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Strafzölle USA und China setzen Handelskrieg vorerst aus

Die USA und China treten auf die Bremse. Nach dem G20-Gipfel haben sich die Staatsoberhäupter darauf verständigt, die Strafzölle nicht auszuweiten.
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Mehr als zwei Stunden verhandelten die US-amerikanische und die chinesische Delegation, bis sie zu einem Ergebnis kamen. Quelle: AP
Donald Trump und Xi Jinping beim Abendessen

Mehr als zwei Stunden verhandelten die US-amerikanische und die chinesische Delegation, bis sie zu einem Ergebnis kamen.

(Foto: AP)

PekingDas Abendessen zog sich länger hin als geplant. Mehr als zwei Stunden verhandelten US-Präsident Donald Trump und der chinesische Staatspräsident Xi Jinping mit ihren jeweiligen Delegationen an einer Einigung im Handelskonflikt zwischen den zwei größten Volkswirtschaften der Welt. Erst dann gelangten die ersten Nachrichten nach außen: es sei eine Einigung erzielt worden.

Auf einer Pressekonferenz teilte der chinesische Außenminister Wang Yi mit, dass die Gespräche „sehr positiv und konstruktiv“ gewesen seien. Das Weiße Haus nannte sie „sehr erfolgreich“.

Konkret vereinbarten beide Seiten, dass Trump in den kommenden 90 Tagen – anders als angedroht – keine weiteren Zölle auf chinesische Ware erheben oder die bestehenden erhöhen werde. Im Gegenzug, so teilte das Weiße Haus mit, werde China „sofort landwirtschaftliche Produkte“ aus den USA kaufen.

Außerdem werde China künftig seine Importe aus den USA ausweiten, „um schrittweise die Handelsungleichgewichte abzumildern“, sagte Wang. Laut Washington gehe es dabei um Waren aus dem Energie-, Industrie- und Landwirtschaftssektor. Beide Seiten wollen weitere Verhandlungen aufnehmen, mit dem Ziel, alle bisher verhängten Strafzölle zu beseitigen.

Laut Mitteilung des Weißen Hauses habe Xi zudem zugestimmt, eine Genehmigung für die zuvor gescheiterte Übernahme von NXP durch Qualcomm zu erteilen, sollte ihm der Antrag noch einmal vorgelegt werden. Des weiteren habe Xi in einer „wunderbar humanitären Geste zugestimmt“, Fentanyl als kontrollierte Substanz dem Betäubungsmittelgesetz zu unterwerfen.

Die USA haben seit langem auf diese Einordnung gedrängt, da das meiste Fentanyl in den USA aus chinesischer Produktion stammt. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, sagte, durch Xis Zusage würden künftig Personen, „die Fentanyl in den USA verkaufen, der gesetzlichen chinesischen Höchststrafe“ unterworfen.

Das synthetische Opioid Fentanyl wird in der Medizin als Mittel zur Behandlung akuter und chronischer Schmerzen sowie in der Anästhesie eingesetzt. Es ist 50 mal stärker als Heroin und ist in vielen Ländern Betäubungsmittel- oder Suchtmittelgesetzen unterworfen. In den USA starben 2017 rund 72.000 Menschen an einer Drogenüberdosis. Der Anstieg ist hauptsächlich auf den Gebrauch des synthetischen Opioid Fentanyl zurückzuführen.

Chinas Präsident verwies zu Beginn des Treffens auf eine gemeinsame Verantwortung der beiden größten Volkswirtschaften in der Welt. „Nur mit Kooperation zwischen uns können wir den Interessen des Weltfriedens und Wohlstands dienen“, sagte Xi.

Am Ende des Abendessens hätten beide Delegationen applaudiert, berichtete die „South China Morning Post“. Man habe außerdem noch für ein Gruppenfoto posiert, was eigentlich nicht im Ablauf vorgesehen worden war. US-Wirtschaftsberater Larry Kudlow sagte, dass Treffen sei „sehr gut“ verlaufen.

Die Einigung dürfte von den Finanzmärkten vorerst mit Erleichterung aufgenommen werden. Der Handelskrieg lässt seit Monaten die Börsen in den USA und China zittern, verunsichert die Industrie und bedroht das Wachstum der Weltwirtschaft.

Im Sommer hatte die US-Regierung massive Handelsbarrieren hochgezogen und Importzölle auf chinesische Waren im Wert von 250 Milliarden US-Dollar verhängt. China rächte sich mit Einfuhrabgaben auf Waren im Wert von 110 Milliarden US-Dollar. Trump drohte mit einer weiteren Runde in Höhe von 267 Milliarden US-Dollar, was faktisch alle China-Exporte in die USA betreffen würde.

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