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Streit um deutsche Autoindustrie Trump poltert – doch in den USA gibt es Lob

Auf internationaler Bühne schimpft US-Präsident Trump auf die deutsche Autoindustrie. Ein Besuch von Wirtschaftsministerin Zypries in South Carolina zeigt: In den Bundesstaaten sieht man die Deutschen ganz anders.
26.05.2017 Update: 26.05.2017 - 10:39 Uhr 8 Kommentare

Zypries: „Wir müssen hier noch sehr viel lernen“

Greenville Brigitte Zypries' Plan geht auf. „Wir werden sicherstellen, dass die Gesetze die großartigen Beziehungen unserer Länder widerspiegeln“, verspricht Henry McMaster, republikanischer Gouverneur des US-Bundesstaats South Carolina, am Donnerstag nach einem Treffen mit der Bundeswirtschaftsministerin. Der Satz ist ein Versprechen, sich gegen Handelsbarrieren, die deutschen Unternehmen schaden könnten, in Washington einzusetzen. Wegen Hoffnungszeichen wie diesem ist Zypries am vorletzten Tag ihrer USA-Reise am Donnerstag in den Süden der USA gereist.

Zypries setzt im Kampf gegen Handelsbeschränkungen durch die Regierung unter US-Präsident Donald Trump auch auf neue Verbündete auf bundesstaatlicher Ebene. Ihr Argument: Deutsche Firmen schaffen Arbeitsplätze – aber nur dann, wenn sie nicht mit neuen Strafsteuern belegt werden. Und die Gouverneure können kein Interesse haben, Arbeitsplätze in ihren Ländern zu verlieren.

Wo Trump sparen will – und wo er mehr ausgibt
Donald Trump im Oval Office
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US-Präsident Donald Trump hat einen Haushaltsplan für die kommenden zehn Jahre und einen Entwurf für das Steuerjahr 2018 mit Ausgaben von 4,1 Billionen Dollar (3,65 Billionen Euro) vorgelegt. Hier ein Überblick, welche Ministerien und welche Behörden im kommenden Jahr mehr bekommen sollen – und welche weniger.

(Foto: AP)
Außenministerium: minus 31,7 Prozent
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Gesamtausgaben: 40,2 Milliarden Dollar

Das Außenministerium (im Bild: die US-Botschaft in Berlin) müsste empfindliche Einbußen hinnehmen. Unter anderem soll es kein Geld mehr für das Kinderhilfswerk Unicef sowie Kürzungen bei anderen internationalen Organisationen geben. Gestrichen werden soll auch ein Posten von 1,6 Milliarden Dollar für den Kampf gegen den Klimawandel.

(Foto: dpa)
Verteidigung: plus 3,3 Prozent
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Gesamtausgaben: 647 Milliarden Dollar

Nicht gekürzt, sondern sogar noch erhöht werden soll das Budget des Pentagon (im Bild: Flugzeugträger USS Carl Vinson). Neben einem höheren Sold von 2,1 Prozent für Soldaten und der Anschaffung neuer F/A-18-Kampfjets sieht die Vorlage die Schließung mehrerer Militärstützpunkte vor. Die lehnt der Kongress aber routinemäßig ab.

(Foto: dpa)
Heimatschutz: minus 3,2 Prozent
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Gesamtausgaben: 49,4 Milliarden Dollar

Die Vorlage beinhaltet 2,6 Milliarden Dollar für den Grenzschutz. Darin inbegriffen ist eine Anzahlung für die von Trump versprochene Mauer an der Grenze zu Mexiko. Gespart werden soll bei staatlichen Zuschüssen, die von der Katastrophenschutzbehörde Fema verwaltet werden. Im Bild: Beamter der Customs and Border Protection an der Grenze zwischen Mexiko und Kalifornien.

(Foto: Reuters)
Finanzen: plus 6,7 Prozent
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Gesamtausgaben: 601 Milliarden Dollar

Um 2,1 Prozent weniger bekommt dem Plan zufolge die Steuerbehörde IRS (Bild: Bogen für die US-Steuererklärung). Mehr soll es für Cybersicherheit und zur Umsetzung eines Sanktionsprogramms gegen Terrorfinanzierung geben.

(Foto: AP)
Umweltschutzbehörde EPA: minus 31 Prozent
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Gesamtausgaben: 5,7 Milliarden Dollar

Die EPA war bereits im Wahlkampf in Trumps Visier. Nun soll das Budget der Umweltbehörde um fast ein Drittel gekürzt werden, wodurch mehr als 3800 Stellen wegfallen würden. Besonders gespart werden soll bei Programmen gegen Luft- und Wasserverschmutzung. Inflationsbereinigt wäre es das geringste EPA-Budget seit Mitte der 1970er Jahre. Im Bild: Der neue EPA-Chef Scott Pruitt, der sich zuvor als erbitterter Gegner der Behörde einen Namen gemacht hatte.

