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Südamerika USA soll Kuba-Sanktionen aufgeben

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Die USA stehen bei den linksgerichteten Regierungen Lateinamerikas zwar noch immer am Pranger. So wetterte der nicaraguanische Präsident Daniel Ortega geschlagene 50 Minuten gegen die "Arroganz" und die "Inhumanität" des kapitalistischen Systems. Und wie fast alle anderen Redner forderte er die Aufgabe der US-Sanktionen gegen Kuba. Obama reagierte ironisch auf die Rede Ortegas: "Ich bin dankbar, dass Präsident Ortega mich nicht wegen Sachen beschuldigt hat, die sich ereigneten, als ich drei Monate alt war."

Aber auch wenn der US-Präsident manche anti-amerikanischen Ausbrüche nicht ernst nimmt, wusste er um die Herausforderung in Trinidad. Also war seine 15-minütige Rede gespickt mit großen Gesten der Versöhnung und Bescheidenheit - und mit leisen Forderungen an die Lateinamerikaner. "Amerika hat sich geändert", betonte er, nun müssten sich aber auch die anderen bewegen.

Obama hat die gleiche Botschaft nach Trinidad gebracht, mit der er die Welt seit fast drei Monaten zu beeindrucken versucht. Es gebe ein "neues Amerika", das in Augenhöhe und fair mit der Welt umgehen möchte. Aber die USA seien "nicht für alle Probleme in der Welt verantwortlich", betonte Obama. Der neue US-Präsident streckt fast allen in der Welt demonstrativ die geöffnete Hand aus - und hofft auf eine positive Resonanz, auf Kompromissbereitschaft in bisher verfeindeten oder misstrauischen Staaten.

Konservative Kommentatoren in den USA wie die des "Wall Street Journal" warnen allerdings schon seit der Europareise Obamas, dass er es wohl vermöge, Beifall und Begeisterung auszulösen - dies aber werde nichts an der Politik von Ländern wie dem Iran, Russland oder eben Kuba ändern. Obama versucht auch deshalb, Erwartungen früh zu dämpfen: Es werde eine "lange Reise" mit Kuba geben, bevor sich das Verhältnis normalisieren werde.

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