Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Studie zu Schwellenländern Türkei ist aus dem Gleichgewicht geraten

Die Bertelsmann-Stiftung sieht in Schwellenländern einen düsteren Trend: Repressionen nehmen zu, politische Freiheiten werden beschnitten.
Kommentieren
Türkei: Studie sieht die Türkei aus dem Gleichgewicht Quelle: dpa
Bertelsmann-Stiftung

Die Organisation hat die politische Situation in Entwicklungs- und Schwellenländern untersucht.

(Foto: dpa)

Gütersloh In immer mehr Entwicklungs- und Schwellenländern hebeln Regierende laut einer Studie Kontrollinstanzen aus, um ihre Macht und ein System der Selbstbereicherung zu erhalten. Zugleich wächst der Protest gegen soziale Ungleichheit, Korruption und Missmanagement, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Zwei-Jahres-Analyse der Bertelsmann-Stiftung ergab. Die Stiftung aus Gütersloh hat dafür 129 Entwicklungs- und Schwellenländer untersucht.

Nach ihren Angaben lebten weltweit im vergangenen Jahr rund 4,2 Milliarden Menschen in Demokratien (2003: 4,0 Milliarden) und etwa 3,3 Milliarden (2003: 2,3 Milliarden) in Autokratien. Dass auch in Demokratien zunehmend Bürgerrechte beschnitten und rechtsstaatliche Standards aufgeweicht werden, sei höchst problematisch.

„Aus dem Gleichgewicht“ sieht die Studie vor allem die Türkei: In keinem Land sei die „Aushöhlung der Gewaltenteilung“ zuletzt so deutlich vorangetrieben worden wie in der „stark defekten Demokratie am Bosporus“ seit dem Putschversuch vom Juli 2016. Beobachtet werde eine „massive Einschränkung von Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit“, eine „Indoktrinierung der eigenen Anhängerschaft“ und eine Marginalisierung der Opposition“.

In dem „Transformationsindex“ (BTI), mit dem die Stiftung die Qualität von Demokratie, Marktwirtschaft und Regierungsführung in den 129 Staaten analysiert, werden 71 Länder als Demokratien und 58 als Autokratien eingestuft. In 72 Ländern herrsche massive Armut und soziale Ausgrenzung. Die Auswertung beruht nach Angaben von Bertelsmann auf Länderberichten von 250 Experten international renommierter Universitäten, Instituten und Denkfabriken.

Rückschritte gebe es bei fairen und freien Wahlen: 2006 galt entsprechend dem Index noch jedes 6. Land als vorbildlich, 2018 nur noch jedes 14. Land. Und lediglich in 10 der 129 Staaten sieht die Stiftung noch eine uneingeschränkte Meinungs- und Pressefreiheit - 2006 war das noch bei 17 Staaten der Fall.

  • dpa
Startseite

Mehr zu: Studie zu Schwellenländern - Türkei ist aus dem Gleichgewicht geraten

0 Kommentare zu "Studie zu Schwellenländern: Türkei ist aus dem Gleichgewicht geraten"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote