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Studie Einlagensicherung kann das europäische Finanzsystem nicht stärken

Die faulen Kredite europäischer Banken sind nach wie vor ein hohes Risiko. Auch die EU-Einlagensicherung kann hier keine Abhilfe schaffen.
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In Deutschland mussten Kredite in Höhe von 48 Milliarden Euro rekapitalisiert werden. Vornehmlich stammen diese von der HSH Nordbank. Quelle: dpa
HSH Nordbank

In Deutschland mussten Kredite in Höhe von 48 Milliarden Euro rekapitalisiert werden. Vornehmlich stammen diese von der HSH Nordbank.

(Foto: dpa)

BerlinDie umstrittene EU-Einlagensicherung könnte einer Studie zufolge die Gefahren in der Euro-Zone durch faule Bankkredite nur schwer auffangen. Es gebe weiter signifikante Risiken in den Bilanzen systemrelevanter Geldhäuser des Währungsraumes, heißt es in einer Reuters am Mittwoch vorliegenden Untersuchung des arbeitgebernahen Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Der Anteil an faulen Krediten sei dabei zwischen den einzelnen Banken so unterschiedlich, dass eine gemeinsame Einlagensicherung zu einem dauerhaften Transfermechanismus führe.

So würden die Rekapitalisierungskosten zur Beseitigung fauler Bankkredite (non-performing loans - NPL) zwischen 2019 und 2022 in Zypern 2,4 Prozent der dortigen Wirtschaftsleistung (BIP) verschlingen, heißt es in der Studie zu 76 systemrelevanten Geldhäusern. Dort liege die Höhe der faulen Kredite gemessen am BIP bei 90 Prozent. In Griechenland lägen die Rekapitalierungskosten bei zwei Prozent des BIP, in Italien bei 0,8 Prozent.

Dort sei eine Bankenkrise infolge der NPLs am wahrscheinlichsten, da eine signifikante Zahl italienischer Banken zehn oder mehr Prozent fauler Kredite in der Bilanz mitschleppten. Von den untersuchten Banken hätten die italienischen Institute zudem mit rund 189 Milliarden Euro den größten Berg an NPLs abzutragen, obwohl sie seit 2016 bereits rund 47 Milliarden Euro losgeworden worden seien.

Auch die Geldhäuser in Spanien (rund 100 Milliarden) und Frankreich (85 Milliarden Euro) tragen demnach noch hohe Summen solcher Kredite mit sich. In Deutschland gehe die Summe von 48 Milliarden Euro an NPLs vornehmlich auf die Kappe der HSH Nordbank.

Der Studie zufolge konnten Banken mit geringeren NPL-Quoten ihre faulen Kredite zuletzt weiter reduzieren, während das Problem bei den ohnehin belasteten Häusern bestehen bleibt. Sollte dafür keine Lösung durch die zuständigen Staaten oder den dortigen Privatsektor gefunden werden, sei es besser, von der Idee einer EU-Einlagensicherung Abstand zu nehmen, folgert das IW.

In Deutschland stößt die Edis-Idee der EU-Kommission, die als Vollendung der Bankenunion gesehen wird, unter anderem auf massiven Widerstand der Banken und der Unionsfraktion im Bundestag.

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2 Kommentare zu "Studie: Einlagensicherung kann das europäische Finanzsystem nicht stärken"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ist logisch, dass dann noch mehr Schuldner entstehen werden. Und zwar so lange, bis dann auch die dafür gerade stehenden Gläubiger mit in den Abgrund gezogen worden sind.

  • Ich denke auch, dass die EU Einlagensicherung seitens EU und mit Billigung der deutschen Politik in erster Linie als eine Art Umverteilung/Transfersystem gedacht ist. Vorteil ist, dass die Menschen im Lande diese Abgabe nicht spüren da diese intransparent über die Bankgebühren erfolgt.