Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Südostasien US-Regierung droht nach Wahl in Kambodscha mit Sanktionen

Kambodschas Dauer-Premier Hun Sen wird nach einer umstrittenen Wahl weiter regieren. Die US-Regierung sieht das Ergebnis jedoch kritisch.
Update: 30.07.2018 - 13:56 Uhr Kommentieren

„Kambodschas Parlamentswahl hat in einer hoch repressiven Atmosphäre stattgefunden“

Phnom Penh, WashingtonDas US-Präsidialamt droht nach der umstrittenen Wahl im Kambodscha mit Strafmaßnahmen. Es würden zusätzliche Schritte erwogen, einschließlich Visa-Beschränkungen gegen einige Regierungsmitglieder, teilte das Weiße Haus am Sonntag mit.

Eine Sprecherin sagte, die Abstimmung spiegle nicht den Willen des kambodschanischen Volkes wider – und sprach von einem „Rückschlag“ für die Demokratie. Die Regierung Kambodscha wies die Erklärung zurück. Sie sei ein Versuch, das Land einzuschüchtern.

Bei der Wahl hat sich die Volkspartei von Ministerpräsident Hun Sen zur Siegerin erklärt. Mit dem Wahlerfolg sicherte er sich eine weitere Amtszeit. Die wichtigste Oppositionspartei hatte er vergangenes Jahr verbieten lassen, so dass die CPP keinerlei ernsthafte Konkurrenz mehr hatte. Nach Angaben eines Parteisprechers vom Montag kam die ehemals marxistisch-leninistische Partei landesweit auf mehr als 77 Prozent. Das offizielle Ergebnis kommt erst im August.

Der 65-jährige Hun Sen gehört zu den dienstältesten Regierungschefs der Welt. Zwischenzeitlich bewegte sich Kambodscha unter ihm durchaus in Richtung Demokratie. Nachdem ihn die Oppositionspartei CNRP (Nationale Rettungspartei) 2013 an den Rand einer Niederlage brachte, regiert er jetzt wieder mit harter Hand: Oppositionspolitiker wurden ermordet, sitzen wegen angeblichen Hochverrats im Gefängnis oder flüchteten ins Exil.

Nach Angaben der nationalen Wahlkommission lag die Wahlbeteiligung am Sonntag überraschend hoch bei mehr als 80 Prozent. Demnach gaben 6,9 Millionen von 8,4 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Die hohe Beteiligung löste neue Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Wahl aus. Die CNRP hatte aus dem Ausland zum Protest aufgerufen. Mehr als acht Prozent der abgegebenen Stimmen sollen ungültig sein.

Die Volkspartei feierte sich am Montag für einen „glorreichen Sieg“. Hun Sen selbst erklärte nach Berichten der staatlich gelenkten Presse zu Wählern: „Ihr habt Euch für den demokratischen Weg entschieden.“ Der Westen hatte auf die Entsendung von Wahlbeobachtern verzichtet. Beobachter aus Staaten wie Russland, Vietnam und Thailand bezeichneten sie am Montag als frei und fair.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • dpa
  • rtr
Startseite

Mehr zu: Südostasien - US-Regierung droht nach Wahl in Kambodscha mit Sanktionen

0 Kommentare zu "Südostasien: US-Regierung droht nach Wahl in Kambodscha mit Sanktionen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.