Stockende Gläubiger-Gespräche S&P rechnet „sehr bald“ mit Griechenland-Pleite

Griechenland schlingert auf eine Staatspleite zu, denn eine Einigung mit den Gläubigern ist nicht in Sicht. S&P hat kaum noch Hoffnung für die Griechen und warnt schon vor den Folgen eines ungeordneten Zahlungsausfalls.
Update: 16.01.2012 - 18:14 Uhr 9 Kommentare
Griechenland ist alles andere als über den Berg: Die Verhandlungen zum Schuldenschnitt ziehen sich weiter in die Länge. Quelle: dpa

Griechenland ist alles andere als über den Berg: Die Verhandlungen zum Schuldenschnitt ziehen sich weiter in die Länge.

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AthenGriechenland steht nach Einschätzung der Ratingagentur Standard & Poor's kurz vor einer Pleite. Wegen der hohen Verschuldung werde dies „sehr bald“ geschehen, sagte der Leiter des Länderbereichs Europa, Moritz Kraemer, am Montag Bloomberg TV. Eine ungeordnete Zahlungsunfähigkeit werde Auswirkungen auf andere Länder haben, deshalb versuche die Politik, dies zu verhindern. „Das Spiel ist noch nicht zu Ende“, sagte Kraemer.

Die Gespräche über die Gläubiger-Beteiligung stecken in einer Sackgasse und gefährden die Rettung Griechenlands. Die Regierung in Athen muss innerhalb von wenigen Tagen eine Einigung vorweisen, um nicht Ende März vor der Pleite zu stehen, wenn 14,5 Milliarden Euro an Anleihen fällig werden. S&P hatte erst am Freitag neun der 17 Euro-Staaten herabgestuft, darunter Frankreich.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble drängte die Finanzbranche zu Kompromissen in der Griechenland-Frage und forderte am Montag, die Banken dürften ihre Forderungen zum geplanten Anleiheumtausch nicht überziehen. Die Regierung in Athen muss innerhalb von wenigen Tagen eine Einigung vorweisen, um nicht Ende März vor der Pleite zu stehen, wenn 14,5 Milliarden Euro an Anleihen fällig werden.

Ministerpräsident Lukas Papademos versuchte offensichtlich gute Miene zum bösen Spiel zu machen und gab sich optimistisch. Er sei zuversichtlich, dass die Gespräche über die Gläubiger-Beteiligung binnen drei Wochen abgeschlossen werden könnten, sagte er in Athen. Trotz des baldigen Eintreffens der Troika von Vertretern der Europäischen Union (EU), der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Internationalen Währungsfonds (IWF) will sich Griechenland offenbar vorab mit dem IWF kurzschließen. Regierungskreisen zufolge reisten am Montag der Chef der Schuldenagentur und ein hochrangiger Berater nach Washington.

Die griechischen Probleme rückten wenige Tage nach der Herabstufung von neun Euro-Staaten durch die Ratingagentur Standard & Poor's wieder in den Mittelpunkt der Schuldenkrise. Die Differenzen zwischen der Regierung in Athen und den Gläubigern spiegelten sich auch in unterschiedlichen Aussagen wider.

Während Papademos eine Einigung innerhalb von drei Wochen für ausreichend hält, muss nach Einschätzung des Internationalen Bankenverbandes (IIF), der als Vertreter der privaten Gläubiger agiert, eine Grundsatzeinigung bis Ende dieser Woche auf den Tisch. Andernfalls wäre ein rechtzeitiger Abschluss nicht mehr machbar, sagte der IIF-Chef Charles Dallara.

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9 Kommentare zu "Stockende Gläubiger-Gespräche: S&P rechnet „sehr bald“ mit Griechenland-Pleite"

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  • Diese 14,5 Milliarden sind alte Schulden und es steht lange fest, dass diese im März fällig werden. Allerdings steht auch schon lange fest - wird aber trotzdem von der Politik geleugnet - das Griechenland nicht nur hoffnungslos überschuldet, sondern auch ohne Schulden nicht in der Lage wäre einen Haushaltsüberschuß zu erzielen. Die administrativen Strukturen sind marode bis korrupt-mafiös und die Wettbewerbsfähigkeit ist gleich Null. Trotzdem wage ich zu prognostizieren, dass munter weiter unser aller Geld für diesen Saustall verbrannt wird.

