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Südamerika Perus Präsident tritt nach Korruptionsvorwürfen zurück

Am Ende wurden die Vorwürfe zu groß: Perus Staatspräsident Pedro Pablo Kuczynski ist einer Amtsenthebung zuvorgekommen und zurückgetreten.
Update: 22.03.2018 - 12:20 Uhr Kommentieren
Der 79-jährige war seit 2016 Staatspräsident von Peru. Quelle: dpa
Pedro Pablo Kuczynski

Der 79-jährige war seit 2016 Staatspräsident von Peru.

(Foto: dpa)

Lima Peru wird durch eine Korruptionsaffäre bis in die Staatsspitze erschüttert. Nur Stunden nachdem Präsident Pedro Pablo Kuczynski mit seinem Rücktritt einem drohenden Amtsenthebungsverfahren zuvorgekommen war, beantragten am Donnerstag Ermittler, dem Ex-Staatsoberhaupt die Ausreise aus dem südamerikanischen Land zu verbieten. Kuczynski steht im Verdacht, in Bestechungen des brasilianischen Bauriesen Odebrecht verwickelt zu sein. Der frühere Wall-Street-Banker weist die Vorwürfe zurück.

Für den 79-Jährigen wurde ein Verbleib im Amt untragbar, als in dieser Woche von der oppositionellen Partei Fuerza Popular heimliche Video-Aufnahmen präsentiert wurden, die die Bestechung von Abgeordneten zeigen sollen. Diese sollten gegen das Amtsenhebungsverfahren stimmen. Den Parlamentariern ist demnach Hilfe der Regierung bei Bauaufträgen in Aussicht gestellt worden. „Angesichts der schwierigen Lage, die mich ungerechtfertigter Weise als Schuldigen dastehen lässt bei Handlungen, an denen ich nicht beteiligt war, denke ich, es ist das Beste für das Land, dass ich die Präsidentschaft der Republik niederlege“, erklärte Kuczynski am Mittwoch in einer TV-Ansprache.

Vor zwei Jahren war der Ex-Banker, der lange Zeit in den USA gelebt hatte, zum Präsidenten gewählt worden. Mit ihm verbanden sich Hoffnungen, die jahrelange Tradition der Korruption auf höchster Regierungsebene zu beenden. Kuczynskis Vorgänger Alberto Fujimori floh vor Ermittlungen zwischenzeitlich aus Peru und wurde nach seiner Rückkehr zu einer langjährigen Haftstrafte verurteilt. Auch gegen die unmittelbare Vorgängerin im Präsidentenamt, Ollanta Humala, laufen in Zusammenhang mit dem Odebrecht-Skandal Ermittlungen.

Einen schweren Schaden erlitt der Ruf Kuczynskis im Dezember, als er ein erstes Amtsenthebungsverfahren abwehren konnte, indem er Fujimori begnadigte. Im Gegenzug hatten oppositionelle Abgeordnete gegen das Verfahren zur Amtsenthebung gestimmt.

  • rtr
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