Steueramnestie Spanier waschen zu wenig Schwarzgeld

Es sollte der große Wurf für Spaniens Haushalt werden: Steuersünder können noch bis zum Jahresende ihr Schwarzgeld gegen eine Strafzahlung legalisieren. Reuige Steuerhinterzieher sind derzeit aber offenbar Mangelware.
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Die spanische Regierung hat sich wesentlich höhere Einnahmen durch die Steueramnestie erhofft. Quelle: dpa

Die spanische Regierung hat sich wesentlich höhere Einnahmen durch die Steueramnestie erhofft.

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MadridEine im März von der spanischen Regierung beschlossene Steueramnestie hat bislang wenig Geld in die Staatskasse gespült. Bis Juli hat die in Spanien heftig umstrittene Maßnahme 50,4 Millionen Euro eingebracht. Diese Zahl entspricht nur zwei Prozent der für dieses Jahr erhofften Einnahmen in Höhe von insgesamt 2,5 Milliarden Euro, wie die Nachrichtenagentur Europa Press am Montag unter Berufung auf das Finanzamt berichtete.

Steuerhinterzieher können bis Ende Dezember ihr Schwarzgeld gegen Zahlung eines Bußgeldes waschen. Steuersünder in Spanien müssen dazu ein Strafgeld von zehn Prozent ihrer nicht deklarierten Einkommen oder Vermögen zahlen. Für das im Ausland angelegte Geld gilt ein Satz von acht Prozent. Die Maßnahme gilt nur für 2012.

Viele Experten haben die Wirksamkeit der Steueramnestie und ihre Gesetzmäßigkeit infrage gestellt. Die sozialistische Oppositionspartei PSOE hatte sogar eine Beschwerde gegen die Maßnahme eingereicht, die vom Verfassungsgerichtshof zugelassen worden war. Die PSOE beschuldigt die Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy, Steuerhinterzieher zu belohnen und Steuerzahler zu bestrafen.

Die jetzt regierende konservative Volkspartei (PP) von Rajoy hatte sich noch vor zwei Jahren strikt gegen eine Steueramnestie ausgesprochen. Als derzeitige Regierungspartei rechtfertigt sie die Maßnahme jedoch mit dem Argument, sie werde dazu beitragen, das mit der EU-Kommission vereinbarte Ziel zu erreichen, das hohe spanische Haushaltsdefizit in diesem Jahr von 8,9 auf 6,3 Prozent zu senken.

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15 Kommentare zu "Steueramnestie: Spanier waschen zu wenig Schwarzgeld"

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  • Braucyhen wir nicht, Nordeuropa zahlt alles, Drucker Draghi hat das Scheckbuch!

  • Das ist korrekt, das eine hat aber nichts mit dem anderen zu tun!

    So betreibt die Partei der Besserverdienenden seit Jahren die Steuersenkung für der Reichen und Ausgabenverringerung für die arbeitenden Bürger.

    Irgendwelche Einsparungen im Behördenapparat oder bei der Subventionierung ihrer Klientel sind ihr fremd! Dabei werden im förderalen System Unsummen versenkt. Jedoch verdienen daran wieder die Wähler dieser gelben Partei. Ebenso bei den ständig überteuerten Bauprojekten.

  • Die Gier der Unternehmer ist unersättlich, das sieht man in Deutschland. die Löhne sinken seit vielen Jahren, trotz steigender Produktivität. Und immer gibt es jemand, der billiger produziert. Notfalls in Nordkorea, in einem Arbeitslager!

