Südkorea Neues Raketenabwehrsystem einsatzbereit

Die Stationierung eines neuen Raketenabwehrsystems in Südkorea wird mit Argwohn betrachtet. China und Russland sind dagegen. Für Südkorea aber bietet das System einen besseren Schutz gegen Nordkoreas Raketen.
1 Kommentar
Ein US-amerikanisches Terminal High Altitude Area Defense (THAAD) Raketenabwehrsystem wird auf einem Golfplatz in Seongju (Südkorea) aufgestellt. Quelle: dpa
THAAD Raketenabwehrsystem

Ein US-amerikanisches Terminal High Altitude Area Defense (THAAD) Raketenabwehrsystem wird auf einem Golfplatz in Seongju (Südkorea) aufgestellt.

(Foto: dpa)

SeoulZum Schutz vor Angriffen aus Nordkorea haben die US-Streitkräfte ein umstrittenes neues Raketenabwehrsystem in Südkorea einsatzbereit gemacht. Das teilten die US-Streitkräfte Korea (USFK) mit. Das System habe die Leistungsfähigkeit, nordkoreanische Raketen abzufangen und Südkorea zu verteidigen, erklärte Sprecher Rob Manning am Montag. Ein Beamter des US-Verteidigungsministeriums sprach laut der Militärzeitung „Stars and Stripes“ zunächst von einer beschränkten Einsatzfähigkeit. „Es wird noch einige Monate dauern, bevor das gesamte System vollständig genutzt werden kann.“

Durch die in der östlichen Provinz Nord-Gyeongsang installierte THAAD-Batterie (Terminal High Altitude Area Defense) sollen Südkorea und die in dem Land stationierten US-Truppen besser gegen die wachsende Bedrohung durch Nordkorea geschützt werden. Die Aufstellung geht auf eine Einigung Seouls und Washingtons vom vergangenen Sommer zurück.  

Wie die USA mit den Südkoreanern Zielschießen üben
Proteste gegen die Raketenabwehr
1 von 10

Die Menschen in Südkorea protestieren gegen den Aufbau des umstrittenen Raketenabwehrsystems THAAD der USA. Am Mittwoch kam es bei dem Transport von Bauteilen bereits zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der südkoreanischen Polizei. Es gab zahlreiche Verletzte. Die Spannungen im Konflikt mit Nordkorea nehmen weiter zu.

Manöver in Südkorea
2 von 10

„Die Welt bewegt sich in Richtung nuklearer Vernichtung“, so bewertet der südkoreanische Politiker Ban Ki-Moon die Lieferung eines weiteren Raketenabwehrsystems. Die USA und Südkorea lassen sich davon nicht beirren und üben weiter ihre Manöver.

Militärübungen zum Jahrestag
3 von 10

Zum Jahrestag der nordkoreanischen Armee haben am Dienstag bereits beide Seiten im Korea-Konflikt ihre Stärke präsentiert. Hier beobachtet ein südkoreanischer Soldat den US-Zerstörer USS Wayne Meyer während eines gemeinsamen Manövers. Auch Nordkoreas Volksarmee nahm den Gründungstag zum Anlass, den Ton zu verschärfen. An der Ostküste nahe Wonsan hielt sie laut Medienberichten umfangreiche Schießübungen mit Artilleriegeschützen ab. Das südkoreanische Verteidigungsministerium bestätigte die Berichte.

Der Flugzeugträger „USS Carl Vinson“
4 von 10

Der Kampfverband um den US-Flugzeugträger „Carl Vinson“ hielt nach amerikanischer Darstellung weiter Kurs auf Korea. Am Vorabend des Armee-Jubiläums warnte der nordkoreanische Streitkräfteminister Pak Yong Sik, dass Nordkorea auf militärische Aktionen der USA vorbereitet sei.

US-Atom-U-Boot
5 von 10

Das US-Atom-U-Boot „USS Michigan“ im Hafen von Busan in Südkorea. Das mit Tomahawk-Marschflugkörpern ausgerüstete U-Boot hat laut einem Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul allerdings nicht an den gemeinsamen Seemanövern mit Südkorea vor der West- und Ostküste teilgenommen.

Manöver in Südkorea
6 von 10

Südkoreanische Kampfflugzeuge bei einem Übungsmanöver von Südkorea und den USA. Die Lage in Südkorea ist äußerst angespannt. Grund sind nicht zuletzt bereits zwei Atomversuche und zahlreiche Raketentests durch Nordkorea.

Panzerübung
7 von 10

Am Montag hatte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, in einem Interview des Senders NBC gewarnt, Washington könnte zu militärischen Aktionen greifen, sollte Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un von seinem Konfrontationskurs im Streit um das Atomprogramm des Landes nicht einlenken. Hier üben südkoreanische und US-amerikanische Panzer ihre Manöver für den Ernstfall.

US-Präsident Donald Trump hatte allerdings Südkorea kürzlich mit der Erklärung überrascht, der Verbündete solle für die THAAD-Batterie eine Milliarde Dollar (916,4 Millionen Euro) zahlen. Die Regierung in Seoul erwiderte daraufhin, das sei nicht Teil der Einigung gewesen. Südkoreas Verteidigungsministerium wies neue Verhandlungen über die Stationierungskosten zurück. Demnach muss das Land nur den Standort zur Verfügung stellen.

Die USA hatten vergangene Woche ungeachtet der Kritik aus China und Russland mit dem Aufbau von THAAD begonnen. Beide Länder sehen ihre Sicherheitsinteressen durch das amerikanische Abwehrsystem bedroht. Darüber hinaus hatten Hunderte von Anwohnern und Mitglieder von Bürgergruppen gegen das System protestiert. Südkoreas Verteidigungsministerium hatte erklärt, THAAD solle bis Ende des Jahres vollständig einsatzbereit sein.

Nach zwei Atomversuchen und zahlreichen Raketentests durch Nordkorea seit dem vergangenen Jahr ist die Lage in der Region sehr angespannt. Trump hatte mit Alleingängen im Konflikt mit Nordkorea gedroht, setzt aber auch eine Zusammenarbeit mit Peking, um den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un zum Einlenken zu bewegen. 

Die THAAD-Raketen sollen feindliche Kurz- und Mittelstreckenraketen abfangen. Sie tragen keinen Sprengkopf, sondern zerstören die Rakete durch direkten Aufprall. Dies kann innerhalb wie oberhalb der Erdatmosphäre bis in 150 Kilometer Höhe geschehen. THAAD steht für „Terminal High Altitude Area Defense“.

  • dpa
Startseite

Mehr zu: Südkorea - Neues Raketenabwehrsystem einsatzbereit

1 Kommentar zu "Südkorea: Neues Raketenabwehrsystem einsatzbereit"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Russland war auch dagegen, dass die Ukraine nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion seine Atomwaffen behält.

    Das hat der Ukraine bisher bereits die Krim gekostet, und wird sie demnächst auch noch den Osten ihres Landes kosten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%