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Studie zum Brexit Mindestens 270 Finanzfirmen ziehen ihr Geschäft aus London ab

Eine neue Studie bilanziert die bisher bekannten Brexit-Kosten für den Londoner Finanzsektor. Fast alle abwandernden Banken zieht es nach Frankfurt.
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Der sogenannte Brexit-Effekt macht dem Londoner Finanzsektor zu schaffen. Quelle: dpa
London

Der sogenannte Brexit-Effekt macht dem Londoner Finanzsektor zu schaffen.

(Foto: dpa)

LondonIn der Londoner City werden die Folgen des Brexits zunehmend sichtbar. Rund 270 Finanzfirmen haben Teile ihres Geschäfts aus der britischen Hauptstadt in die EU verlagert oder planen einen Umzug.

Die Städte, die am meisten profitieren, sind Dublin, Luxemburg, Paris, Frankfurt und Amsterdam. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Londoner Denkfabrik New Financial, die dem Handelsblatt vorliegt.

Die Autoren haben alle öffentlichen Bekanntmachungen von Banken, Versicherern, Vermögensverwaltern, Handelsplattformen, Finanztechnologiefirmen sowie anderen Finanzdienstleistern ausgewertet und eine Zwischenbilanz gezogen.

Demnach sind bisher 4.900 Arbeitsplätze von dem Umzug betroffen. Banken haben die Verlagerung von 800 Milliarden Pfund an Kapital verkündet, Vermögensverwalter verschieben mehr als 65 Milliarden Pfund, Versicherungen 35 Milliarden Pfund.

Dabei handele es sich nur um bisher verkündete Maßnahmen, betonen die Autoren. Tatsächlich erscheint insbesondere die Zahl zu den Bankenbilanzen eher konservativ. Hubertus Väth, Chef der Standortinitiative Frankfurt Main Finance, hatte bereits im November gesagt, dass im ersten Quartal dieses Jahres 800 Milliarden Euro Kapital allein nach Frankfurt umgebucht würden.

Der Brexit-Effekt werde sich in den kommenden Jahren noch verstärken, sagte William Wright, Gründer von New Financial. Londons Stellung als Europas Finanzhauptstadt sei zwar nicht in Gefahr. Aber der Umzug von Kapital und Mitarbeitern werde anhalten und den Einfluss der Stadt auf die europäischen Finanzmärkte verringern.

Bislang hätten sich die europäischen Aufseher noch flexibel gezeigt und die Einrichtung neuer Einheiten mit minimaler Mitarbeiterzahl erlaubt. Das werde sich jedoch irgendwann ändern.

Vermögensverwalter ziehen nach Dublin und Luxemburg

Was bisher in London konzentriert ist, verteilt sich künftig auf mehrere Standorte in der EU. Laut der New-Financial-Studie gehen 100 Firmen nach Dublin, 60 nach Luxemburg, 41 nach Paris, 40 nach Frankfurt und 32 nach Amsterdam. Viele Großbanken tauchen in der Zählung mehrfach auf, weil sie sich bei der Geschäftsverlagerung für mehrere Städte entschieden haben.

Auffällig sind die Branchen-Schwerpunkte, die sich herausbilden: So ziehen fast alle Banken nach Frankfurt, während Vermögensverwalter nach Dublin und Luxemburg wandern. In Amsterdam konzentrieren sich die Handelsplattformen. Paris hat eine Mischung aus allem.

Derzeit nutzen 5.000 britische Finanzfirmen die sogenannten Passport-Rechte der EU. Diese erlauben Firmen mit einer britischen Lizenz bisher, ihre Dienstleistungen in jedem EU-Land anzubieten. Gemessen daran wirkt die Zahl von 270 Firmen gering, die bisher Brexit-Pläne vorgelegt haben. Die Autoren der Studie erwarten, dass die Zahl in den kommenden Jahren noch steigt, wenn der EU-Zugang endet. Vorerst sollen Übergangsregelungen gelten.

Einige Firmen scheinen noch abzuwarten, welche Regeln für den Finanzsektor vereinbart werden. Andere haben schon entschieden, sich aus dem EU-Geschäft zurückzuziehen. Zehn bis 20 Prozent der City-Institute würden auf EU-Kunden künftig verzichten, sagte ein Londoner Banker dem Handelsblatt. Für viele lohne sich der Aufwand nicht, eine Tochter mit eigenem Kapital zu gründen.

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2 Kommentare zu "Studie zum Brexit: Mindestens 270 Finanzfirmen ziehen ihr Geschäft aus London ab"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Deutschland wird der große Brexit Gewinner sein. England wird um Jahre zurückgeworfen.

    Hoffentlich halten die Verhandlungsführer der EU weiter Kurs.(Good Job!) Die Mitgliedsländer müssen realisieren wie sehr ein EU - Austritt schmerzt. Das hilft bei der Haushaltsdisziplin und der Durchsetzung notwendiger Reformen.

  • Was wohl auch zaehlt ist das London ein sehr teures Pflaster ist. Die international taetigen
    Fachkraefter bekommen sicherlich Wohnzuschlaege je nach Ort, und da ist ein erhebliches
    Sparpotential.

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