(Foto: AP)
Energie: minus 5,7 Prozent
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Gesamtausgaben: 28 Milliarden Dollar

Trump hat vor, über die kommenden zehn Jahre fast die Hälfte der strategischen US-Ölreserven (im Bild: Ölfeld im Bundesstaat New Mexico), 270 Millionen Barrel, zu verkaufen, um das Haushaltsdefizit zu reduzieren. Diese Reserve ist eigentlich für Notfälle gedacht und in unterirdischen Lagern in Louisiana und Texas gespeichert. Mehr Geld gibt es für die NNSA, die für die Wartung der Atomsprengköpfe zuständig ist.

(Foto: AP)

In South Carolina hat die Ministerin das perfekte Beispiel gefunden. In Spartanburg betreibt BMW seine weltgrößte Autofabrik. 1500 Autos werden hier täglich aus 3500 verschiedenen Teilen pro Auto zusammengesetzt. Werksleiter Knudt Flor rechnet vor, dass von der Fabrik direkt und indirekt 70.000 Arbeitsplätze abhängen.

Deutschland ist damit in South Carolina der größte ausländische Arbeitgeber. Die Arbeitslosigkeit ist verschwindend gering, die Stadt sehr gepflegt, vieles wurde erst vor wenigen Jahren gebaut. „South Carolina ist das beste Beispiel dafür, dass es eine gut entwickelte prosperierende Industrie gibt ohne diese ganzen Steuern über die wir jetzt auf bundesstaatlicher Ebene reden“, sagt Zypries.

Sie sucht Verbündete, die sich auf Bundesebene gegen Handelsschranken einsetzen, denn im Verhältnis zu Trump knirscht es mal wieder gewaltig. Wie „Spiegel Online“ berichtete, hatte sich der US-Präsident bei seinem Treffen mit der EU-Spitze in Brüssel mal wieder über den deutschen Handelsbilanzüberschuss beklagt. „Die Deutschen sind böse, sehr böse“, sollen seine Worte gewesen sein. „Schauen Sie sich die Millionen von Autos an, die sie in den USA verkaufen. Fürchterlich. Wir werden das stoppen.“

Ganz anders in South Carolina. Hier wird die deutsche Autoindustrie gelobt. „Wir ziehen an einem Strang“, versichert Zypries sichtlich zufrieden nach ihrem Gespräch mit Gouverneur McMaster in Spartanburg. „Die Gouverneure setzen sich für ihre Bundesstaaten ein“.

In South Carolina haben die deutschen Unternehmen andere Sorgen als Trumps Pläne, etwa die fehlenden Fachkräfte. Peter Federolf, Chef des deutschen Schraubenherstellers Baier und Michels, sieht den Wandel der Autobranche hin zu mehr Elektroautos als größere Bedrohung für Zulieferer wie sein Unternehmen, als die protektionistischen Drohgebärden der Regierung Trump. „Ich bin da relativ entspannt“, sagt er. Es werde eine Delle geben, aber Politiker kämen und gingen.

Wie zuversichtlich das Unternehmen ist, zeigt ein Blick in die Logistikniederlassung in Greenville, die Baier und Michels erst im September bezogen hat und die Zypries am Donnerstag besuchte. Viele der metallenen Hochregale warten darauf, mit neuen Produkten gefüllt zu werden, sehr viel Platz in der Halle ist noch überhaupt nicht genutzt. In dem kleinen Ort in Greenville scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Die Firma erwartet, in den USA noch sehr viel weiter zu wachsen – trotz Trump.

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8 Kommentare zu "Streit um deutsche Autoindustrie: Trump poltert – doch in den USA gibt es Lob"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wie hoch ist eigentlich das Handelsdefizit der USA bedingt durch den imensen

    DROGEN IMPORT , aus aller Herren Laender, ohne ein gueltiges SDS und Herkunfts-Zertifikat!!!!

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    Uebrigens: 90 % der American glauben, dass HEINEKEN ein
    Bier aus Deutschland ist.......und es deshalb sooo erfolgreich ist!
    Die Werbe-Branche laesst die Deppen auch noch in dem Glauben....
    ..wenn nun noch das Bier und zukuenftig Wacholder und Korn neben dem
    JAEGURMEISTUR dazu-kommen,
    Dan wird in USA die heilige IMPORT PROHIBITION ausgesprochen:

    wofuer ? ja fuer alkoholische Getraenke nebst AUTOMOBILEN & "LEADAR-HOSAN"

    Wenn Faulheit & Bequemlichkeit siegt, dan solten wir auch wieder zu DDR - Verhaeltnissen zurueckkehren....

