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Streit um US-Priester Türkei erhöht Einfuhrzölle auf Autos und Alkohol aus den USA

Der Konflikt zwischen der Türkei und den USA spitzt sich weiter zu: Der türkische Präsident Erdogan erhöht Einfuhrzölle auf bestimmte US-Produkte.
Update: 15.08.2018 - 11:01 Uhr Kommentieren

„Europäische Banken haben 150 Milliarden Euro in der Türkei eingelagert “

Istanbul/Düsseldorf Im Streit mit den USA verschärft die Türkei ungeachtet des wirtschaftlichen Drucks ihren Konfrontationskurs. Am frühen Mittwochmorgen veröffentlichte die türkische Regierung eine Liste mit 22 Punkten, auf die künftig die Einfuhrzölle drastisch erhöht werden. Dazu zählen die Zölle auf die Einfuhr von Autos, alkoholische Getränke, kosmetische Produkte, Tabak oder Papier.

Auf Pkw werde demnach der Zoll um 120 Prozent angehoben, bei alkoholischen Getränken seien es 140 und bei Tabak 60 Prozent. Auch für andere Waren gelten demnach künftig höhere Zölle, darunter für Kosmetika, Reis und Kohle. Insgesamt beinhaltet die Liste 22 Punkte.

Vize-Präsident Fuat Oktay schrieb auf Twitter, die Sonderzölle seien im Prinzip der Gegenseitigkeit zu verstehen – als Vergeltung für die wirtschaftlichen Angriffe der USA auf die Türkei.

Bereits am Dienstag hatte Erdogan als Reaktion auf eine Anhebung der Zölle durch die USA Sanktionen gegen den US-Konzern Apple angekündigt. „Wir werden einen Boykott über elektronische Produkte aus den USA verhängen“, sagte er. Vielmehr werde sein Land auf koreanische Samsung-Geräte oder in der Türkei hergestellte Vestel-Produkte zurückgreifen. „Wenn sie das iPhone haben, gibt es anderswo Samsung. Wir haben Vestel“, sagte Erdogan.

Das Verhältnis zwischen den Nato-Partnern Türkei und USA ist wegen verschiedener Themen angespannt. Zugespitzt hat sich der Streit wegen des Falles Brunson. Ein Berufungsgericht in Izmir habe den Antrag auf Freilassung, den Brunsons Anwalt Ismail Cem Halavurt am Vortag gestellt hatte, abgelehnt, berichtete die Nachrichtenagentur DHA am Mittwoch.

Da der Pastor nicht ausreisen darf, hat Trump die Einfuhrzölle auf Stahl und Aluminium aus der Türkei erhöht. Seit Anfang der Woche wird Stahl aus der Türkei mit Abgaben in Höhe von 50 Prozent statt bislang 25 Prozent belegt, wie das Weiße Haus zuvor verkündet hatte.

Türkische Ermittler werfen Brunson Verbindungen zu dem in den USA lebenden Geistlichen Fethullah Gülen vor, der nach Darstellung der Regierung in Ankara hinter dem Putschversuch vor zwei Jahren steckt.

Die USA hatten am Dienstag mit weiterem wirtschaftlichen Druck gedroht, sollte Brunson noch länger festgehalten werden. Sollte sich hier in den kommenden Tagen oder in der nächsten Woche nichts ändern, würden die USA zusätzliche Maßnahmen einleiten, sagte ein Vertreter des US-Präsidialamtes der Nachrichtenagentur Reuters.

Begleitet wurde der Streit in den vergangenen Tagen vor allem durch den massiven Kursverfall der Lira. Die türkische Währung hatte gegenüber dem Dollar massiv an Wert verloren und sich erst am Dienstag stabilisiert. Am Mittwoch kostete ein US-Dollar 6,3 Lira.

Die US-Regierung wies die Verantwortung für die wirtschaftlichen Probleme in der Türkei hingegen zurück. Diese hätten nicht erst begonnen, „als wir am 1. August dieses Jahres Sanktionen gegen zwei Personen verhängt haben“, sagte eine Sprecherin des US-Außenministeriums.

Merkel hatte sich am Montag besorgt über die Lage in der Türkei geäußert. Die EU profitiere von einer stabilen Wirtschaftslage in ihrer Nachbarschaft. „Deutschland möchte jedenfalls eine wirtschaftlich prosperierende Türkei“, hatte sie gesagt.

Noch im vergangenen Jahr war das deutsch-türkische Verhältnis unter anderem wegen der Inhaftierung mehrerer Deutscher in der Türkei zerrüttet gewesen. Die Bundesregierung will Erdogan Ende September zu einem Staatsbesuch in Deutschland empfangen.

Mit Material von Reuters und dpa.

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