Syrien

Dunkle Rauch über Al Habit nach Angriffen von Regierungstruppen

(Foto: AFP)

Syrien Bundesregierung prüft auf US-Anfrage Militär-Optionen gegen Assad

Das Verteidigungsministerium lässt offenbar eine deutsche Beteiligung an Vergeltungsangriffen in Syrien prüfen. Dafür gäbe es aber eine Voraussetzung.
Update: 10.09.2018 - 03:11 Uhr 1 Kommentar

BerlinVerteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) prüft laut einem Medienbericht, ob und wie sich die Bundeswehr bei einem erneuten Chemiewaffeneinsatz von Syriens Präsident Baschar al-Assad gegen die eigene Bevölkerung an militärischen Vergeltungsaktionen beteiligen kann.

Im Verteidigungsministerium werde erwogen, sich für diesen Fall an der Allianz der USA sowie von Großbritannien und Frankreich zu beteiligen, schreibt die „Bild“-Zeitung. Eine Entscheidung fälle aber letztlich das Kanzleramt, heißt es weiter.

Der Prüfung ist dem Bericht zufolge eine Anfrage der US-Seite ans Kanzleramt vorausgegangen. Bei einer „hochrangig besetzten“ Expertenrunde seien im Verteidigungsministerium diverse Optionen diskutiert worden. Diese reichten von Aufklärungsflügen und einer Schadensanalyse nach einem Angriff bis hin zur Teilnahme an Kampfeinsätzen.

Sollte Assad nachweislich wieder Giftgas gegen sein eigenes Volk einsetzen, könnten neben den USA, Großbritannien und Frankreich diesmal auch bewaffnete Bundeswehr-Tornados Angriffe auf militärische Infrastruktur wie Munitionsdepots fliegen, heißt es in dem Bericht. Der Bundestag würde im Falle eines schnellen Eingreifens erst nachträglich befragt.

Ein solcher Bundeswehr-Einsatz „wäre historisch“, schreibt die „Bild“ weiter. „Deutschland würde damit erstmals die direkte Konfrontation mit Syriens Verbündetem Russland riskieren.“

„Die Situation in Syrien gibt Anlass zu höchster Sorge“, zitierte die Zeitung aus einer gemeinsamen Stellungnahme von Verteidigungsministerium und Auswärtigem Amt. „Selbstverständlich sind wir in diesen Zeiten im engen Kontakt mit unserem amerikanischen Verbündeten und europäischen Partnern. Auf allen Ebenen tauschen wir uns ständig aus über das aktuelle Lagebild, mögliche weitere Krisenszenarien sowie gemeinsame Handlungsoptionen. Ziel ist, dass die Konfliktparteien eine Eskalation der bereits jetzt für die betroffenen Menschen furchtbaren Situation vermeiden. Das gilt insbesondere für den Einsatz von verbotenen Chemiewaffen, die das Assad-Regime in der Vergangenheit bereits benutzt hat.“

Der syrische Bürgerkrieg hatte im März 2011 im Zuge der arabischen Aufstände mit Protesten begonnen, gegen die Sicherheitskräfte mit Gewalt vorgingen. Daraus entwickelte sich ein bewaffneter Konflikt. Seitdem sind mehr als 400.000 Menschen ums Leben gekommen, Millionen wurden im Land vertrieben oder flohen ins Ausland. Große Gebiete Syriens wurden während des bewaffneten Konflikts massiv zerstört.

Im April hatten die USA, Frankreich und Großbritannien mit dem größten gemeinsamen Luftangriff seit Kriegsausbruch in Syrien Vergeltung für den mutmaßlichen Giftgas-Einsatz im syrischen Duma geübt. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte eine deutsche Beteiligung an dem Militärschlag ausgeschlossen.

  • dpa
  • rtr
  • dsc
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1 Kommentar zu "Syrien: Bundesregierung prüft auf US-Anfrage Militär-Optionen gegen Assad"

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  • Erneuter Chemiewaffeneinsatz? Es hat keine solchen Einsaetze gegeben und wir auch
    keine geben. Man kann ueber Assad denken, was man will, aber er ist weder dumm noch
    verrueckt. Man sucht fadenscheinige Gruende um mal wieder zu bomben. Und was wuerde
    das bringen. Eine Verlaengerung des Krieges und mehr Opfer - vor allem Zivilisten.
    Grundsaetzlich noch zu Idlib: Hat schon jemand gefragt, was die Bevoelkerung eigentlich
    will? Fuer mich ist schwer vorstellbar, dass die Leute mehrheitlich in einem islamischen
    Staat leben moechten.

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