    Griechenland ist dort schon angekommen & die Masse der AMIS ist nicht mehr weit entfernt von diesem Pardisischen ZUSTAND...
    aber eben bis an die Zaehne bewaffnet.....
    zu unserem Nachteil...

  • @ Niklas Rügge
    "und sein Verhalten Merkel gegenüber war lediglich...
    peinlich -für Ihn nicht Merkel ;o)"
    Merkel ist inzwischen eine der unpopulaersten Politiker ausserhalb Deutschlands. In Ungarn, Tschechei, Polen, Russland, Griechenland, GB und den USA. Durch Merklel hat isch Deutschland bei vielen westlichen Laendern und Russland sehr unbeliebt gemacht.

  • Handel funktioniert auf lange sicht nur wenn die Bilanzen halbwegs ausgeglichen sind. Ich weiss, das diese Tatsache nicht in deutsche Koepfe rein passt, deshalb wird Deutschland auch auf vielen seiner Forderungen sitzen bleiben, siehe Griechenland. Wer lernresistent ist der zahlt eben entsprechend Lehrgeld. Viele Kunden sind pleite und lassen anschreiben um Produkte aus Deutschland zu importieren. Es ist eine Illusion zu glauben das diese Konten jemals beglichen werden. Die Banken werden auf diesen Forderungen sitzen bleiben. Genauso lief das bisher auch bei der sogenannten Griechenland Rettung.

  • Wenn doch nun für die Firmen alles so toll läuft, wozu brauchen wir dann TTIP?
    Richtig, Großaktionäre und Geldelitzen kennen nur eine jährliche Steigerung des Gewinns, also müssen die Löhne runter, damit die Gewinne steigen, nichts anderes soll mit TTIP erreicht werden.
    Jeder neue Standard, der den Bürgern dienen würde, kann dann mit Klagen und Schadensersatzzahlungen überzogen werden.

    Jeder soll sich mal die Lohnentwicklung nach NAFTA in Mexiko und en USA anschauen. Stagnation auf voller Breite, wenn der Arbeitsplatz nicht ganz verloren gegangen ist.

  • >um Frechheit und Unverschämtheiten zu stoppen. <

    ich zweifele stark daran das Trump dazulernen wird . . .

    und sein Verhalten Merkel gegenüber war lediglich...
    peinlich -für Ihn nicht Merkel ;o)

  • "Ehremann Trump"

    LOL seit wann brechen "Ehrenmänner" permanent Ihr Wort
    und seit wann behandelt ein "Ehrenmann" Gespächspartner herablassend
    und und und...ließe sich noch länger fortsetzen

    aber jeder interpretiert Ehre eben anders . . .
    und mache verwechseln sie mit Ego

  • Wie naiv muss man eigentlich sein, wenn man denkt, dass Mr. Trump sich die frechen Beleidigungen von Steinmaier gefallen lässt. Steinmayer hatte derzeit den Ehremann Trump als Hassprediger bezeichnet. Und auch die Worte der etwas naiven Erika waren nicht gerade durch Respekt und Wertschätzung gekennzeichnet.

    Spätestens, als man bein Staatsbesuch von Merkel gesehen hat, dass Trump nur ehrhaften Personen die Hand schüttelt, sollte es doch wohl klar gewesen sein, dass Trump bald ausholen wird, um Frechheit und Unverschämtheiten zu stoppen.

    Die Deutsche wirtschaft wird nun die Suppe auslöffeln müssen, die Merkel und Steinmayer ihnen eingebrockt hat. Und das ist auch gut so. Es wäre Aufgabe der dt. Wirtschaftsbosse gewesen, dass sie das verderbliche Treiben der Polit-Entertainer zu stoppen.

    Aber wer Unrecht duldet, muss sich nicht wundern.

  • In dem ganzen Rauschen der Medien und der Marionetten (Politiker) vergisst man offensichtlich das Offensichtliche...Deutsche Arbeitnehmer erhalten durch ihr Gehalt immer weniger Kaufkraft, wenn man inflationsbereinigt die Gehaltserhöhungen der letzten 2-3 Jahrzente betrachtet. Deutschland ist Exportweltmeister und die USA zahlen mit Monopolygeld. Anders als Monopolygeld kann man das nicht sehen, wenn man sich bewusst ist, dass die USA diese Schulden niemals zurückzahlen werden. Für die heutigen deutschen Arbeitnehmer heißt das sich versklaven und für leere Versprechen arbeiten. Das weiß auch Trump und wenn er angeblich sagt, dass die Amerikaner weniger auf Pump leben, dann heißt es sich selber versklaven und die Revolution kommt eher früher als später. Deswegen ist das ein Rauschen. Er versucht den starken Mann zu spielen, hat aber überhaupt keine Substanz. Gegenüber anderer Marionetten ist er Milliardär und ein noch besserer Schauspieler...weil eben mehr auf dem Spiel steht.

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