Streit um Namensrechte Griechenland fordert Namensänderung Mazedoniens

Seit 1991 streiten sich Athen und Skopje um den Namen Mazedoniens. Als Druckmittel blockiert Athen unter anderem den Beginn von EU-Beitrittsgesprächen. Nun demonstrieren zehntausende Griechen auf einer Großkundgebung.
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„Mazedonien ist nur griechisch“ – Demonstration für Namensänderung

Athen, Thessaloniki Zehntausende Griechen haben am Sonntag in der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki auf einer Großkundgebung Alleinrechte auf den Namen Mazedonien angemeldet. „Mazedonien ist griechisch und nur griechisch“, „nur wir sind die wahren Mazedonier“, skandierten die Menschen, die aus allen Teilen des Landes mit Bussen gekommen waren, wie das Staatsfernsehen (ERT) berichtete.

Zu der Demonstration hatten nationalistisch orientierte Organisationen aufgerufen. Die meisten griechischen Parteien, der Bürgermeister von Thessaloniki und die Führung der Orthodoxen Kirche Griechenlands hatten dagegen von Demonstrationen solcher Art – angesichts intensiver UN-Bemühungen zur Beilegung des Namenstreits – abgeraten. Die Polizei schätzte die Zahl der Demonstranten auf etwa 40.000. Die Veranstalter sprachen von 300.000 Menschen.

Der UN-Sondervermittler Matthew Nimetz hatte in den vergangenen Tagen wiederholt erklärt, die Regierungen in Athen und in Skopje hätten gezeigt, dass sie eine Lösung finden wollen. Auch der griechische Regierungschef Alexis Tsipras zeigte sich kompromissbereit: Es sei logisch, dass der Name Mazedonien mit einer geografischen oder zeitlichen Definition (wie Nord- oder Neu-Mazedonien) im neuen Namen beinhaltet sein könnte. „Es wäre nationaler Unsinn, diese Chance (für die Überwindung des Streits) nicht zu nutzen“, erklärte Tsipras in einem Interview mit der Athener Zeitung „Ethnos“ am Sonntag.

Der Namensstreit zwischen Athen und Skopje dauert seit 1991 an. Griechenland will, dass Mazedonien seinen Namen ändert. Grund: Der nördliche Teil Griechenlands trägt auch den Namen Mazedonien. Athen blockiert deswegen den Beginn von EU-Beitrittsgesprächen ebenso wie die Nato-Mitgliedschaft des Nachbarlands.

  • dpa
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