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Studie zur Klimapolitik „Ergebnisse sind besorgniserregend“ – EU kann ihre Klimaziele kaum noch erreichen

Die EU-Kommission will das EU-Klimaziel für 2030 noch erhöhen. Doch schon das aktuell gültige Ziel liegt laut einer Studie in weiter Ferne.
16.07.2020 - 17:42 Uhr Kommentieren
62 Prozent des Rückgangs der Emissionen in der EU sind auf erneuerbare Energien zurückzuführen. Quelle: obs
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62 Prozent des Rückgangs der Emissionen in der EU sind auf erneuerbare Energien zurückzuführen.

(Foto: obs)

Berlin EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich im Klimaschutz ehrgeizige Ziele gesetzt. Fester Bestandteil ihres „Green Deals“ ist es, die Treibhausgasemissionen in Europa bis 2030 um 50 bis 55 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Bislang liegt das Ziel bei 40 Prozent.

Doch ist die Erhöhung des Ambitionsniveaus realistisch? Eine Studie des Centrums für Umweltmanagement, Ressourcen und Energie (Cure) an der Ruhr-Universität Bochum nährt Zweifel daran. Das Cure hat die für 2030 geltenden Emissionsreduktionsziele einem „Realitätscheck“ unterzogen – und kommt zu ernüchternden Ergebnissen.

Wenn man die Fortschritte der EU im Klimaschutz in den Jahren 2005 bis 2018 zugrunde legt, erreicht die EU bis 2030 den Berechnungen zufolge nicht einmal das 40-Prozent-Ziel, sondern landet bei einer Reduktion von 37 Prozent. Wenn die EU sich das Ziel setzen sollte, die Emissionen um 55 Prozent zu reduzieren, müsste sie ihre bisherigen Anstrengungen verdoppeln. Das jedoch erscheint extrem herausfordernd.

„Die Ergebnisse sind besorgniserregend“, sagte Graham Weale vom Cure dem Handelsblatt. Ehe ein noch ehrgeizigeres Emissionsziel für 2030 festlegt werde, „sollte erst geprüft werden, ob Europa das schon ambitionierte Ziel einer Reduktion von 40 Prozent erreichen kann“, empfiehlt Weale.

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    Der Studie zufolge ging die Reduktion von Treibhausgasemissionen in den Jahren 2005 bis 2018 in der EU in erster Linie auf den Ausbau erneuerbarer Energien zurück. Sie stehen für 62 Prozent der Emissionsreduktion. 25 Prozent gehen auf das Konto der Substitution klimaschädlicher Energieträger. Dieser Effekt tritt etwa ein, wenn ein Kohlekraftwerk durch ein Gaskraftwerk ersetzt wird. Weitere 13 Prozent der Emissionsreduktion sind auf die Steigerung der Energieeffizienz zurückzuführen.

    Finanzkrise reduzierte Emissionen

    Europa habe sein Zwischenziel einer Reduktion um 20 Prozent bis 2020 nur erreicht, weil die osteuropäische Schwerindustrie zusammengebrochen sei und die Finanzkrise 2009 das Wirtschaftswachstum verringert habe. „Die Emissionsreduktion von weiteren 20 Prozent in nur einer Dekade anstatt in der Zeit von dreien ist schon eine große Herausforderung“, sagte Weale.

    So reiche etwa das Wachstum der erneuerbaren Energien bei Weitem nicht aus, zugleich bleibe die Steigerung der Energieeffizienz hinter den Zielen zurück. Schon vor der Coronakrise seien die jährliche Ausbaurate und die Aufwendungen für den Ausbau erneuerbarer Energien auf das Niveau von vor 2012 gesunken. Finanzielle Engpässe aufgrund der Coronakrise würden diesen Effekt noch verstärken, sagt Weale.

    Hinzu komme, dass selbst bei einer gleichbleibenden Ausbaurate für erneuerbare Energien der Effekt gegenüber früheren Jahren sinken würde, da es bis 2030 zu vermehrten Stilllegungen von Kernkraftwerken kommen werde. Dieser Effekt müsse durch zusätzliche Kapazität von Erneuerbaren kompensiert werden.

    Nach Weales Überzeugung muss daher die Stromproduktion mittels erneuerbarer Energien oberste Priorität haben. Zusätzlich fordert Weale, die Anstrengungen zur Steigerung der Energieeffizienz zu verdoppeln. Die Erreichung dieser Ziele könne nur über „erheblich stärkere Anreize“ erfolgen.

    Mehr: Klimaschutz kann Merkels Vermächtnis sein

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