Steven Mnuchin Trumps Finanzminister in Erklärungsnöten

Der US-Senat nimmt den designierten Finanzminister der Vereinigten Staaten, Steven Mnuchin, in die Mangel. Es geht um zahlreiche Zwangsversteigerungen und verheimlichte Millionen. Auch Kritiker halten ihm das vor.
Update: 20.01.2017 - 09:17 Uhr 22 Kommentare
Der frühere Investmentbanker bei Goldman Sachs soll der künftige US-Finanzminister werden. Zuvor stand eine Anhörung des Senats auf dem Programm. Quelle: dpa
Steven Mnuchin

Der frühere Investmentbanker bei Goldman Sachs soll der künftige US-Finanzminister werden. Zuvor stand eine Anhörung des Senats auf dem Programm.

(Foto: dpa)

WashingtonSteven Mnuchin war nervös, seine Lippen zuckten hin und her, während die Fragen auf ihn einprasselten. Die demokratischen Senatoren wollten wissen, wie er Vermögenswerte in Höhe von 100 Millionen Dollar übersehen konnte? Warum er zunächst verschwiegen hatte, dass er einem Investmentfonds auf den Cayman Islands als Direktor vorstand? Und warum hat er als Bankeigentümer säumige Immobilienkreditnehmer ohne Rücksicht auf Härtefälle aus ihren Häusern geworfen? Nicht immer gelang es Mnuchin, eine überzeugende Antwort zu finden.

Dennoch ist es wahrscheinlich, dass der Banker und Investor die Anhörungen im Senat übersteht und der nächste Finanzminister der Vereinigten Staaten wird. Die Republikaner stellten sich am Donnerstag hinter ihn – wenn das so bleibt, wird es reichen. Falls Mnuchin aber gehofft haben sollte, mit einer deutlichen, parteiübergreifenden Mehrheit ins Amt gehoben zu werden, dürfte diese Hoffnung im stundenlangen Kreuzverhör gestorben sein.

Mnuchin hat eine Karriere an der Wall Street hinter sich. Er hat in Yale studiert und 17 Jahre lang für Amerikas führende Investmentbank Goldman Sachs gearbeitet, bei der schon sein Vater einen hohen Posten bekleidete. 2002 schied Mnuchin aus und gründete mehrere Hedgefonds. Während der Finanzkrise nutzte er die Gelegenheit, die Pleitebank IndyMac zum Spottpreis zu erwerben. Diese Entscheidung hat ihm viel Geld eingebracht, aber auch den Beinahmen „König der Zwangsversteigerung“.

Niemand bezweifelt, dass Mnuchin ein erfolgreicher Spekulant ist. Auf 400 Millionen Dollar wird sein Vermögen geschätzt. Allerdings hat der 54-Jährige in seinem bisherigen Leben wenig Interesse daran gezeigt, etwas Anderes zu mehren als seinen Profit.

„Der Finanzminister sollte jemand sein, der allen Amerikanern dient, einschließlich derer, die immer noch darauf warten, dass der wirtschaftliche Aufschwung ihre Gemeinden erreicht“, mahnte der demokratische Senator Ron Wyden. „Wenn ich mir Mnuchins Werdegang ansehe, braucht man schon einiges an Phantasie, um zu glauben, dass er ein solcher Finanzminister wäre.“

Mnuchin beteuerte, bei den Zwangsversteigerungen keine andere Wahl gehabt zu haben. Er räumte ein, Angaben zu seinem Vermögen und seiner Beteiligung an Offshore-Firmen zunächst vergessen zu haben. Dies sei jedoch nicht in trügerischer Absicht geschehen. Daher habe er den Fehler auch von sich aus korrigiert.

Außerdem versicherte er, er habe nicht persönlich von den Anteilen in Offshore-Firmen profitiert. Mnuchin will das Geld als Hedgefonds-Manager nur verwaltet haben – für „Pensionsfonds und gemeinnützige Organisationen“. Er versprach, mit dem Kongress daran zu arbeiten, Steueroasen trockenzulegen.

Viele Demokraten nehmen ihm das nicht ab. Sie befürchten, dass ein wirksamer Kampf gegen Steueroasen unter der neuen Regierung nicht möglich sein wird. Mnuchin ist nicht der einzige Großinvestor, den Donald Trump in sein Kabinett holen will. „Ein Kabinett wie dieses hat es noch nie gegeben“, sagt der künftige Präsident. In diesem Punkt widersprechen ihm die Demokraten ausnahmsweise nicht.

Die Aussagen Trumps von Anfang der Woche zu einem zu starken Dollar relativierte Mnuchin. Trump hatte am Montag eine jahrzehntelange Tradition in den USA gebrochen und gesagt, der Dollar sei zu hoch bewertet und schade amerikanischen Unternehmen. Mnuchin erläuterte nun, Trumps Einschätzung sei eine kurzfristige Betrachtung gewesen, langfristig brauche das Land eine starke Währung.

