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Streit um Erdgasvorkommen Griechische Regierung dementiert Verhandlungen mit der Türkei

Die Zeichen der Entspannung im Konflikt der Mittelmeer-Anrainer sind womöglich keine. Die griechische Seite weiß nichts von einer Nato-Vermittlung.
03.09.2020 Update: 04.09.2020 - 14:30 Uhr Kommentieren
Die Türkei müsste das Schiff abziehen, bevor es zu Verhandlungen kommt, sagt die griechische Seite. Quelle: dpa
Türkisches Forschungsschiff „Oruc Reis“

Die Türkei müsste das Schiff abziehen, bevor es zu Verhandlungen kommt, sagt die griechische Seite.

(Foto: dpa)

Athen Was Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Donnerstag über Twitter verkündete, klang nach einem Durchbruch im griechisch-türkischen Streit um die Hoheitszonen und Bodenschätze im östlichen Mittelmeer: Beide Regierungen hätten „technischen Gesprächen“ bei der Nato zugestimmt, um das Risiko von militärischen Zwischenfällen zu reduzieren. Das habe er mit der Führung der beiden Staaten vereinbart, erklärte Stoltenberg.

Nur: In Griechenlands Hauptstadt Athen weiß man nichts von einer solchen Übereinkunft. Die Meldungen aus Brüssel „entsprechen nicht der Wirklichkeit“, hieß es am Donnerstagabend in griechischen Regierungskreisen. Man nehme aber die Bemühungen des Nato-Generalsekretärs um eine Entspannung in der aktuellen Krise zur Kenntnis, hieß es.

Die Nato äußerte sich zunächst nicht zu der Absage Athens. Eine Sprecherin verwies nur darauf, dass es bereits am Donnerstag ein technisches Treffen zwischen der Türkei und Griechenland in der Nato-Zentrale in Brüssel gegeben habe.

Stoltenberg hatte erklärt, die Gespräche zwischen Athen und Ankara sollten dazu dienen, Mechanismen für eine militärische Konfliktentschärfung zu vereinbaren. Darüber habe er mit der Führung beider Staaten gesprochen.

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    Einen Termin für den Beginn der Gespräche nannte Stoltenberg nicht. In Athen hieß es dazu, eine Entspannung setze voraus, dass die Türkei unverzüglich alle ihre Schiffe aus der griechischen Wirtschaftszone abziehe.

    Davon ist bisher nichts zu merken. Das türkische Forschungsschiff „Oruc Reis“ setzte am Donnerstag seine Suche nach Erdgasvorkommen unter dem Boden des Mittelmeeres fort. Die Erkundungen, die eigentlich am 23. August enden sollten und dann bis zum 1. September verlängert wurden, werden nach Angaben der zuständigen türkischen Marinebehörde bis mindestens zum 12. September fortgesetzt.

    Ankara zeigte sich aber zugleich offen für weitergehende Gespräche. „Wir möchten an dieser Stelle noch einmal daran erinnern, dass die Türkei bereit ist, ohne Vorbedingungen in einen Dialog mit Griechenland einzutreten, um dauerhafte, faire und gerechte Lösungen für alle offenen Fragen zwischen der Türkei und Griechenland im Rahmen des Völkerrechts zu finden“, hieß es in der Erklärung.

    Die „Oruc Reis“ operiert in einem Seegebiet südlich der griechischen Insel Kastelorizo, das Griechenland unter Berufung auf die Seerechtskonvention der Vereinten Nationen als seine „Ausschließliche Wirtschaftszone“ (AWZ) beansprucht. Die EU-Außenminister drohen der Türkei mit Sanktionen, wenn sie ihre Gassuche in den umstrittenen Seegebieten fortsetzt. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell arbeitet derzeit an einer Maßnahmenliste. Eine Entscheidung über Sanktionen gegen Ankara könnte beim EU-Sondergipfel Ende September fallen.

    In dem Konflikt, der sich seit Wochen immer weiter hochschaukelt, haben die beiden verfeindeten Nato-Partner inzwischen große Teile ihrer Kriegsflotten mobilisiert. Vor einigen Wochen kam es sogar zu einer Kollision einer griechischen und einer türkischen Fregatte. Es blieb bei Sachschäden.

    Mehr: Gegen die Egos in Athen und Ankara hilft nur eine gemeinsame Strategie.

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