Streit zwischen USA und Iran Konflikt zwischen Iran und USA spitzt sich zu

Der Konflikt um eine mögliche Blockade der Meerenge am Persischen Golf spitzt sich immer weiter zu. Nach Drohungen der USA gegen den Iran kündigt Teheran jetzt Raketentests an.
Update: 30.12.2011 - 11:47 Uhr 87 Kommentare
Archivbild des amerikanischen Flugzeugträgers USS John C. Stennis: Das Kriegsschiff passierte nach Angaben des Pentagon die Straße von Hormus. Quelle: AFP

Archivbild des amerikanischen Flugzeugträgers USS John C. Stennis: Das Kriegsschiff passierte nach Angaben des Pentagon die Straße von Hormus.

(Foto: AFP)

Paris/Washington/TeheranDer Streit zwischen den USA und dem Iran wegen einer von Teheran angekündigten Blockade der für Öltransporte wichtigen Seestraße von Hormus verschärft sich immer mehr. Neueste Eskalationsstufe im verbalen Schlagabtausch: Der Iran hat ein Manöver mit Raketen in dem strategisch wichtigen Seegebiet angekündigt. „Samstagmorgen wird die iranische Marine einige ihrer Langstreckenraketen im Persischen Golf testen“, sagte der stellvertretende Befehlshaber der Marine, Admiral Mahmud Mussavi, der Nachrichtenagentur Fars. Die Tests gehörten zu dem großangelegten Manöver der iranische Streitkräfte in dem Seegebiet. Sie hätten am vergangenen Wochenende begonnen. Ziel sei es, die Marine auf eine kriegsähnliche Situation vorzubereiten, sagte Mussavi. Durch die Straße von Hormus befördern Tanker bis zu 40 Prozent des weltweit auf Schiffen transportierten Öls - unter anderem nach Westeuropa und in die USA.

Bereits am Donnerstag hatte die iranische Nachrichtenagentur IRNA gemeldet, ein iranisches Aufklärungsflugzeug habe während einer Marineübung Videos und Fotos von einem US-Flugzeugträger gemacht.

Der Bericht enthielt keine Details, es blieb auch offen, welche Informationen der Iran aus solchem Bildmaterial ziehen könnte. Das „Wall Street Journal“ wertet die Meldung als Indikator dafür, dass der Iran seiner Marine in diesen Gewässern eine wichtige Rolle zukommen lassen will.

Teheran sei entschlossen, seine „vitalen Interessen zu verteidigen“, drohte der Vizechef der iranischen Revolutionsgarden, Hassan Salami, am Donnerstag. Die USA warnten, eine Schließung des Seewegs „nicht zu tolerieren“, und ließen offenbar einen Flugzeugträger in die Region einfahren.

Sein Land werde „auf Bedrohungen mit Bedrohungen antworten“, sagte General Salami nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Fars. Er hoffe zwar nicht, dass der Iran sich verteidigen müsse. „Wir werden aber mit der größten Entschlossenheit handeln“, sagte Salami.

Trotz Warnungen aus den USA droht der Iran weiterhin mit einer Blockade von Öltransporten im Persischen Golf. Die Vereinigten Staaten seien nicht in der Position, dem Land vorzuschreiben, was es in der strategisch bedeutenden Meerenge von Hormus zu tun oder zu lassen habe, so der General.

Zuvor hatte am Dienstag Irans Vizepräsident Mohammed Reza Rahimi erklärt, kein Tropfen Öl werde mehr durch die Straße von Hormus gelassen, falls der Westen die wegen des Atomstreits verhängten
Sanktionen ausweite. Die USA verschärften daraufhin überraschend den Ton. Die US-Marine erklärte, sie habe eine „robuste Präsenz“ in der Region. Eine Behinderung des freien Seeverkehrs werde nicht toleriert.

Vor dem Hintergrund der verschärften Spannungen mit Teheran gab die US-Regierung am Donnerstag bekannt, 84 modernste F15-Kampfjets an Saudi-Arabien liefern zu wollen. Außerdem sollen 70 Maschinen der saudischen Luftwaffe modernisiert werden. Der Deal hat laut Weißem Haus ein Volumen von 30 Milliarden Dollar (23,2 Milliarden Euro). Er ist Teil eines Gesamtpakets von Rüstungslieferungen über die doppelte Summe, das der US-Kongress bereits voriges Jahr abgesegnet hatte.

„Dieses Rüstungsgeschäft sendet die klare Botschaft in die Region, dass die USA sich der Stabilität am Golf und im weiteren Nahen Osten verpflichtet fühlen“, sagte der Staatssekretär für militärische Angelegenheiten im Außenministerium, Andrew Shapiro. Die Waffen seien auf die militärischen Bedürfnisse Saudi-Arabiens ausgerichtet. Shapiro nannte den Iran als eine der Bedrohungen. Der Rüstungsdeal ziele aber nicht ausschließlich gegen Teheran, unterstrich er.

USA: Sanktionen zeigen Wirkung
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87 Kommentare zu "Streit zwischen USA und Iran: Teheran will Langstreckenraketen testen"

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  • Zwischen den USA und Iran herrscht Kriegszustand schon seit Jahren! Als der Schah noch an der macht war, ist alles gut gewesen..!
    Da haben iranischen Studenten die Botschaft der USA besetzt und die Amerikaner als Geiseln genommen! Ihr Ziel war es die Auslieferung des Schah Mohammad Reza Pahlavi zu erzwingen, der in New York City in einer Klinik behandelt wurde. Die USA lehnten die Auslieferung ab.
    Bei anderen ist man da nicht so da verlangt die USA sogar dei Auslieferung an den Gerichtshof in Den Haag (Politik nach Interessenlage)
    Also startete die USA die Operation Eagle Claw um die Geiseln zu befreien! Was fehlgeschlagen ist!
    Nun ca. acht Jahre später am 3. Juli 1988 Iran – Ein Passagierflugzeug vom Typ Airbus A300 der Iran Air wird über der Straße von Hormuz vom Lenkwaffenkreuzer USS Vincennes (CG-49) abgeschossen. 290 Menschen sterben!