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  • Wie auch immer , die deutsche Medienmacht scheint sich gegen Herrn Tramp verschworen zu haben ? Mal sehen wie die Kurve genommen wird .

  • @Reiner Blumenhagen
    Wenn man Politik zum WOHL DES VOLKES macht, dann kann man alles im Hintergrund haben, ein Netzwerk, eine einflussreichen Familien Hintergrund oder weis der Geier was.
    Trump macht seine Politik zum WOHL DES US VOLK. Und dies drückt sich in "Great agian" aus. Er wird dieses "Great again" mit seinen Team durchsetzen mit all seinen und seines Team verfügbaren Mitteln und Talenten!

    Trump macht die gegenteilige Politik der Grün-Sozialistischen Merkel Regierung. Merkel will die Eliten Welt auf Kosten der Deutschen Gesellschaft retten und Trump will das US Volk von der Ausbeutung der Eliten Welt (Globaliesierung-Weltregierung der NGO und Soros) retten.
    Und May mit England zieht da am gleichen Strang mit Trump.

  • mit anderen Worten, Herr Hoffmann, wenn man einen einflußreichen familiären Hintergrund hat, sollte man sich am besten aufs Sofa setzen? Weil.... wenn man dann die Karriereleiter emporsteigt, das KANN ja gar nicht aufgrund von eigener Leistung passiert sein?

  • @Hoffmann, das wußte ich noch nicht. Nun wird mir einiges klarer. Danke für die Info.

  • Dann schauen wir uns halt mal die Strobl-Schäuble-ARD Verflechtung mal etwas genauer an. Zitat aus der Bunte Zeitschrift...

    Mit nur 40 Jahren sitzt Christine Strobl an der Spitze einer der wichtigsten Firmen im deutschen TV- und Filmgeschäft. Seit Juli 2013 ist sie Geschäftsführerin der ARD-Tochter Degeto. In der Welt von Macht und Einfluss ist Christine Strobl aufgewachsen. Sie ist die Tochter von Finanzminister Wolfgang Schäuble. Ein Bonus auf dem Karriereweg?
    Christine Strobl (40) ist ganz oben auf der Karriereleiter angekommen. Seit Juli 2013 ist sie Geschäftsführerin der ARD-Tochter Degeto, verfügt über ein Budget von 400 Millionen Euro und bestimmt maßgeblich mit, was wir im Ersten zu sehen bekommen. Da liegt natürlich der Verdacht nahe, dass „Vitamin B“ der 40-Jährigen an die Spitze verholfen hat. Denn die Fernsehmanagerin ist nicht nur seit 1996 mit Thomas Strobl (53), dem Vorsitzenden der CDU Baden-Württemberg verheiratet, sie ist auch die Tochter von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (71).

    Doch von Einflussnahme durch die mächtigen Männer in ihrem Leben, will die Älteste der vier Schäuble-Kinder nichts wissen. „Für mich war das bloß mein Papa. Ich höre das Gerede einfach als Rauschen“, sagte sie im Gespräch mit der Wochenzeitung „Die Zeit“. Ihren Karriereweg beschritt die 40-Jährige ehrgeizig und zielstrebig, diente sich nach ihrem Jurastudium in Rekordzeit vom Trainee bis in die Chefetage des SWR hoch. 1999 fing sie bei dem Sender an, 2011 wurde sie Chefin der Hauptabteilung Fernsehfilm. 16 Monate später wurde sie von den ARD-Intendanten zur Degeto nach Frankfurt berufen.

    Ihr ehrgeiziger Aufstieg machte Eindruck: „Frau Strobl hat sich nicht aufgedrängt, aber mir schon signalisiert, dass sie für höhere Aufgaben bereitsteht. Sie ist keine, die sich mit dem zufriedengibt, was sie hat. Sie will sich weiterentwickeln", erklärte Strobls ehemaliger Chef, SWR-Intendant Peter Boudgoust (59) gegenüber der „Zeit“. usw.

  • @Gerd Hohn
    So wie Soros übrigens auch. Ich würde Ihren Beitrag "liken", wenn es einen Button gäbe.

  • Korr. : wie Trump Antisemitismus etc.

  • @Hohn, ich versteh dann immer nicht, wie ihm auch von deutschen Medien Antisemitismus vorgeworfen wurde ;-)

  • Man tritt sicher niemandem zu nahe, wenn man festhält, dass der designierte US-Finanzminister wie auch Trumps Schwiegersohn, der eng in den Politapparat eingebunden ist, Jude ist. Es ist immer wieder dasselbe: Der jüdische Einfluss auf das US-Establishment liegt über dem jüdischen Bevölkerungsanteil.

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