Strauss-Kahn bleibt in U-Haft „Wir werden beweisen, dass er unschuldig ist“

Eine Millionen-Kaution und sogar elektronische Fußfesseln hatten seine Anwälte angeboten - doch es half nichts: IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn bleibt in U-Haft. Hoffnung gibt den Anwälten ein angebliches Alibi.
Update: 16.05.2011 - 22:08 Uhr 12 Kommentare
Strauss-Kahns erster Auftritt vor Gericht
IMF chief Dominique Strauss-Kahn appears in Manhattan Criminal Court during his arraignment in New York
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Unrasiert und deutlich angeschlagen erschien Dominique Strauss-Kahn zur ersten Anhörung vor Gericht.

Dominique Strauss-Kahn, Benjamin Brafman, Artie McConnell
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Der Staatsanwalt Artie McConnal verliest die Klageschrift: Dominique Strauss-Kahn werden sechs Punkte zur Last gelegt.

IMF director general Strauss-Kahn
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Der schwerwiegendste Anklagepunkt ist „sexuelle Belästigung ersten Grades“. Dafür drohen dem Franzosen laut Anklage 25 Jahre Haft.

IMF chief Dominique Strauss-Kahn appears in Manhattan Criminal Court during his arraignment in New York
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Der Anklageschrift hört Strauss-Kahn regungslos zu. Das Protokoll beschreibt den Vorfall: „Er griff dem Opfer ohne Einwilligung an die Brust, versuchte, die Strumpfhose herunterzuziehen und griff ihm in den Schritt. Sein Penis hatte gewaltsam zweimal Kontakt mit dem Mund des Opfers.“

IMF chief Dominique Strauss-Kahn appears in Manhattan Criminal Court during his arraignment in New York
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Strauss-Kahns Anwalt Benjamin Brafman ist kein Unbekannter. Er vertrat bereits Michael Jackson und den Rapper Puff Daddy.

Melissa Jackson
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Richterin bei der Anhörung war Melissa Jackson. Sie ordnete Untersuchungshaft an, zumindest bis zum nächsten Gerichtstermin.

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Neben der „sexuellen Belästigung ersten Grades“ wirft man Strauss-Kahn „versuchte Vergewaltigung ersten Grades“ vor. Dafür könnten 15 Jahre verhängt werden.

New YorkDer graue, verregnete Himmel über New York dürfte dem Gemütszustand von Dominique Strauss-Kahn an diesem Montag entsprochen haben: Der Spitzenpolitiker wirkte übermüdet und verbittert, als er im Gerichtssaal in Downtown Manhattan auf seine Anhörung wartet. Mit steinerner Miene verfolgt er, wie der Staatsanwalt die lange Liste an Vorwürfen gegen ihn vorliest.

Nach wenigen Minuten ist klar: Strauss-Kahn bleibt vorerst in Haft, die Richterin lehnt eine Kaution ab. Die Anwälte Strauss-Kahns plädierten später für ihren sichtlich übermüdeten Mandanten auf nicht schuldig. "Wir werden beweisen, dass er unschuldig ist", sagte einer der Anwälte vor dem Gerichtsgebäude nach der kurzen Anhörung. "Wir müssen jetzt dafür sorgen, dass er einen fairen Prozess bekommt. Dann werden wir alle Vorwürfe gegen unseren Mandanten entkräften." Die Anwälte hatten auch angeboten, dass Strauss-Kahn eine elektronische Fußfessel tragen werde, sollte er auf Kaution freikommen.

Rätsel gaben derweil Berichte über ein angebliches Alibi auf. Schon in den frühen Morgenstunden war der 62-Jährige in das Gericht gebracht worden, um mit den Vorwürfen konfrontiert zu werden: Versuchte Vergewaltigung, sexueller Missbrauch und Nötigung. Das Opfer ist laut Anklageschrift ein 32-jähriges Zimmermädchen des Sofitel-Hotels in Midtown Manhattan, in dem Strauss-Kahn am Wochenende übernachtet hatte. Strauss-Kahn erwarten nun laut Staatsanwaltschaft bis zu 25 Jahre Gefängnis, sollte er schuldig gesprochen werden.

Strauss-Kahn war im hellblauen Hemd und mit dunkler Jacke vor der Richterin erschienen. Ihm zur Seite stand sein Anwalt Benjamin Brafman, der schon Michael Jackson und Rapper P. Diddy vertreten hatte. "Unsere Absicht ist es, seinen Namen reinzuwaschen", sagte Anwalt Brafman später in die zahlreichen Fernsehkameras, die vor dem Gerichtsgebäude warteten. Eine erfahrene Gerichtsreporterin sagte, einen dermaßen großen Auflauf an internationaler Presse habe sie noch nicht erlebt.

