Syrien Assad setzt Angriffe unbarmherzig fort

Internationale Proteste beeindrucken den syrischen Präsidenten nicht. Während in New York um eine Uno-Resolution gerungen wurde, bombardierten seine Truppen Hochburgen des Widerstands. Am Sonntag ging das Töten weiter.
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Ein Foto aus syrischen Oppositionskreisen zeigt die Opfer des Bombardements auf Homs am Samstag. Quelle: dapd

Ein Foto aus syrischen Oppositionskreisen zeigt die Opfer des Bombardements auf Homs am Samstag.

(Foto: dapd)

KairoAuch kurz vor der Abstimmung in New York hatte die syrische Armee nach Angaben von Menschenrechtsgruppen am Samstag in der Stadt Homs ein bisher beispielloses Massaker an Bewohnern verübt. Stundenlang und systematisch wurden die sunnitischen Wohnviertel Khalidiyeh, Bab Amr und Qusur mit schwerer Artillerie und Panzerraketen unter Feuer genommen. Wie die „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ in London und der „Syrische Nationalrat“ bestätigten, starben mindestens 230 Menschen in ihren Häusern, von denen dutzende total zerstört wurden. Über tausend Bewohner wurden verletzt, darunter viele Frauen und Kinder.

Das Regime in Damaskus bestritt diese Berichte und tat sie als „hysterische Propaganda-Kampagne bewaffneter Gruppen“ ab. Die Toten „auf den Bildern der Satellitenkanäle“ seinen in Wirklichkeit von Bewaffneten entführt und hingerichtet worden. In den vergangenen Monaten wurden bei Protesten gegen das Assad-Regime laut Uno mehr als 5.400 Menschen getötet.

Amateurvideos aus Homs zeigten panische Szenen aus der Moschee des bombardierten Stadtteils Khaldiyeh, die als provisorische Notaufnahme für Verletzte hergerichtet worden war. Auf dem Boden des Gotteshauses waren auch zahlreiche Tote zu sehen. Andere Bilder dokumentierten die verzweifelten Versuche von Bewohnern, ihre brennenden Häuser zu löschen.

Homs, das teilweise aussieht wie eine Ruinenstadt, gilt seit Monaten als Hochburg des Widerstands gegen das Assad-Regime. Ganze Straßenzüge sind bereits unter der Kontrolle der „Freien Syrischen Armee“, andere Viertel nach wie vor im Griff des Regimes. Möglicherweise ist das Massaker eine Vergeltungsaktion für den Überfall von Deserteuren auf einen Armeeposten im Stadtteil Khaldiyeh, bei dem 19 Soldaten getötet oder gefangen genommen wurden.

Russland und China stoppen Syrien-Resolution

Aus Protest gegen das Blutvergießen stürmten Regimegegner in zahlreiche europäischen und arabischen Hauptstädten die syrischen Botschaften und verwüsteten das Inventar. Den schwersten Schaden nahm die Vertretung in Kairo im Stadtteil Garden City. Die Demonstranten zündeten das Gebäude an, es brannte teilweise aus. Tunesien kündigt an, den syrischen Botschafter des Landes zu verweisen und forderte alle anderen arabischen Staaten auf, das Gleiche zu tun.

Nach Angaben der Opposition ging in Syrien auch am Sonntag das Töten weiter. Mehr als 50 Menschen starben in allen Teilen des Landes, viele durch Scharfschützen, die Trauerzüge unter Feuer nahmen. Die „Freie Syrische Armee“ erklärte durch einen Sprecher, die Moral der regulären Truppen werde immer schlechter. Viele Einheiten seien in einem „erbärmlichen Zustand und stehen kurz vor dem Kollaps“.

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11 Kommentare zu "Syrien: Assads Regime setzt Angriffe unbarmherzig fort"

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  • @Klausi
    mein Angebot steht! Ein Ticket nach Syrien. Eine Aktion als Kämpfer für westliche Werte könnten Sie medial auch richtig gut vermarkten. Falls dann auch Bomben fallen - Kopf einziehen! Bei Flächenbomardements werden werden Opfer jeglicher Art sowie die Zerstörung ziviler Einrichtungen tolleriert! Die Amis nennen das Collateral Damage!

  • Wenn man die Kommentare einiger Mitbürger hier list dann kann man sich wirklich schämen! Schande!
    In Syrien sterben jeden Tag hunderte von Menschen und werden brutalst von einem Regime unterdrückt und alles was unseren Mitbürgern einfällt sind antisemitische (Mossad) und antiamerikanische (CIA) Kommentare abzugeben.@thomas Wenn du wirklich von diesem Regime begeistert bist dann flieg nach Syrien und kämpf für Assaad. Viel Spaß!
    Die meisten wissen doch gar nicht mehr die Freiheiten in unseren westlichen Werte systems zu schätzen.

