Studie Assads militärische Fähigkeiten schwinden

Überläufer, Fahnenflüchtlinge, Gefallene: Die Armee von Syriens Machthaber Baschar al-Assads hat sich einem Bericht zufolge seit Herbst 2012 halbiert. Verlassen kann er sich angeblich nur noch auf seine Spezialeinheiten.
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Oppositionelle beschießen einen Helikopter der Syrischen Armee aus den Straßen von Aleppo. Quelle: dpa

Oppositionelle beschießen einen Helikopter der Syrischen Armee aus den Straßen von Aleppo.

(Foto: dpa)

LondonDie Streitkräfte des syrischen Machthabers Baschar al-Assad haben nach einem Bericht des Londoner Instituts für Strategische Studien (IISS) erheblich an Schlagkraft verloren. Von einer geschätzten Truppenstärke von einst 220.000 Mann habe Assad im Herbst 2012 nur noch die Hälfte zur Verfügung gestanden, heißt es in dem am Donnerstag in London veröffentlichten Bericht. Absoluter Verlass sei für Assad nur noch auf etwa vier Sondereinheiten mit insgesamt 50.000 Mann Truppenstärke.

„Die Summe der Effekte von Überlaufen, Fahnenflucht, Verlusten auf dem Schlachtfeld und moralischer Unterwanderung wird ein großes Gewicht für den Ausgang des Konfliktes haben“, heißt es in dem Bericht. Die Rebellen bekämen mehr Unterstützung von Außen. In „naher Zukunft“ sei auch die Belieferung der Opposition mit kampftauglicher Ausrüstung möglich. Die Rebellen seien jetzt bereits in der Lage, aus ausländischen Quelle in begrenztem Umfang Ausrüstung zu erwerben.

Das Assad-Regime sei sich durchaus darüber im Klaren, dass es eine große Zahl von Rebellengruppen gebe, die die Führung beseitigen wollen. Das Regime wisse aber auch, dass die Gruppen darüber hinaus nicht viel eine. „Sie sind uneins und unkoordiniert.“ Es gebe Beispiele für Gewalt unter den Rebellengruppen. Assad wisse ebenso, dass eine militärische Intervention von außen unwahrscheinlich sei, solange nicht – etwa mit dem Einsatz chemischer Waffen – rote Linien überschritten würden.

Gefechte in Deraa und bei Damaskus

  • dpa
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7 Kommentare zu "Studie: Assads militärische Fähigkeiten schwinden"

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  • Laut Wikipedia hat Assads Armee 325.000 Mann und nicht 220.000. Bitte um Klärung der Differenz.

  • Warum berichtet man nicht über die Machenschaften der Saudis, die das ganze finanzieren. Was für Greultaten werden in Saudi Arabien begannen aber da schaut der Westen nicht hin, im Gegenteil es werden noch Waffe geliefert. Schade über die einseitige Berichterstattung.

  • Im Grund emöchte man doch nur den Einfluss der Russen in der Region verringern, daher soll Assad weg und sei es mit Hilfe von Al-Kaida und den anderen Fanatikern.

  • O-Ton London
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    Die Streitkräfte des syrischen Machthabers Baschar al-Assad haben nach einem Bericht des Londoner Instituts für Strategische Studien (IISS) erheblich an Schlagkraft verloren. Von einer geschätzten Truppenstärke von einst 220.000 Mann habe Assad im Herbst 2012 nur noch die Hälfte zur Verfügung gestanden, heißt es in dem am Donnerstag in London veröffentlichten Bericht.
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    Daß in einem Bürgerkrieg von ursprünglich als Volksarmee strukturierten Streitkräften diejenigen Elemente, die ideologisch, religös oder ethnisch den Aufständischen nahestehen desertieren ist vollkommen normal.

    Daraus auf verminderte Schlagkraft der Reststreitkräfte zu schließen ist hingegen ein Trugschluß.

