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Südamerika Erster venezolanischer General stellt sich hinter Guaidó

Der venezolanische Übergangspräsident musste sich bisher ohne die Unterstützung des Militärs gegen Maduro stemmen. Das könnte sich nun ändern.
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Bisher hatte der selbsternannte Präsident keine Unterstützung durch das Militär. Quelle: AFP
Juan Guaido

Bisher hatte der selbsternannte Präsident keine Unterstützung durch das Militär.

(Foto: AFP)

CaracasEin General der venezolanischen Luftwaffe hat sich der Opposition angeschlossen und seine Landsleute zur Teilnahme an Demonstrationen gegen Präsident Nicolás Maduro am Samstag aufgerufen. General Francisco Yánez ist der erste ranghohe Offizier der Streitkräfte, der sich von Maduro lossagt und Oppositionsführer und Parlamentspräsident Juan Guaidó als Interimspräsident anerkennt.

In einem auf YouTube veröffentlichten Video erkläre Yánez, Maduro sei ein Diktator und Guaidó sei sein rechtmäßiger Präsident. „Der Übergang zur Demokratie steht unmittelbar bevor“, sagte der General. „90 Prozent“ der Streitkräfte seien gegen Maduro.

Das Oberkommando der Luftwaffe bezichtigte Yánez darauf via Twitter des Hochverrats. In einem Telefongespräch mit der Nachrichtenagentur AP wollte Yánez nicht sagen, ober sich noch in Venezuela befindet oder das Land verlassen hat. Die AP erreichte ihn über eine kolumbianische Handynummer.

Maduro konnte bisher noch immer auf Rückendeckung durch das mächtige Militär zählen. Allerdings bemüht sich Guaidó seit Tagen, die Streitkräfte auf seine Seite zu ziehen. Unter anderem versprach er den Soldaten Straffreiheit, wenn sie ihn unterstützen.

Guaidó ist der Präsident des von der Opposition kontrollierten, aber von Maduro entmachteten Parlaments. Er hatte sich am 23. Januar zum Übergangsstaatschef erklärt und den Präsidenten damit offen herausgefordert. Guaidó argumentiert, Maduros Wiederwahl im vergangenen Jahr habe demokratischen Standards nicht genügt. Dieser Meinung sind auch die deutsche und andere europäische Regierungen.

International erhält Guaidó bereits viel Unterstützung. Die USA und eine Reihe lateinamerikanischer Länder erkannten ihn an. Nach dem Ablauf eines Ultimatums könnten noch an diesem Wochenende auch Deutschland, Frankreich, Spanien, Portugal, Großbritannien, die Niederlande und Belgien folgen. Eine gemeinsame Erklärung der Europäischen Union als Ganzes erscheint eher unwahrscheinlich.

Maduro gerät international immer weiter ins Abseits. Zudem droht sich die dramatische Wirtschaftskrise zu verschärfen, da die USA inzwischen Sanktionen gegen den staatlichen Ölkonzern PDVSA und damit die wichtigste Einnahmequelle der Regierung verhängt haben. Rückhalt genießt Maduro nach wie vor insbesondere bei seinen wichtigsten Verbündeten Russland und China.

Für Samstag hatte die Opposition zu Massenprotesten aufgerufen. Maduro will im Gegenzug am Samstag ebenfalls eine Kundgebung abhalten. Dabei soll an den 20. Jahrestag des erstmaligen Amtsantritts seines verstorbenen Vorgängers Hugo Chavez erinnert werden. Der Staatschef steht zunehmend unter Druck.

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  • rtr
  • dpa
  • ap
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