  • @Klausi
    Ich zahle Ihnen das Flugticket nach Syrien, dort lassen Sie sich durch den Mossad oder durch die CIA bewaffnen um dann an vorderster Front für die Sicherheit und den Einfluss des Westens kämpfen!

    Vielen Dank an Russland und China ! Den Kriegstreibern wird erstmal Einhalt geboten!

  • Gott sei dank das es russland und china noch gibt es um amerikanische hegemonie zu kampfen.
    Enfluss von westen bedeutet islamisierungs kosovo , hundert tausende tote in afganistan , irak,
    sieg von revolutionären , sorry, islamisten in Lybien.
    Und das alles nur fuer amerikaner , die immer hin 20% von welt ressourcen fressen.

    Fuer amerika europa ist gruselig sozialistischer konglomerat.

    Aber europa und deutschalnd habeen eigine interessen zu schützen .es ist nicht in deutsche
    interessen amerika blind zu folgen.#
    höchste zeit nach 60 Jahre schweigen und amerika s puddel zu sein, eigene politik zu fuhren

  • Gott sei dank das es russland und china noch gibt es um amerikanische hegemonie zu kampfen.
    Enfluss von westen bedeutet islamisierungs kosovo , hundert tausende tote in afganistan , irak,
    sieg von revolutionären , sorry, islamisten in Lybien.
    Und das alles nur fuer amerikaner , die immer hin 20% von welt ressourcen fressen.

    Fuer amerika europa ist gruselig sozialistischer konglomerat.

    Aber europa und deutschalnd habeen eigine interessen zu schützen .es ist nicht in deutsche
    interessen amerika blind zu folgen.#
    höchste zeit nach 60 Jahre schweigen und amerika s puddel zu sein, eigene politik zu fuhren

  • Das erinnert mich alles an die angeblichen "Luftangriffe" auf "friedliche pro-democracy"-Demonstranten in Libyen, die ja letztlich als Vorwand des Krieges der NATO ( pardon, "Durchsetzung eines Flugverbotes zum Schutz von Zivilisten") gegen Libyen verwendet wurden. Hat man dafuer jemals Beweise gesehen/! Oder die legendaere Brutkastengeschichte in Kuwait. Qualitaetsjpurnalismus ist das nicht, wenn man unkritisch die Presseerklaerungen einer Kriegspartei uebernimmt. Man ist selbst Kriegspartei und macht sich die Haende schmutzig. Und so werden wir wohl bald im HB lesen, dass syrische Soldaten kleine Kinder essen, Massenvernichtungswaffen entdeckt wurden, ein Plan, den Westen zu zerstoeren...und wahrscheinlich ist Assad auch Schuld an Malaria und Krebs und dann wundert man sich nach der Machtuebernahme im naiven Westen, dass die pro-democracy-Demonstranten wie nun in Libyen geschehen foltern, pluendern, erpressen, Drogen handeln und extremistische politische Forderungen stellen. Gibt es keine Redakteure mit Verstand und Denkvermoegen? Wenn alle Zeitungen nur noch unkritisch dpa Meldungen nachdrucken, so braucht es in D nur noch eine Einheitszeitung.

  • Moment.
    Sie möchten Menschen töten, damit Sie Ihren eigenen Einfluss stärken???
    So viel zur "moralischen Überlegenheit".

  • Mann sollte die Rebellen gegen das Assad Regime auch mit Waffen und Bomberdemants aus der Luft unterstützen Joe Liebermann hat recht. Mann würde damit auch das Regime in in Iran massiv schwächen das ja bekanntlich nach der Bombe strebt und engster verbündeter von Assad ist. Das Risiko wäre auch kalkulierbar. Der postionen des westen und Israel würde gestärkt. Der Einfluss des Irans, Chinas und Russlands im Nahen Osten wäre massiv geschwächt.
    Wenn ich mir die Kommentare meiner vorgänger so lesse so ist zu verstehen das nicht verstanden haben um was es geht.
    Ein Regime wechsel in Syrien sollte so schnell wie möglich erfolgen. Es geht um die Sicherheit und dem Einfluss des Westen!

  • Schlimm für die Syrer, die anlässlich des von CIA & Mossad angezettelten "Arabischen" Frühlings an eine Intervention geglaubt haben. Dabei ist es doch so offensichtlich, dass die USA und Israel nur ihren Rücken frei haben wollen, um den Iran zu bombardieren. Nun auf zum 3. Krieg. Nur Russland und China begreifen das während unsere Meinungsträger dem US Blödsinn geradezu vorwegblöken.

  • Es wäre wohl ein leichtes, einfach einmal nach Homs zu fahren und nachzusehen, ob sich die Schäden an Gebäuden feststellen lassen und vielleicht auch Verletzte in den Krankenhäusern besuchen. Das nennt sich "Ortstermin" und ist durchaus guter journalistischer Brauch. Auch Diplomaten gibt es noch in Syrien.

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