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Streit um Corona-Impfstoff Frankreichs Präsident Macron spricht mit Sanofi-Spitzenmanagern

Emmanuel Macron fordert, dass der Impfstoff öffentliches Gut sein soll. Die führenden Manager des Pharmakonzerns bestätigen das nun.
19.05.2020 - 21:49 Uhr Kommentieren
Frankreichs Premier fordert, dass Sanofi einen möglichen Impfstoff allen Nationen zur Verfügung stellt. Quelle: Reuters
Emmanuel Macron

Frankreichs Premier fordert, dass Sanofi einen möglichen Impfstoff allen Nationen zur Verfügung stellt.

(Foto: Reuters)

Paris Nach Irritationen über den künftigen Corona-Impfstoff und eine mögliche Bevorzugung der USA hat Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron Spitzenvertreter des Pharmakonzerns Sanofi empfangen. Bei dem rund 45-minütigen Treffen waren Generaldirektor Paul Hudson, Präsident Serge Weinberg und auch Frankreich-Chef Olivier Bogillot dabei, wie Kreise des Élysée am Dienstag in Paris bestätigten. In dem Gespräch sei es primär um den Entwicklungsstand eines Impfstoffes gegangen, hieß es.

Die Sanofi-Chefs teilten demnach die Forderung Macrons, dass das Impfmittel ein globales öffentliches Gut sein müsse. Auch in der Ansicht, dass Europa eine stärkere Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich brauche, stimme man überein. Macron hatte diese erst am Montag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gefordert. Die Sanofi-Gruppe fühle sich ihrer Präsenz in Frankreich verpflichtet, erklärten die Élyséekreise.

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Topmanager Hudson hatte in der vergangenen Woche in Frankreich eine Welle der Entrüstung ausgelöst. Anlass war ein Interview mit der US-Finanznachrichtenagentur Bloomberg gewesen – dabei machte Hudson nach Agenturangaben deutlich, die USA hätten wegen früher Unterstützung der Forschung bei dem Impfstoff Vorrang.

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    Später relativierte Hudson seine Äußerungen und teilte mit, ein künftiger Impfstoff gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 solle allen angeboten werden. Macron pocht darauf, dass der Impfstoff ein öffentliches Gut und der „Logik der Märkte“ entzogen werden müsse. Gemeinsam mit Merkel hatte er betont, dass Europa auch bei Impfstoffen mit einer Stimme sprechen und einen europäischen und globalen Zugang sicherstellen müsse.

    In den USA ist der Impfstoff ein großes Thema: Nach Auffassung von Macrons US-Kollegen Donald Trump handelt es sich um die größte Anstrengung seit dem Zweiten Weltkrieg. „Es hat in der Geschichte noch nie so ein Impfstoffprojekt gegeben wie dieses“, hatte der Herr des Weißen Hauses Ende vergangener Woche erklärt. „Seit dem Zweiten Weltkrieg hat niemand mehr so etwas gesehen, wie wir es jetzt in unserem Land tun. Unglaublich.“

    Laut einer Mitteilung von Sanofi und GlaxoSmithKline vom April wollen die beiden Konzerne gemeinsam an einem Impfstoff gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 arbeiten. Sollten Tests erfolgreich verlaufen, könnte ein Impfstoff in der zweiten Jahreshälfte 2021 verfügbar sein.

    Mehr: Experten warnen vor nationalen Alleingängen bei der Impfstoffentwicklung.

    • dpa
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