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Streit im Südchinesischen Meer China warnt US-Überwachungsflugzeug

Die Lage im Südchinesischen Meer ist heikel. China baut Einrichtungen auf umstrittenen Inseln, während die USA ihre militärische Präsenz demonstrativ verstärken. Wachsen die Spannungen zwischen den Rivalen?
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Sechs Länder erheben ganz oder teilweise Anspruch auf die Spratly-Inselgruppe im Südchinesischen Meer: China, Vietnam, Taiwan, Brunei, Malaysia und die Philippinen. Quelle: ap
Umstrittene Inseln

Sechs Länder erheben ganz oder teilweise Anspruch auf die Spratly-Inselgruppe im Südchinesischen Meer: China, Vietnam, Taiwan, Brunei, Malaysia und die Philippinen.

(Foto: ap)

Peking Im Territorialstreit zwischen China und seinen Nachbarn um Inseln und Riffe im Südchinesischen Meer ist es zu einem Zwischenfall zwischen China und den USA gekommen. Die chinesische Marine warnte ein amerikanisches Überwachungsflugzeug am Mittwoch achtmal und forderte es auf, das umstrittene Gebiet um neu aufgeschüttete Inselposten zu verlassen, wie der US-Fernsehsender CNN am Donnerstag berichtete. Der Pilot des P8-A-Poseidon-Fliegers weigerte sich demnach und verwies darauf, dass er sich in internationalem Luftraum befinde.

Das US-Militär hatte ein CNN-Team an Bord des Flugzeugs genommen, um Bewusstsein für seine Herausforderungen in dem strittigen Seegebiet zu schaffen. Chinas Außenministerium verteidigte das Vorgehen an den Inseln, über die China „unbestreitbare Souveränität“ ausübe. China habe das Recht, das Gebiet zu überwachen, „um die nationale Sicherheit zu wahren und Zwischenfälle auf See zu vermeiden“, sagte Außenamtssprecher Hong Lei in Peking. Andere Länder sollten Chinas Position respektieren, und die Lage nicht komplizierter machen.

China gewinnt verstärkt Land an kleinen Atollen und Riffen oder baut Anlagen, um seine territorialen Ansprüche zu bekräftigen, während die USA demonstrativ ihre Präsenz mit Flugzeugen ausweiten und möglicherweise auch Schiffe schicken wollen. „Hier ist die chinesische Marine ... hier ist die chinesische Marine ... gehen sie bitte schnell weg ... um Missverständnisse zu vermeiden“, zitierte CNN aus den englischsprachigen Funksprüchen. „Gehen sie weg!“

Die USA erkennen den Territorialanspruch Chinas weit ab von seiner Küste nicht an. In dem Gebiet werden große Bodenschätze vermutet, liegen wichtige Schifffahrtswege. Auch Vietnam, die Philippinen, Malaysia, Brunei und Taiwan erheben ganz oder teilweise Ansprüche auf die Inseln, Korallen-Riffe oder Sandbänke.

„Beide Seiten sind ziemlich zurückhaltend und nehmen defensive Haltungen ein - keiner ist offensiv“, sagte der Militärexperte Zhao Chu, Vizedirektor des Shanghaier Instituts für Strategie und Verteidigung der Deutschen Presse-Agentur. Von einem militärischen Konflikt wollte der Experte nicht sprechen: „Es ist eher symbolisch.“

Nach US-Angaben hat China damit begonnen, bei den Spratly-Inseln an fünf Stellen Land zu gewinnen und Konstruktionen zu errichten, wo vorher nur Korallenriffe und Sandbänke waren. Nach Angaben der US-Denkfabrik Foreign Policy Research Institut (FPRI) wurden in zwei Jahren 800 Hektar neues Land geschaffen.

US-Experten gehen davon aus, dass Hafeneinrichtungen, Kommunikations- und Überwachungsanlagen und mindestens eine Landbahn gebaut werden. Außenamtssprecher Hong Lei sprach von Einrichtungen für Meeresforschung, Fischerei, Wetterbeobachtung und Katastrophenschutz. Auch hat China seine Präsenz mit Schiffen verstärkt.

2001 entwickelte sich eine Krise zwischen den USA und China aus einem Zwischenfall mit einem Aufklärungsflugzeug in dem Gebiet. Nach einer Kollision mit dem US-Flieger war ein chinesischer Kampfjet abgestürzt und die amerikanische Maschine auf der südchinesischen Insel Hainan notgelandet. Die 24-köpfige Besatzung wurde elf Tage festgehalten.

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  • dpa
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