Strauss-Kahn hatte am späten Vormittag New Yorker Zeit wie alle Angeklagten auf einer Bank im Gerichtssaal Platz nehmen müssen, um darauf zu warten, dass sein Fall aufgerufen wird. Neben ihm saßen mutmaßliche Drogendealer und andere Verdächtige. Der Top-Banker schwieg.

Kann das Alibi DSK retten?
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12 Kommentare zu "Strauss-Kahn bleibt in U-Haft: „Wir werden beweisen, dass er unschuldig ist“ "

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  • Sicher ist Vorverurteilung nicht angebracht, auch ! eil in einem Land wie den USA Entschädigungsleistungen sehr große Summe umfassen können: da hat man ausgesorgt, grade wenn der mutmaßliche Täter der Chef einer sehr großen Instititution ist. Aber wer wie Straus-Khan in solche Höhen empor gebracht hat, ist menschlich nicht selten ein "Chrakterschwein". Es gibt zahllose Beispiel aus Politik, Sport, Wirtschaft. Auch wenn die meisten ihre persönliche Untiefen nicht durch gemeine krminalität offenbaren.

  • Guten Tag,.... Bitte nehmen Sie mir nicht uebel dass ich hoffe dass dieser Lump zu Dauerwurst verarbeitet wird. Er hat dutzende solcher Geschichten auf dem Buckel. In keinem anderen Land als bei der * Grande Nation * waere so was toleriert worden. Der Teufel hohle Ihn. Jedoch gleube Ich dass er dem sogar noch zu schlecht ist. Ich bin Franzoesischstaemmig und habe ueber die Haelfte meines Lebens fuer diese Wichser gearbeitet. Arbeitsscheu, verlogen und korrupt. Der kleine Teufel im Elysée ist auch nicht besser. Hoert endlich auf Frankreich durch die Rosa Brille zu betrachten. In Amerika oder Deutschland waere dieser Mistkaefer laengst enteiert worden. In Amerika duerfen Sie fast alles;.... nur sollte mann sich nicht mit der Fahne den Hintern oeffentlich abwischen;... und schon gar nicht gegen die *pruederie* verstossen. Uebrigens hat Californien auch schon eine Antrag auf Beibehaltung der Inhaftierung gestellt. Der Angeber konnte seinen Schwa.. noch nie zuegeln.Nehmen Sie ruhig schon mae ein bisschen Abstand;... denn wer sich zu lange mit Scheisse abgibt der riecht bald auch danach. Besten Dank

  • Das erinnert an den Film "Die Glücksritter" mit Eddie Murphy und Dan Aykroyd.
    -Eine Afrikanerin aus der Bronx- eine tolle Besetzung.

    Nein, da muß mehr aufgetischt werden als einseitige Behauptungen.

  • Der 62 jährige DSK scheint wie der Fall hier gerade geschildert wird, ein jederzeit zur allen Sexpraktiken bereiter Mann zu sein, wahllos und übergeil mit dem sexuellen Verhalten eines 24 jährigen.

    Das passt zu keinem 62 jährigen, was das Zimmermädchen schildert, ein Franzose ganz ohne Manieren?

  • wir leben in einer welt in der jeder von jedem - verzeihung, von jeder - in den ruin getrieben werden kann. der wetterfrosch wurde von seiner beleidigten mätresse angezeigt und jetzt das. ist nicht jeder unschuldig, bis seine schuld bewiesen ist?

  • Das Profil eines Verführers ist nicht zwangshaft das eines Vergewaltigers. Ein 5-Minütiges Abenteuer am Badewannenrand ist für einen jungen Mann möglich, aber für einen 62-jährigen, unsportlichen Mann kaum, ja unmöglich. Der Fall Assange von Wikileaks wurde ähnlich konstruiert.

  • @Jerry

    Zitat:"In Deutschland bekommen die gemeinsten Mörder wie U-Bahn-Schläger, Kindermörder maximal 5-10 Jahre."

    Dann bin ich aber der Meinung, dass hier die Strafen DEUTLICH hochgesetzt werden müssen!

  • auch O.J. Simpson konnte mit einem Staranwalt seine "Unschuld" beweisen.
    Man muss nur genuegend Geld haben.

  • Bei den möglichen Strafen ist jeder Besuch der USA ein absurdes Unterfangen. Versuchte Gewaltigung, also nicht vollzigen und eine Freiheitsberaubung von maximal 20 Minuten bedeuten mögliche 25 Jahre Gefängnis; ein völlig absureder Schwachsinn.
    In Deutschland bekommen die gemeinsten Mörder wie U-Bahn-Schläger, Kindermörder maximal 5-10 Jahre.
    Amerika verkommt zu einem absurden hochsicherheits-Theater.
    Ich werde deshalb keine Reise mehr in die USA unternehmen.

  • Muss das ein Zimmermädchen sein. Und die blieb so lange unbelästigt?

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