  • Es können mittlerweile kaum noch ein Staat die Schulden bedienen, die Zinsen erdrücken die Staaten und machen sie abhängig von den Banken. Deswegen sind diese Ratingsfirmen absolut erforderlich nur leider zu zurückhaltend in ihrer Bewertung und auch noch einseitig in ihrer Bewertung. Die Bewertung der USA, England, Japan müssten viel tiefer stehen. Die Daten die, die Staaten herausgeben sind alle gefälscht und erlogen und da sind mir die Ratingsfirmen lieber.

  • Alle, die an einer ungeordneten Insolvenz Griechenland interessiert sind schielen wahrscheinlich auch auf die Aiszahlungen der Kredit-Ausfall-Versicherungen, die dann fällig werden und aufgeteilt werden, hoffentlich nicht auch an griechische Politiker als "Belohnung". Also dann gibt es zum Glück keinen Schuldenschnitt 50 %, nur die Versicherung, die die CDS auszahlen muss hat dann den riesigen schwarzen Peter (JP-Morgan ?).

  • Meine Nachbarn haben 3 Kinder und sind beide arbeitslos. Sie reisen 3 mal jährlich je 2-3 Wochen in den Urlaub.
    Das geht.. Deutschland ist ein Sozialstaat.
    Warum wird der Sozialstaat in Deutschland so verteidigt und auf Europäischen Ebene nicht?

    Ich wäre für Konsistenz!

  • Welche Sicherheiten haben unsere Politiker für die überwiesenen Gelder eingeplant?

    Ist es nicht bald an der Zeit, dass Profis sich um die Eurorettung kümmern und die, die keine Ahnung haben, sich zurückhalten.

    Wenn die Politiker die sogenannte Transaktionssteuer als Beitrag der Schuldigen am Desaster einführen wollen, dann stellt sich die Frage, weshalb die Politiker ausgerechnet den kleinen Aktiensparern die Last aufbürden und sie ungeschoren davon kommen wollen.

    Wenn nach Schuld und Unschuld Beiträge erhoben werden sollen, dann sind deren Diäten und Pensionen aber alternativlos eingezogen.

    Gibt es noch schwachsinnigere Begründungen?

  • Roland aus Mainz:
    wie ich bereits mehrmals in Kommentaren dargelegt habe, versucht S&P mit dieser Einschätzung zu Griechenland Schmiergelder zu erhalten. Wie muss es einem Unternehmen schlecht gehen, wie S&P zu derartigen Schritten greifen muss? Ich gehe davon aus, dass S&P dieses Jahr nicht überstehen wird. In einigen Kommentaren habe ich bereits auf die Einnahmestrukturen der Ratingagenturen in den USA hingewiesen. Ich wiederhole mich, indem ich darauf hinweise, dass die drei US-Ratingagenturen massiv Personal abbauen. Es geschieht leise und bei S&P stehen ca. 700 Stellen zu Disposition. Bei den anderen Agenturen werden Kündigungen mit Abfindungen realisiert.
    Also warum diese Panik? Ich erwarte endlich, vollständige Artikel im Handelsblatt incl. Hintergrundinformationen zu den Themen.

  • Europa ist unbezahlbar - aber steht Gott sei Dank ja auch nicht zum Verkauf. Der Euro hingegen wird nicht mal geschenkt mehr Freunde finden; er sollte sterben damit Europa leben kann!

  • Wieviel ist die EU wert?
    Bitte mal Schätzungen abgeben!

  • Die Gespräche über die Gläubiger-Beteiligung stecken in einer Sackgasse und gefährden die Rettung Griechenlands. Die Regierung in Athen muss innerhalb von wenigen Tagen eine Einigung vorweisen, um nicht Ende März vor der Pleite zu stehen,… /Zitat)

    Solche Sätze kommen in konstanten Abständen laufend jetzt. Mit den Rettungsschirmen scheint etwas nicht in Ordnung zu sein oder liegt die Sache tiefer, d.h. ist es Europa selbst? Wenn es also – wie hier u.a. heißt …... , 14,5 Milliarden Euro an Anleihen fällig werden. Sieht man wie die Summen wachsen. Mindestens ein Wachstum scheint es in diesem Land zu geben? Na- ja bis dann - also bis zur nächsten fälligen Summe!

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