Strittige Lohnsenkungen Griechenland wird für EU zum Härtetest

Griechenland entzweit IWF und EU: Während der Währungsfonds die Löhne in dem Pleitestaat drastisch kürzen will, geht das der EU entschieden zu weit. Doch auch in Brüssel wächst der Zorn auf Athen.
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Alle Beteiligten sind sich einig darüber, dass sie Griechenland noch stärker unter Druck setzen wollen. Quelle: dpa

Alle Beteiligten sind sich einig darüber, dass sie Griechenland noch stärker unter Druck setzen wollen.

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BrüsselDie Griechen müssen sich auf weitere schmerzliche Einkommenseinbußen einstellen. Die Troika - bestehend aus Vertretern der Europäischen Zentralbank (EZB), der EU-Kommission und des Internationalen Währungsfonds (IWF) - will dem Land Lohn- und Rentenkürzungen verordnen. Premierminister Lucas Papademos habe bereits zugesagt, entsprechende Gesetze noch vor der für dieses Frühjahr angesetzten Wahl durch das griechische Parlament zu bringen, sagten EU-Diplomaten. Ziel ist es, die Arbeitskosten in Griechenland zu senken, um das Land international wettbewerbsfähiger zu machen.

Über das Ausmaß der Lohnsenkungen besteht allerdings kein Einvernehmen. Der IWF wolle den griechischen Arbeitnehmern mehr Opfer abverlangen als die EU-Kommission, sagten EU-Diplomaten. Die Auseinandersetzung darüber dürfte sich bis zum Wochenende hinziehen.

Am Montagnachmittag kommen die Finanzminister der Euro-Zone zusammen. So war es jedenfalls gestern Nachmittag auf dem Terminplan auf der Website des Europäischen Rates vorgesehen. Spätestens dann muss die Troika das neue Reform- und Sparprogramm für Griechenland fertiggestellt haben.

Hauptthema der Euro-Gruppe am Montag wird der griechische Schuldenschnitt sein. Die griechische Regierung hatte darüber wochenlang mit dem Weltbankenverband Institute of International Finance (IIF) verhandelt. Inzwischen scheint man handelseinig geworden zu sein. IIF-Chef Josef Ackermann sagte gestern, die privaten Investoren würden auf 70 Prozent ihrer Forderungen an Griechenland verzichten.

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49 Kommentare zu "Strittige Lohnsenkungen: Griechenland wird für EU und IWF zum Härtetest"

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  • Solarsubventionen in der Schublade, Wirtschaftsdiplomatie

    Wir benötigen einen Höheren Stellenaufbau in Brüssel. Der Oberrhein hat seit nunmehr acht Jahren obgleich Information in 2004, 2006, 20010 nicht ausreichend recherchiert. Andere Länder können mittlerweile gut positioniert dort machen das sie wollen. Siehe auch Generaldirektoren der Europäischen Kommission, Herkunftsland, Aufgabengebiet.

  • Die Schweiz hatte "Amtshilfe" zur Versteuerung der Fluchtgelder angeboten, aber Griechenland hat sich nicht gerührt, das sagt doch alles.........

  • Wo die MRDs lagern....und seit 2009 abfließen!!!

    http://www.n-tv.de/wirtschaft/Griechen-heben-Geld-ab-article5404136.html


    In Truhen und unter dem Bett
    Griechen heben Geld ab

    Die Menschen in Griechenland sind hochgradig verunsichert. Weil viele von ihnen - nicht ohne Grund - die Rückkehr der schwachen Drachme befürchten, horten sie ihr Geld daheim. Finanzminister Venizelos spricht von fast 50 Milliarden Euro. Wie viele Milliarden sich im Ausland befinden, kann nicht genau beziffert werden.

    Aus Angst vor einem Staatsbankrott und der Wiedereinführung der Drachme haben die Griechen nach Angaben des Finanzministeriums Milliarden in heimischen Schatullen gehortet.
    Seit 2009 hätten die Menschen rund 65 Milliarden Euro von ihren Bankkonten abgehoben, 16 Milliarden davon seien ins Ausland geflossen.
    "49 Milliarden (Euro) sind in Sicherheitsfächern, in Truhen, in Kellern und Dachböden oder unter dem Bett versteckt", sagte Finanzminister Evangelos Venizelos im griechischen Parlament.

    Seinen Angaben zufolge sind von den ins Ausland geflossenen Geldern mehr als 5 Milliarden Euro bei Banken in Großbritannien angelegt worden. Knapp 1,6 Milliarden Euro seien in die Schweiz geflossen.

    Bankenexperten schätzen jedoch, dass dies nur ein kleiner Teil der ins Ausland geflossenen Gelder ist. Es wird vermutet, dass die Geldanlagen griechischer Anleger, die aus Steuerhinterziehung und Schattenwirtschaft stammen, im Ausland mehr als 200 Milliarden Euro betragen.
    ---
    Griechenland ist nur noch eine leere Hülle, aber pumpen wir nur weiter Geld rein, das fließt gleich weiter ins Ausland

  • Was wollen die mit wertlosen bunten Zetteln. Heizen?

