Streit um Bankenbeteiligung Silvio Berlusconi verklagt die EZB

Die EZB hat die Finanzholding Fininvest angewiesen, ihren Anteil an der italienischen Banca Mediolanum zu kappen. Das will die Berlusconi-Gesellschaft aber nicht hinnehmen. Nun geht der Clinch in die nächste Runde.
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Die Finanzholding Fininvest will die Entscheidung der EZB nicht hinnehmen. Quelle: AFP
Silvio Berlusconi

Die Finanzholding Fininvest will die Entscheidung der EZB nicht hinnehmen.

(Foto: AFP)

FrankfurtDer Clinch zwischen Italiens früherem Regierungschef Silvio Berlusconi und der Europäischen Zentralbank (EZB) geht in die nächste Runde. Berlusconi und seine Finanzholding Fininvest haben am 23. Dezember beim Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) Klage gegen die EZB eingereicht, wie aus einer am Freitag auf der Webseite des Gerichts einsehbaren Notiz hervorgeht. Einzelheiten zu dem Fall nannte das Gericht auf seiner Webseite nicht. Die EZB lehnte eine Stellungnahme ab.

Im Oktober war bekannt geworden, dass die EZB-Bankenaufseher eine Großbeteiligung von Berlusconis Finanzholding an der italienischen Banca Mediolanum für nicht zulässig erklärt hatte. Fininvest hatte daraufhin angekündigt, sich dagegen zur Wehr setzen zu wollen.

Skandale, Comebacks und ein großes Ego
Rückzug
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Der Mann, der Italien über Jahre als Regierungschef mit seinem Ego, seinen kraftvollen Sprüchen und Sex-Skandalen prägte, scheint ganz leise seinen Rückzug vorzubereiten. In Umfragen kommt Berlusconis Forza Italia (FI) nur noch auf zehn bis zwölf Prozent. Es wird spekuliert, der Milliardär wolle sich nach seiner Herz-OP ganz aus der Politik zurückziehen. Berlusconi blickt auf ein ereignisreiches Leben zurück.

Quelle: dpa

Der Entertainer
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Der 1936 in Mailand geborene Berlusconi machte zunächst Karriere als Entertainer auf Kreuzfahrtschiffen. Später stieg Berlusconi ins Baugeschäft ein und baute schließlich ein Medienimperium auf. Aber auch das füllte den Lebemann nicht aus, sodass er sich in der Politik versuchte – mit Erfolg.

Skandalträchtiger Politiker
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1994 gründete er seine Partei Forza Italia und wurde kurz darauf Regierungschef. Schlagzeilen machte Berlusconi in den folgenden Jahren jedoch nicht nur mit seinen politischen Erfolgen.

Regierungszeit
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Mit 3340 Tagen regierte Berlusconi so lange wie kein anderer in der Geschichte der Italienischen Republik. Sowohl der Partei als auch den Wählern fällt der Abschied vom Phänomen Berlusconi schwer. Umfragen zufolge wollen zwei Drittel der Forza-Italia-Wähler, dass Berlusconi die Partei weiter anführt.

Skandale
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Schlagzeilen machte Berlusconi nicht nur mit seinen politischen Erfolgen, sondern vor allem mit seinen Skandalen. So pflegte er etwa eine Männerfreundschaft mit Libyens Ex-Staatschef Muammar al-Gaddafi. Einen Riesen-Skandal löste Berlusconi aus, als er den EU-Politiker Martin Schulz als Idealbesetzung für einen KZ-Aufseher beschimpfte. Vor allem sorgte Berlusconi aber mit seinen Affären für Aufssehen.

Silvio und die Frauen
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Berlusconi und seine Ex-Frau Veronica Lario. Seine Vorliebe für junge Frauen wurden dem 1,64 Meter großen Berlusconi oft zum Verhängnis. Die Scheidung von Veronica Lario, die sich wegen seiner Untreue von ihm trennte, kostet ihn jede Menge Geld. Im Herbst soll ein Gericht entscheiden, ob es bei 1,4 Millionen Euro monatlich bleibt.

Der Cavaliere und das Mädchen
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Die Beziehung zu der damals 18-jährigen Schülerin Noemi Letizia sorgte für Kopfschütteln, nicht nur im Heimatland Italien. Silvio Berlusconi soll das Mädchen zum 18. Geburtstag besucht haben und sie mit einer kostbaren Halskette reich beschenkt haben. Noemi nannte den Politiker im Gegenzug stets „Papi“. Dass das Mädchen für ihn nur wie eine Tochter war, wollte jedoch keiner so recht glauben.

Die EZB-Bankenwächter waren vergangenes Jahr mit ihrer Entscheidung der Bank von Italien zur Seite gesprungen. Italiens Notenbank hatte die Berlusconi-Gesellschaft 2014 angewiesen, ihren Anteil an Banca Mediolanum zu kappen. Der Grund: Berlusconi war wegen Steuerbetrugs rechtskräftig verurteilt worden.

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