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Streit um Rettungspaket Griechenland soll Banken an EU verpfänden

Finnland will weiter ein Pfand für seine Hilfsgelder an Griechenland, doch Deutschland meutert. Ein Kompromiss deutet sich an: Die Griechen sollen ihre Banken verstaatlichen - und dann an die EU durchreichen.
50 Kommentare

BrüsselDie Euro-Zone hält an dem Vorhaben fest, die neuen Hilfskredite für Griechenland mit einem Pfand zu sichern. Nach Informationen des Handelsblatts wird nun daran gedacht, dass Finnland und andere Geber-Ländern griechische Bank-Aktien als Sicherheitspfand bekommen. Das habe Klaus Regling, Chef des Euro-Rettungsschirms EFSF, der Gruppe der Euro-Finanzminister vorgeschlagen, sagten EU-Diplomaten. Hohe Beamte der Euro-Finanzministerien würden darüber Anfang kommender Woche sprechen.

Das zweite Hilfspaket der Euro-Zone für Griechenland umfasst insgesamt 109 Milliarden Euro. Davon sind mindestens 20 Milliarden Euro für die griechischen Banken bestimmt. Im Gegenzug für die Hilfen würden die griechischen Banken teilweise verstaatlicht, hieß es in Brüssel. Die staatlichen Aktienpakete solle die Regierung in Athen den Euro-Geber-Ländern als Sicherheitspfand überlassen, so der Plan.

Die Regierungschefs der Euro-Zone hatten auf Drängen Finnlands bei ihren Sondergipfel am 21. Juli das Sicherheitspfand beschlossen. Griechenland vereinbarte daraufhin Finnland, 925 Millionen Euro in Wertpapieren mit hoher Bonität auf einem finnischen Konto als Sicherheit anzulegen. Die Euro-Zone wollte diese Vereinbarung dann allerdings nicht genehmigen. Damit sei das Sicherheitspfand aber nicht vom Tisch, hieß es in Brüssel.

Finnland bestehe weiterhin darauf, weshalb nun eine andere Lösung gefunden werden müsse. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass Finnland sich am neuen Kreditpaket für Griechenland überhaupt nicht mehr beteilige. Die Regierung in Helsinki steht unter erheblichem Druck der Oppositionspartei "Die wahren Finnen", die jegliche Hilfen für Griechenland ablehnt.

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50 Kommentare zu "Streit um Rettungspaket: Griechenland soll Banken an EU verpfänden"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ruth Berschens

    # Die Griechen sollen ihre Banken verstaatlichen - und dann an die EU durchreichen.#

    Welche Griechen sind gemeint?
    Es ist doch wohl der griechische Staat, der bei den griechischen Banken verschuldet ist. Umgekehrt ist der Anteil der Staatsanleihen in Büchern der Banken so groß, das sie mit der Staatspleite auch pleite sind. Was für Sicherheit gibt das für die neuen Euro-Rettungsgelder aus Finnland und Deutschland? Oder was ist diese Durchreichung wert? Welche Bonität hat sie, Triple A? Fragen über Fragen!

  • Darf man zierlich daran erinnern, daß als allererstes die Banken in öffentlichem Besitz notleidend wurden, während die Privatbanken sich einigermaßen über Wasser hielten? Die Banken in Staatshand dienen doch nur der Pöstchenversorgerei der Parteien, sonst hätten sie nicht - auf Steuerzahlers Kosten - Geschäfte abgeschlossen, die sie weder verstehen noch brauchen. Wenn Sie also die Banken verstaatlicht sehen wollen, was glauben Sie, wer kriegt dann die guten Jobs? Banker nicht, weil die sind ja "moralisch diskreditiert", damit lenkt ja die Politik seit 2 Jahren von ihrem völligen Versagen ab. Sie kriegen dann Klientelismus der übelsten Sorte!

  • Der Stimmung nach, was man hier so liest, ist Deutschland wieder soweit eine Mauer zu errichten.
    Diesmal um ganz Deutschland.

    Mit dem Wohlstand wächst der Egoismus und schwindet die Solidarität. Statt sich mit den europäischen Bürgern zu solidarisieren gegen die tatsächlichen Schuldigen, wird wie in Deutschland üblich jeder nieder gemacht, der nicht in "meiner Sozialklasse" ist.

  • Der Sinn eines Pfands ist die Besicherung einer Forderung. Sicherung kommt von sicher. Bei Anteilen an bankrotten griechischen Banken ist nur eines sicher, dass die Sicherheit mit Sicherheit nicht realisierbar ist. Griechischer Betrug re-loaded zum ungezählten Mal.

  • Der EFSF/ESM ist der finale Raubzug der "Südstaaten" auf die Steuerzahler im Norden. Zwischen Deutschlands und Europas Finanzaufsehern ist ein Streit um die Aufgaben der Europäischen Finanzstabilitätsfazilität (EFSF) entbrannt. Andrea Enria, Chef der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA), schweben einem Zeitungsbericht zufolge direkte Kapitalspritzen für klamme Banken durch den EFSF vor. Die Bundesbank und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sind dagegen - aber wie lange.
    Der ganze Rettungs-Wahnsinn muss beendet werden, ansonsten einigt Europa nur noch der gemeinschaftliche Bankrott.

  • Gebt ihnen benutzte Kondome als Pfand, das ist das Einzige womit die was anfangen können.

  • "Die Griechen sollen ihre Banken verstaatlichen - und dann an die EU durchreichen"

    Langsam wird es absurd. Aber netter Trick: Die Banken müssen sowieso dem Steuerzahler an die Backe geklebt werden, da sie, wie in anderen Kommentaren schon ausgeführt, im Koma liegen und gar nicht mehr selbstständig lebensfähig sind. Die "Verstaatlichung", die also sowieso ansteht, jetzt geschickt mit den finnischen Forderungen in Zusammenhang zu bringen, um deren Marodität zu vertuschen, ist tollkühn oder irre.

    Griechenland muss im eigenen Interesse den Euro verlassen. Alles andere führt zum Desaster, wofür die zuständigen Politiker wie bei jeder Insolvenzverschleppung juristisch zur Verantwortung gezogen werden müssen.

  • Würde ich sofort wählen!

    War früher mal in der FDP - aber das ist lange her...

  • und ich gehe dann vielleicht wieder arbeiten und zahle wieder Steuern. Bis dahin mache ich dolce vita.

  • Eine Partei der "wahren Deutschen" würde meine Stimme sofort bekommen.

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