  • rokober,
    eine Nation als Betruegernation zu bezeichnen ist sowohl falsch als auch gefaehrlich. So waere es auch falsch die Deutschen als ein Naiv-Volk zu bezeichnen, weil Leute wie Du so naiv sind, dass Sie glauben, dass diese Kredite der EU aus Solidaritaet zu den Griechen gegeben werden, und nicht um die europaeischen Banken zu retten, welche Ihre Buecher voll mit griechischen, spanischen, italienischen, portugiesischen etc Staatsnleihen haben, die ziemlich wahrscheinlich nicht zurueckgezahlt werden koennen.

  • Im April sind Wahlen in Griechenland, was auch immer jetzt entschieden wird, die Griechen werden das letzte Wort haben. Sie fühlen sich längst von allen betrogen. Wer kann, bunkert Euros unterm Bett oder wo auch immer. Damit kann der Grieche Drachmen kaufen wenn sie dann endlich kommt. Die ganz unten, wie immer: "den Letzten beissen die Hunde."

  • Oh ja, richtig. Und der Schulz, war der da auch schon mit dabei? Gestern während der Illner-Sendung im ZDF, hätte ich fast in meinen Fernseher getreten, so sauer war ich.

  • Seien wir doch mal ehrlich, nur korrupte Politiker unterstützen korrupte Länder, denn diese Politiker haben kein Rechtsempfinden weil sie selber korrupt sind. Die Griechen haben innerhalb 5 Jahre 50% Lohnerhöhung bekommen,... nun sollen sie auf Lohn verzichten. Psychologisch will jeder immer mehr haben, und nun sollen sie verzichten,...das führt zu heftigen Protesten und Aufständen. Weiterhin ein Land kaput zu spare, führt sicherlich nicht zu Wirtschaftswachstum. Es gibt zwei Möglichkeiten die funktionieren, Griechenland bekommt seine eigene Währung oder die bessere Möglichkeit weg mit dem Wahnsinn, -Euro. Dann kann jedes Land über die Landeswährung den Import und Export selber bestimmen, keine Aufstände der Bevölkerung mehr.

  • Zum Schluss noch ein Hinweis. Was jetzt mit den PIIGS geschehen ist, vor allen Dingen mit Spanien und Portugal, ist eine hausgemachte EU-Angelegenheit. Natürlich sind viele Firmen aus den "industrialisierten" Ländern, d.h. Frankreich, Deutschland & Italien mit ihren Produtionen z.B. in Polen gelandet oder in Rumänien, Tschecien. Das wird sich weiter fortsetzen. D.h. SP und POR tun sich schwerer produzierendes Gewerbe anzusiedeln.
    Meines Erachtens war es nicht gut, die EU so schnell wachsen zu lassen. Hier gibt es eine Diskrepanz zwischen EU und Euroländern!!!!! DIESES Thema hat noch kein sog. Wirtschaftsexperte angesprochen, ist aber letztlich auch ein Grund für die missliche Lage, in der wir mit dem Euro stecken!!!!

    Es sind nicht die Deutshen, die den PIIGS die Arbeit wegnehmen, sondern es sind die niedrig entlohnten EU-MItgliedsstaaten mit abgewerteter Währung; da wäre allen voran auch Polen zu nennen, die ihre Währung noch extra abwerten. Da haben die Portugiesen einfach keine Chance.

    Ich will auf niemanden mit dem Finger zeigen, aber man sollte sich darüber Gedanken machen, und hier vor allen Dingen Herr "Saubermann" Baroso!!!!

  • Es geht ja jetzt schon weider los, dass Leute wie Herr Bofinger behaupten, Griechenland würde kaputt gespart. Ich meine, dass JEDES Wirtschaftswachstum und JEDER Anteil des Bruttosozialprodukts, das über Schulden finanziert wird, eben weder Wirtschaftwachtum noch Bruttosozialprodukt ist. Das ist reine Subvention oder eine Rente auf Lebenszeit für die Beamten auf Pump, die letztlich wir bezahlen müssen.

    Mein Vorschlag: Man muss ein Steuersystem entwickeln, das eben auf den "Bierdeckel" passt, und das darauf ausgerichtet ist, von JEDEM die Steuern einzusammeln. Man könnte auch Prämien aussetzen für Leute, die Steuern hinterziehen.

    Weiterhin müssen endlich die 200 Milliarden griechischer Schwarzgelder eingetrieben werden, die in der Schweiz lagern; es müsste eigentlich auch im Interesse der SChweiz liegen, dass die Euro zur Ruhe kommt. Für CH wärs allemal billiger.

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