Streiks in Frankreich Hollande treibt Franzosen auf die Straße

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Viele Flüge wurden gestrichen

Die französische Regierung war den Gewerkschaften entgegengekommen und hatte am ursprünglichen Arbeitsgesetzentwurf mehrere Änderungen vorgenommen. Doch damit zog sie sich den Zorn der Unternehmerverbände zu. Vor allem die Vereinigung der kleineren und mittelgroßen Unternehmen war wütend und drohte damit, sich den Protesten anzuschließen. Arbeitsministerin Myriam El Khomri verhandelt nun mit den Unternehmensverbänden über Nachbesserungen in deren Sinn. Die Ministerin muss einen komplizierten politischen Slalomlauf absolvieren.

Betroffen vom Streik ist auch der Pariser Flughafen Orly, wo wegen eines Ausstands der Fluglotsen rund 20 Prozent der Flüge ausfallen. Der größere Pariser Airport – der Flughafen Charles de Gaulle – ist wohl nicht vom Streik betroffen. In Marseille dagegen wurden 30 Prozent der Flüge gestrichen.

Air France will auf den internationalen Strecken keine Flüge streichen. Dagegen verzichtet Ryanair auf 91 Starts. Die Fluggesellschaft hatte am Mittwoch kritisierte, dass die französischen Fluglotsen den 43. Streik in sieben Jahren organisierten und den zweiten in zehn Tagen. Hunderttausende von Passagieren seien durch „egoistische Streiks“ betroffen. Es sei an der Zeit, dass die EU-Kommission die „Interessen der Fluggäste schützt vor den französischen Gewerkschaften.“

Bei der Bahn fand der komplette Verkehr auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken (TGV) statt, nur im Norden gab es Einschränkungen. Dagegen fiel einer von zwei Regionalzügen im Großraum Paris aus. Der Bahnbetreiber SNCF rechnete damit, dass etwa die Hälfte aller Regionalzüge und auch einige TGV-Fernverkehrszüge ausfallen.

Auch bei den S-Bahnen (RER), die morgens einen großen Teil der Pendler in die Metropole bringen, war der Verkehr teils zu 50 Prozent oder mehr beeinträchtigt.

Bei der Métro dagegen fuhren neun von zehn Zügen. Viele Zeitungen erschienen nicht in gedruckter Form, weil die Druckereien bestreikt wurden. Auch Schüler und Studenten beteiligen sich an der Auseinandersetzung.

Das Land ist allerdings trotz der Streiks weit davon entfernt, lahm gelegt zu sein, wie es die zum Arbeitskampf aufrufenden Gewerkschaften gerne sehen würden.

Was Ökonomen von der Arbeitsmarktreform halten
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