ihre Gewinne mit weniger als einem Prozent versteuerte.

Der Konzern RB, zu dem Marken wie Calgon und Clearasil gehören, lässt über Luxemburg Milliardenkredite laufen. Die erwähnten Konzerne und die Steuerberaterfirmen Deloitte, Ernst & Young und KPMG teilten mit, sich an die geltenden Gesetze zu halten. Nachfragen zu einzelnen Fällen beantworteten die Prüfungsgesellschaften nicht.

Auch private Beteiligungsgesellschaften, die Firmen kaufen und verkaufen und als Heuschrecken bezeichnet werden, nutzen systematisch Steuervorteile im Großherzogtum für ihre Milliardengeschäfte.

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19 Kommentare zu "Steueraffäre Luxemburg: Disney und Skype erhielten lukrativen Steuerrabatt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Junckers Steueroase Luxemburg
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    Es war doch ALLES legal! Wir haben doch dafür alle Gesetze geändert.
    Die vier großen Beraterfirmen haben mit den Finanzämtern und der Finanzverwaltung hohe Rabatte (Vergünstigungen) ausgehandelt.
    Aber Juncker fühlt sich jetzt verfolgt.
    Wie sagte er noch dereinst: "Wenn es ernst wird, muss man lügen!"

  • Und wieder einmal wird die Sau zum Gärtner gemacht - kennt man ja leider schon. Auch wenn die Steuerregelungen in LUX eventuell rechtens waren sollte man trotzdem hart dagegen vorgehen und Sanktionen gegen LUX und maßgeblich handelnde Personen verhängen.
    Ein EU Land schadet hier andere EU Staaten und letzendlich die Steuerzahler. Es ist zumindest tief unserious und von Anstand, Fairplay, etc. braucht man ja gar nicht erst zu sprechen.
    Wenigstens sollte der staatliche Steuerhinterzieher etwas Anstand besitzen und zurücktreten.

  • Frau Merkel und Herr Juncker sind doch gewählte Wunschkandidaten oder wie kommen sie denn sonst auf diese Posten ?

  • Die Begünstigung der Steuerflucht durch Luxemburg schadet dem deutschen Volk. Getreu ihrem Amtseid müssen Frau Merkel und Herr Gabriel Schaden vom deutschen Volk abwenden. Sie sind daher verpflichtet gegen Luxemburg vorzugehen. Herr Steinbrück wollte gegen die Schweiz die "Kavallerie" ausrücken lassen.
    Falls die deutsche Regierung diesem Mißbrauch der europäischen Idee durch Luxemburg nicht Einhalt gebietet, darf sich niemand über ein Erstarken der AfD wundern

  • Es gelingt mir einfach nicht, einen Beitrag so zu verfassen, dass er der HB-Nettiquette genügen würde.

    Also schreibe ich es mal so. Wenn die Luxleaks-Affäre dem Euro nicht den Rest gibt ist Europa nicht mehr zu helfen. JEDER halbwegs ehrliche Steuerzahler wurde hier um erhebliche Beträge beschissen, die er an Stelle der gepamperten Firmen zahlen muss.

    Wenn sich reiche Privatpersonen in die Schweiz oder nach Monaco mit Pauschalsteuer verpissen und Grosskonzerne grosszügigste Sonderbehandlung in Luxemburg aushandeln ist dem gewöhnlichen Steuerzahler die Pflicht zur Steuerehrlichkeit nicht mehr plausibel zu vermitteln.

  • neue Enthüllungen (SZ): Herr Juncker: Packen Sie Ihre Koffer. Wenn Sie blieben, es wäre eine Schande für Europa!

  • o.k., Luxemburg ist bereit, zukünftig offenzulegen, welchen Unternehmen sie helfen, anderen Länder Milliarden legitime Steuer-Einnahmen vorzuenthalten. Luxemburg wird diese Praktiken aber nicht einstellen - wieso auch. Wenn man das Problem an der Wurzel packt, dann kann es uns auch egal sein, ob Konzerne in Luxemburg, Irland & Co. null Prozent oder 1 Prozent Steuern zahlen - weil sie ihren - unmanipulierten - Gewinn trotzdem einfach in Deutschland versteuern müssen. Indem man bestimmte konzern-interne Scheinbuchungen für "Patente" und "interne Kredite" einfach nicht mehr anerkennt oder limitiert. Oder pauschal 10, 20% Steuer auf den Umsatz in Deutschland erhebt, wenn sich der Gewinn nun mal nicht sauber feststellen lässt, weil künstlich "verkürzt". Und wem das nicht passt, der soll seine 500 Coffee-Shops eben alle in Deutschland zumachen und in Luxemburg wieder aufmachen - Tschüss und viel Erfolg. Das beschämende an dieser ganzen Thematik und an unserem hilflosen Finanzminister ist doch, dass wir es anderen Ländern erlauben darüber zu entscheiden, ob ein Unternehmen hier seine Steuern in angemessener Weise zahlt oder diesen Staat, seine Infrastruktur und letztendlich auch alle Bürger einfach nur ausnutzt.

  • Solchen Leuten hält unsere großartige Kanzlerin die Stange. Die Union hat ein paar vage Versprechungen zum Abbau der kalten Progression gemacht, mit der die Leistungsträger in Deutschland ausgeplündert werden. Aber Herrn Juncker, der systematisch die Nachbarländer um ihre Steuereinnahmen betrogen hat, ist natürlich unantastbar. Diese Kanzlerin und die Union sind ein verlogener Haufen.

  • Also ich finde das ihr Kommentar sehr befremdlich Relativierend. Ganze im Sinne eines Junkers,und dieser geht nicht mit einem erigierten Mittelfinger durch`s Leben. Nein, er gönnt sich sogar zwei. Um sicher zu sein was alle von ihm zu halten haben.

  • IKEA hat ihre Gewinne nicht über Patente sondern als Namensrechte getarnt. Man kann sich nur Fragen was an dem Namen IKEA jährlich Milliardenlizenzen Wert sein soll ?

    Schön was man alles machen kann um Steuern zu vermeiden. Die Frage ist wer zahlt dann noch die Steuern in Deutschland ? Man will natürlich die Infrastruktur und Dienstleistungen in Deutschland nutzen aber nichts dafür bezahlen. Genau so definiere ich Schmarotzertum.

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