Streit unter Europartnern Keine neue Hilfe für Zypern

Zwei Monate nach dem milliardenschweren Rettungspaket bittet Zyperns Staatschef in einem Brandbrief schon wieder um Hilfe. Die Euro-Länder lehnen ab. Auch ein zweites Krisenland macht wieder Sorgen: Griechenland.
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Der zyprische Staatspräsident Nikos Anastasiades hat erneut um Hilfsgelder gebeten. Quelle: dpa

Der zyprische Staatspräsident Nikos Anastasiades hat erneut um Hilfsgelder gebeten.

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Luxemburg/NikosiaZwischen Zypern und den Euro-Partnern gibt es mächtig Streit: Auch nach dem Hilferuf des krisengeschüttelten Mittelmeerstaates sind die Eurostaaten nicht zu zusätzlichen Milliarden-Hilfen bereit. Das gerade erst vereinbarte Rettungspaket von zehn Milliarden Euro werde nicht nachverhandelt und auch nicht aufgestockt. Auf die Frage nach mehr Geld sagte Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem am Donnerstag in Luxemburg: „Das wäre für Zypern keine gute Situation, denn die Kredite müssen auch zurückbezahlt werden können.“ Deshalb hätten die Geldgeber die Summe auf zehn Milliarden Euro beschränkt. „Das Programm ist auf der Basis von Erwartungen gut durchgerechnet“, so der Niederländer.

Zypern versuchte, die Wogen zu glätten. Man wünsche zwar einige Änderungen des Sparprogramms, wolle aber die Vereinbarung mit den Geldgebern einhalten, betonte der zyprische Regierungssprecher Christos Stylianides im zyprischen staatlichen Rundfunk (RIK): „Ich betone es immer wieder, damit dies verstanden wird.“

In einem Brandbrief an die EU hatte Zyperns Präsident Nikos Anastasiades um Hilfen für die größte Bank des Landes, die Cyprus Bank, gebeten. Der Staatschef kritisierte, dass die Rettungsaktion für die Banken „ohne sorgfältige Vorbereitung“ erfolgt sei. Zudem falle die Rezession in Zypern stärker aus als erwartet.

Erst Mitte April hatten die Euro-Partner nach langem Gezerre das Hilfspaket für Zypern beschlossen. Der Inselstaat war wegen seines überdimensionierten Finanzsektors und einer geplatzten Kreditblase in die Krise geraten.

Österreichs Ministerin Maria Fekter sagte, sie sehe keine Alternative, die „besser ist als das, was wir mühsam im Konsens erarbeitet haben.“ In der Eurogruppe herrsche „großes Unverständnis“, das Paket jetzt wieder aufzudröseln. Der Zypern-Beschluss sei sehr schwierig gewesen, betonte der Luxemburger Luc Frieden.

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25 Kommentare zu "Streit unter Europartnern: Keine neue Hilfe für Zypern"

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  • Die sollen erst einmal in Zypern selbst aufräumen.
    Wo sind denn die vielen Millionen Euros geblieben,
    die von wichtigen Bänkern vor dem Crash ins Ausland transferiert wurden!!
    Dann ist auch zu hinterfragen, von welchen Ländern in der EU immer weitere Zahlungen gefordert werden?
    Das ist wahrscheinlich die Klientel, die im gleichen Boot sitzt........

  • @Henry

    na, bleiben Sie mal Realist. Auch Herr Lucke wird in den bundespolitischen Wertekanon mit einstimmen wenn er es tatsächlich schaffen sollte in das Parlament einzuziehen. (was ihm auch zu wünschen wäre)+

    Nur, - das mit ihm der Euro abgeschafft wird, oder sonst etwas "elementar Relevantes" passieren oder geändert wird ist schon sehr einfältig.

    Insofern - alles bleibt beim alten - auch mit der AfD !

  • @ OttoCuntz
    „Wenn die AfD in den Bundestag kommt, werden die Systemparteiten sich geschlossen gegen die AfD stellen. Die AfDler werden als rechte Spinner dargestellt und die neuen Transfers Richtung Zypern und GR als "alternativlos" abgenickt.“
    So einfach wird das nicht funktionieren.
    Sobald die AfD im Bundestag ist, werden die Lügen der Altparteien entlarvt. Prof. Bernd Lucke hat die mediale Begabung, die Bevölkerung über den Euro-Schwindel richtig aufzuklären. Dann wird auch die junge Generation aufwachen und den Euro so nicht mehr haben wollen.

    Grundlegend stellt sich die Frage, soll die Bevölkerung durch die Altparteien weiterhin belogen werden. Wer die Wahrheit hören will, der gebe seine Stimme der AfD.

  • Wenn Firmeninhaber von der Krise profitieren, warum gründen Sie dann keine Firma?

  • Natürlich wird sich nichts ändern.
    Den Bundesmichel gibt es nicht - es gibt nur Michels in Deutschland. das ist hier keine homogene Masse, sondern ein heterogener Haufen von Leuten, welche unterschiedlich stark vom Euro profitieren - oder unterschiedlich stark unter dem etablierten System zu leiden haben.

    Vielleicht bilden sich irgendwann kleine, autarke Widerstandszellen, welche mit Sabotageakten auf die systemrelevante Infrastruktur das Kapital aus dem Land treiben um für noch mehr Systemverlierer zu sorgen.

    Laut Mainstream wird dann der "Terror" für die Situation verantwortlich gemacht. Andere werden behaupten, daß System habe den Riss durch die Gesellschaft, die fehlende Akzeptanz der wachsenden Ungleichverteilung und den Willen, etwas gegen diese Ungerechtigkeit unternehmen zu müssen erst erzeugt;
    aber: wen interessiert das dann noch?

  • Wenn die AfD in den Bundestag kommt, werden die Systemparteiten sich geschlossen gegen die AfD stellen.

    Die AfDler werden als rechte Spinner dargestellt und die neuen Transfers Richtung Zypern und GR als "alternativlos" abgenickt.

  • PASSIV-Wähler aufgepaßt! Gebt der AfD (Alternative für Deutschland!)doch eine Chance! Sie hat es ehrlich verdient und nicht erschwindelt - wie viele sonstige Betrüger in unserm Land! Die AfD muß 20% erreichen, das geht mit Eurer Hilfe. DANKE! Ich bin leider nicht wahlberechtigt, muß hier aber Steuern zahlen und Gesetze beachten - als Österreicher. WICHTIG: Die meisten Ausländer, die nun in Österreich arbeiten, sind (vornehmlich) hochqualifizierte deutsche Staatsbürger! Das ist kein Witz!

  • Hier im Forum kennen sicher 50% den AfD. Die normalen Wähler und Bild-Leser aber nicht. Die wählen weiterhin brav die Systemparteien.

    Da muss noch viel Werbung für die AfD gemacht werden!

  • Nach der Bundestagswahl wird der Eurorubel wieder rollen für Zypern, Griechenland, Spanien und Portugal.

    Und auch eine AfD wird daran nichts ändern können, selbst bei Einzug ins Parlament, da sich ihnen eine breite Front entgegenstellen wird. Versprochen.

    Der Bundesmichel muss seine Vertreter schon mit Gewalt aus den Angeln blasen, sonst wird´s nichts werden.

    Und da das nicht zu erwarten ist - wird der Bundesmichel nach wie vor von seinen Volksvertretern zwangsprostituiert !

  • Südeuropa sollte sich ein paar Wochen gedulden. Nach der Wahl wird unser Politikkartell wieder Abermillarden in das große schwarze Loch schütten. Nur Geduld. AfD wählen!

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