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Studentenproteste nach US-Bericht Afghanen toben über Koran-Entweihung der USA

In Afghanistan protestieren rund 2000 Studenten gegen die USA. Grund für die Entrüstung: Ein Bericht über die angebliche Koran-Entweihung der Amerikaner im Gefangenenlager Guantanamo.

HB DSCHALALABAD. „Tod den USA!“ riefen die Studenten in Dschalalabad und blockierten die Straße in Richtung Kabul. Augenzeugen zufolge kam es jedoch zu keinen Auseinandersetzungen mit anwesenden Polizisten.

Auslöser der Proteste war ein Bericht des US-Magazins „Newsweek“. Es hatte geschrieben, bei den Untersuchungen über mutmaßliche Misshandlungen im dem US-Militärgefängnis auf Kuba sei herausgekommen, dass die Ermittler den Koran auf der Toilette deponiert hätten. In mindestens einem Fall sei die heilige Schrift des Islams sogar die Toilette hinuntergespült worden.

„Amerika sollte sich dafür entschuldigen“, sagte ein Student. „Wer immer das getan hat, sollte vor Gericht gestellt werden und die afghanische Regierung sollte die Taten verurteilen.“

Auch Pakistan ist empört

Auch das benachbarte Pakistan äußerte sich empört. Die Behandlungen der Häftlinge in Guantanamo Bay seien ohnehin höchst bedenklich und unzulässig, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Jalil Abbas Jilani. "Die pakistanische Regierung verurteilt den Vorfall und verlangt, dass eine gesonderte Untersuchung eingesetzt wird, die die Schuldigen zur Verantwortung zieht." Den Koran oder aber den islamischen Propheten Mohammed zu beleidigen, gilt in Pakistan als Gotteslästerung und wird mit der Todesstrafe geahndet.

In einem BBC-Interview vergangener Woche sagte der aus dem kubanischen Gefängnis entlassene afghanische Häftling Abdul Rahim Muslim Dost aus, dass ein großer Teil der arabischen Gefangenen wegen der Schändung des Korans drei Jahre lang nicht mit den US-Ermittlern sprechen wollte. Dost gab außerdem bekannt, dass die Gefangenen während der Vernehmungen angeschrien wurden und dass ihre Bärte unfreiwillig rasiert wurden.

Die USA halten in Guantanamo Bay über 520 Gefangene fest, überwiegend Mitglieder von Al-Kaida oder Taliban, die der Anschläge des 11. Septembers verdächtig werden. Ein Untersuchungsbericht zur Aufklärung der Vorwürfe über Misshandlungen und Demütigungen von Gefangenen in Guantanamo soll demnächst fertig gestellt und veröffentlicht werden.

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