  • "Die meisten meiner Bekannten hier in Spanien sind arbeitslos gemeldet und arbeiten schwarz - eine Meldepflicht gibt es nicht ( Bestätigung über Internet reicht )"
    Dafür ist nach dem Ablauf der Zahlungen auch Schluß, dann gibt es vielleicht noch ein bischen von der Gemeinde, und dann muß man sehen wo man bleibt.
    Das liegt u. a. auch daran, das die Ätmer die Konten kontollieren können, dann ist da eben weniger drauf.
    Aber wer Bankkredite braucht um eine Firma zu gründen oder überhaupt ein Konto, der wird besser überwacht als in Deutschland. Hat eben alles so seine Kehrseiten.
    Wer aber krankenversichert arbeiten will, der muß sich eine Firma mit Steuernummer suchen, oder seine Securidad Social (ca. 310€) selbst bezahlen, auch mit Steuernummer, damit hängt ihm die Hacienda (span. Finanzamt) auf den Spuren, auch taucht er in der Alu-Statistik nicht auf.
    Und wer in Südamerika arbeitet, muß sehen wie er dort klar kommt, und der Firmeninhaber wird genauso wie in anderen Ländern, zum "Kofferträger".
    Steuerhinterziehung ist also eine weltweite "Möglichkeit", welches keinem normalen Arbeitnehmer, auch in Deutschland nicht, als "Instrument" zur Verfügung steht.
    Deshalb helfen auch diese netten Gesten der Amnestie nichts, zumindest nichts für die erwarteten Beträge. Das war mir schon klar, als ich die erwartete Summe gelesen habe.
    Da helfen nur internationale Verträge die auch überwacht werden können.

  • Für "Otto-Normal" ist es in Spanien so gut wie unmöglich Steuern zu hinterziehen.

    Die meisten meiner Bekannten hier in Spanien sind arbeitslos gemeldet und arbeiten schwarz - eine Meldepflicht gibt es nicht ( Bestätigung über Internet reicht )Manche arbeiten in Suedamerika für in Spanien bankrotte Bauunternehmen -natürlich für Schwarzgeld.
    Das ist die spanische Realität - gäbe es wirklich 20%
    Arbeitslose wäre hier Bürgerkrieg.



  • Headline klingt wie ein versteckte Vorwurf: "Betrueger europ Länder, meldet euch, wir stehen am Abgrund".

    Wie in Griechenland helfen auch in Spanien einflussreiche Amigos. Sollte sich die Lage verschaerfen, steht EZB mit Merkles Sparkassen im Hintergrund Gewehr bei Fuss.

    Würdet Ihr euch in Spanien outen... oder gar in Hellas.. ?
    Solange genuegend EU-Michel-Ignoranten Zepter und Würden pflegen, ab durch die Mitte. Leichter laessst sich nicht Vermoegen anhäufen.

  • "Richtig, die Arbeitskosten sollten auf 0 sinken"
    Wohl kaum, aber so das diese Arbeitskosten auch einer gewissen Produktivität genügen, oder?

  • Es stand auch in Anführungsstrichen.
    Deshalb habe ich auch geschrieben "ontentechnisch gesehen" wird sich da wenig tun, Schwarzarbeit gibt es überall.
    Diskutieren Sie doch einfach, statt gleichzeitig zu diffamieren, das täte jeder Wirtschaft gut, auch der Deutschen.

  • Für "Otto-Normal" ist es in Spanien so gut wie unmöglich Steuern zu hinterziehen.

    Wer das glaubt, wird selig!
    Sie meinten wohl, für jemand, der im Rahmen eines gewissen offiziellen Vertrages arbeitet, muss dafür auch die in diesem Rahmen vereinbarten Steuern zahlen. Wollen Sie uns jetzt vollkommen für dumm verkaufen. Natürlich gibt es Steuerhinterziehung in Spanien ansonsten würde man ja so eine Aktion nicht machen. Übrigens hat diese eine äuserst verbluffende Ähnlichkeit mit der letzten Steueramnestie, die man in Belgien vor allen auf Drängen von den Liberalen durchführt hat (=10% Abgaben und das Geld ist weiss).

    Und es ist doch klar, dass das Geld nicht in Spanien auftaucht, sondern in andere Länder gebracht wird, wenn es nicht für Konsumzwecke verwendet wird. .

  • @ihr

    "Ganz offensichtlich sind Steuerverbrecher ein globales Problem! "

    1 einziger Steuerverschwender in der Politik kann mehr Schaden anrichten als 1000 Steuersuender. Man sollte beide jagen und zur Rechenschaft ziehen, ansonsten wird die Angelegenheit sehr einseitig.

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