Syrien Einmarsch syrischer Kräfte in Afrin steht bevor

Die Türkei führt eine harte Militärkampagne gegen die Kurden in Nordsyrien. Nun soll die Assad-Armee den Kurden zu Hilfe kommen.
Update: 19.02.2018 - 13:00 Uhr 12 Kommentare
Syrien: Kurden verbünden sich mit Assad gegen Türkei Quelle: AP
Syrien

Die türkische Armee war im Zuge der Operation Ölzweig im Januar im Norden Syriens einmarschiert und will die Kurdenmiliz YPG aus Afrin vertreiben.

(Foto: AP)

DamaskusDer syrischen Regierung nahestehende Kräfte sind nach einem Bericht des Staatsfernsehens kurz vor einem Einmarsch in die kurdische Enklave Afrin im Nordwesten des Landes. Sie würden nach einer Vereinbarung mit der Kurdenmiliz YPG „innerhalb von Stunden“ in Afrin einziehen, meldete das Fernsehen am Montag. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete, sogenannte Volkskräfte sollten lokale Einheiten dabei unterstützen, eine türkische Aggression abzuwehren. Weitere Details wurden nicht genannt.

Die türkische Zeitung „Habertürk“ berichtete, regierungstreue syrische Kräfte würden in den kommenden beiden Tagen an vier Standorten stationiert. Binnen einer Woche sollten sie in 52 Stellungen Position beziehen. Die YPG habe sich im Gegenzug bereiterklärt, ihre schweren Waffen abzugeben.

Der ehemalige Vorsitzende der syrischen Kurdenpartei PYD, Salih Muslim, dementierte am Montag in Berlin hingegen eine bereits erfolgte Einigung. Ihm zufolge hätten die kurdischen Truppen die Regierung in Damaskus bisher lediglich aufgefordert, den Luftraum und die Grenze gegen türkische Angriffe zu verteidigen. „Darüber gibt es zur Zeit Verhandlungen mit der Regierung unter Vermittlung von Russland, aber es wurde noch keine Einigung erzielt“, sagte Muslim. Es sei nicht einfach, eine Vereinbarung mit der Regierung von Präsident Baschar al-Assad zu treffen, „denn für uns macht es keinen Unterschied, ob wir von der Türkei unterdrückt werden oder von diesem Regime der Baath-Partei“, sagte Muslim.

Die syrische Regierung habe immer noch die Vorstellung, dass sie in dem Gebiet die vollständige Kontrolle übernehmen könnte, so wie vor 2011. Die Kurden würden dies jedoch nicht akzeptieren. Sie wollten Demokratie und Föderalismus. Muslim sagte, seine Partei wünsche sich von den USA und den Europäern Unterstützung in diesem Konflikt. Der Westen sei jedoch bisher weitgehend still geblieben, womöglich mit Rücksicht auf anstehende Rüstungsgeschäfte mit dem Nato-Land Türkei.

Ein Abkommen mit der syrischen Regierung brächte der YPG Verstärkung im Kampf gegen den am 20. Januar begonnenen türkischen Feldzug in Afrin. Die Türkei betrachtet die Miliz als Terrorgruppe und will sie aus der Region vertreiben. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu drohte bereits mit Angriffen auf die syrische Armee, sollte diese der Kurdenmiliz zu Hilfe kommen. „Wenn sie kommen, um die YPG zu verteidigen, dann kann niemand und nichts uns oder die türkischen Soldaten stoppen“, drohte Cavusoglu bei einem Besuch in der jordanischen Hauptstadt Amman.

Das Abkommen könnte jedoch einen Rückzug türkischer Soldaten und das Ende der seit einem Monat andauernden Luft- und Bodenoffensive der Türkei gegen die YPG in Afrin bewirken. Die Türkei betrachtet die YPG als Terrorgruppe.

Der Deal ist ein Beweis für das zunehmend verworrene Schlachtfeld in Nordsyrien – ein Netz von Rivalitäten und Bündnissen zwischen kurdischen Kräften, der syrischen Regierung, Rebellengruppen, der Türkei, den Vereinigten Staaten und Russland.

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12 Kommentare zu "Syrien: Einmarsch syrischer Kräfte in Afrin steht bevor"

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  • Die Türken sind unsere besten Verbündeten im Kampf gegen den IS. Die Kurden haben die Drecksarbeit gemacht als niemand Bodentruppen schicken wollte.

    Die Türken führen einen Angriffskrieg gegen unsere Verbündeten.

    Volle Solidarität mit den Kurden.

  • @ Herr Chris Koeh
    19.02.2018, 10:12 Uhr

    Die Türkei hat die Kurden in Syrien (nicht Irak) angegriffen, nicht umgekehrt. Das ist bereits Krieg. Sogar ein Angriffskrieg. Das darf nicht sein, deswegen sind plötzlich alle Kurden Terroristen.

  • Oha, hier liest jemand mit. Jetzt ist der Text geändert worden!

  • Wer ist den jetzt die Wertegemeinschaft, die Türken oder die Kurden oder gar die Syrer ?

  • Ist wie im Mittelalter Europas.
    Jeder mit jedem und gegen jeden, gerade wie es passt.

  • Jetzt können die von Flinten-Uschi gelieferten Panzerfäuste MILAN in der Praxis, im Kampf gegen deutsche Panzer Leo's zeigen, was sie taugen..........?????? :-)

  • Die tuerkische Armee ist in Syrien eingefallen - Syrien muss sich und seine kurdischen
    Staatsbuerger verteidigen. So einfach ist das.

  • "Welche Möglichkeiten hat die Türkei sich zu schützen? Reichen nicht einfache Möglichkeiten wie die Grenzen zu schließen?"

    Das ist ein guter Vorschlag.
    Einfach Tür zu und Zaun zu. Dann kommt kein Panzer rein und kein Flugzeug drüber.

  • "Die Türkei führt eine harte Militärkampagne gegen die Kurden in Nordsyrien"
    Militärkampagne - meint ihr ANGRIFF, KRIEG? Oder was ist eine Militärkampagne?
    Nord-Irak ist kein Hoheitsgebiet der Türkei - ist es ein Angriffskrieg? Gerade, wenn die Syrische Armee eingreift, könnte sich ein Krieg entwickeln. Allerdings ist zu erwarten, dass Russland diplomatisch eingreift.
    Welche Möglichkeiten hat die Türkei sich zu schützen? Reichen nicht einfache Möglichkeiten wie die Grenzen zu schließen?

  • Das werden die auch tun.

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