    Im Gegenteil - durch die Reduktion auf einen loyalen Kern wird die Kohäsion und damit die Schlagkraft erhöht.

    ...

    Daß das vom britischen Auslandsdienst MI6 gesteuerte "Institut für Strategische Studien" jetzt derarige Bewertungen veröffentlicht ist kein Wunder.

    Diese Veröffentlichung liegt in einer langen Tradition britischer Propaganda - die Risiken eines verstärkten Engagements zum Beispiel durch Waffenlieferungen sollen gegenüber der eigenen Bevölkerung heruntergespielt werden.

    Denn logisch wäre natürlich das Gegenteil - wenn das Assad-Regime dauernd geschwächt würde dann bestünde ja überhaupt kein Anlaß für das Cameron-Regime die Rebellen mit Waffenlieferungen zu unterstützen.

    Man bräuchte nur das natürliche Ende der Entwicklung abzuwarten.

    ...

    Genau WEIL die "Analyse" des britischen Instituts verkehrt ist, und genau WEIL der seit Monaten in Washington und London großmäulig verkündete "Zusammenbruch des Assad-Regimes" weiter auf sich warten läßt sieht man sich dazu gezwungen den Einsatz zu erhöhen, und die Erhöhung des Einsatzes propagandistisch zu flankieren.

    A case of: Too much invested to quit.

    Tough luck, David.

  • Wer glaubt, dass Assad am Ende sei, verkennt die Realität. Die syrische Armee steht noch immer kampfbereit hinter ihm, trotz 13-15k toten Soldaten und die Kämpfe der letzten Wochen zeigen doch eine ganz klare richtung: Auf jeden getöteten Soldaten folgen 15-20 Terroristen. Und in diesem Kampf hat die SAA den deutlich längeren Atem als die Al-Nusra-Front und wie die ganzen anderen wahabitischen Al-Qaida Organisationen noch alle heißen mögen.
    Das ist ja auch der Grund, warum in letzter Zeit wieder die Giftgas-Hetze forciert wird und England nun Waffen an die Terrorgruppen verkaufen will - bezahlt von saudi-Dollars.

    Viel eher sollte es den Systemlingen vom Handelsblatt zu denken geben, dass nach zwei Jahren Krieg das Volk immer noch ungebrochen hinter Assad steht und die Armee immer noch nicht zusammengeklappt ist - und die besteht auch zu einem Großteil aus Sunniten.

  • Das kann schon sein, dass die Truppen von Assad kräftig
    bluten mussten und weiterhin müssen. Aber welche Wahl
    haben sie denn ? Das Überlaufen ist mit hohem Risiko
    verbunden - auch wenn man die vielen blutigen Videos
    vom Köpfen und Masakrieren nicht zeigt. Ich darf an
    Scholl-Latour erinnern, der sagte (die Nicht-Sunniten)
    die Minderheiten, die ihren Schutz von der Assad-
    Regierung erhoffen werden kämpfen bis zuletzt, weil sie
    ansonsten fürchten müssen umgebracht zu werden.
    Auffällig ist die total einseitige Berichterstattung
    schon, ich denke da an den emotionalen Beitrag gestern
    in den öffentl. Fernseh-Nachrichten. Fällt denn niemanden
    auf dass die Situation der syrischen Christen gar nicht
    vorkommt ? Dass das den europäischen Regierungen egal
    ist merkt man schon lange. Aber wer irgendwie noch einen
    Funken Anstand bewahrt hat wendet sich mit Grausen ab
    von "unseren politisch Verantwortlichen" und ihrer
    ideologischen Gesinnung.

  • Mehr Hintergründe zum "Syrien-Konflikt" und eine überraschend andere Sichtweise bietet dieses Video: http://nuoviso.tv/filme-a-dokus/politik-a-staat/item/das-syrische-tagebuch?category_id=159.
    Wieder einmal scheint es sich bei dem "Syrien-Konflikt" um eine Operation unter falscher Flagge zu handeln, wie die völlig einseitige Berichterstattung zeigt.

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