    Kürzlich hat sich doch eine Spionagedrohne der USA ganz zufällig über Iran verflogen und die USA hat für Teheran (Iran) eine virtuelle Botschaft aufgemacht! Die natürlich einen Tag später also am 7. Dezember gesperrt wurde für Iraner!
    Es wird also ALLES menschenmögliche getan um den Brand am lodern zu halten! Wir als Europäer werden gerade Psychisch auf den Krieg durch unsere Medien vorbereitet!

    Ob ein Krieg gegen Iran so simpel funktioniert wie gegen Irak wo die Massenvernichtungswaffen nach dem Krieg (Kriegsgrund) wie durch Geisterhand verschwunden waren?

    ja und wenn sich ganz zufällig eine Atomrakete verfliegt -Russland ist ja nicht weit könnte es auf der Erde ein wenig strahlen wo Fukushima und Tschernobyl absolut nichts dagegen gewesen wäre!
    Da geht es nicht mehr ums Ski fahren.. oder über Ungarn das gerade die Pressefreiheit abschafft...!
    SAudi-Arabien was mit Waffen zugeschüttet wird weil da die Frauen frei...

  • Zu…
    31.12.2011, 04:18 Uhr
    hardy
    Stupi,
    =============================

    Na also,
    geht doch!

    Alles ganz einfach,

    genau da liegt der riesige Unterschied:
    Hirn & Verstand

    So holt man Menschen von EURER inneren Größe
    an die Ziellinie!

    Guten Rutsch...

  • @hardy

    Sehr schöne Zusammenfassung. Das sehe ich ganz ähnlich. Die USA sind natürlich auch Getriebene. Getriebene des eigenen Abstiegs.

  • Vor allem spricht aus diesem Beitrag von Stupi soviel "Fröhlichkeit", die der Deutsche normalerweise als Verbitterung bezeichnet.

  • Danke mein freund !
    Wir hören im neuen Jahr voneinander .
    Einen guten rutsch und bleib so auffallend-erfrischend Kommunikativ !!!

  • Kleines PS für "Energieelite", damit unsere neue entdeckte Freundschaft nicht direkt wieder an Mißverständnissen scheitert: Es gibt da gerade eine Doku, die nennt sich "Defamation", lief zuerst auf Arte und kreiselt nun durch die dritten Programme, in der sich ein Israeli aufmacht, den Antisemitismus, von dem er zuhause so viel gehört hat, zu finden.

    Sehr interessante Doku, vor allem wegen dem was er _nicht_ findet ;-)

    In diesem Sinne: Guten Rutsch und nur das Beste für 2012, um den neurotischen Rest sollen sich die Idioten prügeln ...

  • Stupi,

    Du hast dir wirklich einen treffenden Nom de Plume ausgesucht, wirklich 1a. Deine "Beiträge" sind wirklich haargenau das, was der Name verspricht.

    Du könntest dich übrigens auch "b*llSh*t" oder "intelectual desaster" nennen.

  • d'accord.

    Stellt sich die Frage: Wer ist schuld, daß wir uns in dieser Abhängigkeit befinden? Die Iraner oder Leute wie die Helmut-Twins, Dick und Doof? Am Ende gar "wir" selbst?

    Ich erinne mich jedenfalls auch an das Hyperventilieren unserer Automobilwirtschaft, als sie plötzlich Katalysatoren einbauen sollte und die Ohnmachtsanfälle der Energie-Big-Four letztes Jahr sind uns doch auch noch im Gedächtnis.

    Im Grunde lassen wir uns von den Kräften, die partout nicht dazu lernen wollen, gegen andere, die auch nicht dazulernen wollen, aufhetzen.

  • "wie sollte man unter diesen Voraussetzungen einen Diplomatischen Konsens finden ?"

    Nun ja, zuerst sollten wir endlich mal wieder aus der bleiernen Zeit des Freund-Feind-Denkens heraus, in das uns das letzte Jahrzehnt mit seinen Bushismen geschleudert hat. Wir sollten so langsam mal wieder anfangen zu verstehen, daß DER ANDERE auch ein Recht hat, so zu sein wie er ist, statt uns an unserer Projektion, wie er denn aus unserer Perspektive gefälligst zu sein hat, zu besaufen.

    Das bitte nicht als Apologie des Ajatollah-Regimes mißverstehen, aber zu meinen Leenserfahrungen gehört nun einmal auch ein Perser, mit dem ich in den 80ern befreundet war, und der seuine eigene Perspektive auf Chomeni hatte, die das Spektrum von Euphorie bis zu tiefster Enttäuschung umfasste.

    "Wir" als Westen haben die Russen nicht mit Bomen besiegt sondern mit Helsinki und dem Geld, daß JP II den Polen zukommen liess. Dadurch, daß wir die Schwäche des Systems erkannten statt uns in FURCHT einzuigeln.

    Nur scheint im Moment ja eher ANGST die Münze zu sein, in der bezahlt wird. Sie wird angefacht von dem, was man mittlerweile ja zurecht "jüdische Lobby" nennt - ein Interessenerein, der immer nur die Interessen _rechter_ Israelis bedient.

  • Je eher der Iran hinter seine Linien gebombt wird,
    umso früher werden die Menschen im & um den Iran
    herum die Fröhlichkeit in ihre Herzen einziehen lassen.

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