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Susanne Osthoff Kanzlerin lehnt Lösegeld für Irak-Geisel ab

Die Zahlung eines Lösegelds durch die Bundesregierung für die Freilassung der im Irak verschleppten Deutschen Susanne Osthoff steht laut Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) "nicht zur Diskussion". Bisher hat die Bundesregierung noch nicht einmal Kontakt zu den Entführern.
Susanne Osthoff. Foto: dpa

Susanne Osthoff. Foto: dpa

HB BERLIN. Merkel sagte am Donnerstag, jetzt gehe es vielmehr darum, "elementare Fragen" für die Deutsche und ihren ebenfalls entführten Fahrer zu klären, sagte sie am Donnerstag nach einem Treffen mit dem singapurischen Ministerpräsidenten Lee Hsien Loong in Berlin. Es müsse alles getan werden, um das Leben der beiden zu retten.

Die Bundesregierung hat nach Angaben von Außenminister Frank-Walter Steinmeier bislang keinen Kontakt zu den Entführern von Susanne Osthoff. Steinmeier vermied am Donnerstag in Berlin eine Spekulation über die Motivation der Geiselnehmer. Nach bisherigen Informationen über die Täter wolle er sich nicht festlegen, ob die Entführung eher einen kriminellen, auf Lösegeld zielenden oder einen politischen Hintergrund habe. Zu einem Ultimatum, das die Entführer gestellt haben sollen, sagte Steinmeier: „Es gibt keines, was wir als Ultimatum so erkennen.“ Er bestätigte, dass die Geiselnehmer „uns auffordern, jegliche Unterstützungsleistungen gegenüber dem irakischen Wiederaufbau einzustellen“.

„Wir hatten keinen Kontakt zu den Entführern bisher“, sagte der Minister, der sich ständig vom Krisenstab des Auswärtigen Amtes unterrichten lässt. Nach jüngstem Erkenntnisstand „sind wir noch nicht sehr viel weiter“. Die Regierung spreche mit Vertretern aus Staaten, die schon mit Geiselnahmen im Irak konfrontiert wurden, um deren Erfahrungen zu nutzen. „Es geht vor allem um die Frage, auf welche Personen gehen wir zu, wem traut man zu, einen Kontakt herstellen zu können.“ Steinmeier betonte: „Wir müssen ins Gespräch kommen, um die Drucksituation heraus zu bekommen.“ Die Regierung werde sich um Kontakte bemühen. Das werde mit Augenmaß geschehen, um das Leben der Geiseln nicht zu gefährden.

Osthoff war am Freitag im Nordirak zusammen mit ihrem einheimischen Fahrer verschleppt worden. Nach ARD-Angaben drohen die Täter ultimativ mit dem Tod beider Geiseln, falls Deutschland Irak weiter unterstützt. Die Bundesrepublik leistet humanitäre Hilfe und unterstützt die Ausbildung irakischer Polizisten. Sicherheitsexperten halten es für möglich, dass die Entführer Kriminelle sind, die Lösegeld kassieren wollen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Mittwoch erklärt, Deutschland lasse sich nicht erpressen. Der irakische Präsident Dschalal Talabani kündigte an, sich persönlich für die Befreiung Osthoffs einzusetzen.

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