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Syrien, Irak, Frankreich 110 Journalisten 2015 weltweit getötet

In den Kriegsgebieten wie denen in Syrien und im Jemen war der Journalistenberuf 2015 besonders gefährlich. Insgesamt 110 Journalisten starben 2015. Doch zwei Drittel der Getöteten kamen außerhalb von Kriegen ums Leben.
29.12.2015 - 07:37 Uhr
Bei dem Anschlag auf das religionskritische französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ sind am 7. Januar in Paris zwölf Menschen getötet worden. Quelle: dpa
Nach Anschlag auf Satiremagazin Charlie Hebdo

Bei dem Anschlag auf das religionskritische französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ sind am 7. Januar in Paris zwölf Menschen getötet worden.

(Foto: dpa)

Berlin Im abgelaufenen Jahr sind nach Zählung von Reporter ohne Grenzen weltweit 110 Journalisten getötet worden. Mindestens 67 von ihnen seien wegen ihrer Arbeit ums Leben gekommen, teilte die Organisation am Dienstag mit. Dies sei einer mehr als 2014 gewesen. Besonders viele Journalisten seien im Irak, in Syrien, in Frankreich und im Jemen in Ausübung ihres Berufs ums Leben gekommen.

Obwohl dies überwiegend Kriegsländer seien, sei eher der Anschlag auf die Zeitung „Charlie Hebdo" in Paris für die weltweite Entwicklung charakteristisch: Fast zwei Drittel der weltweit getöteten Journalisten starben außerhalb von Kriegen.

„In viel zu vielen Ländern riskieren Journalisten ihr Leben, wenn sie über brisante Themen recherchieren oder die Mächtigen kritisieren", sagte ROG-Vorstandssprecherin Britta Hilpert. Bislang liefen alle internationalen Bemühungen ins Leere, Gewalt gegen Journalisten zurückzudrängen.

Die gefährlichsten Länder für Journalisten waren 2015 der Irak und Syrien. Reporter ohne Grenzen zufolge wurden dort jeweils mindestens neun Journalisten wegen ihrer Arbeit getötet. So stünden in der syrischen Stadt Aleppo Journalisten im fünften Jahr des Bürgerkriegs zwischen allen Fronten.

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    Im irakischen Mossul habe die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) reihenweise Journalisten entführt, vertrieben oder ermordet, um unabhängige Informationen zu unterdrücken. In Frankreich wurden bei dem Attentat auf Charlie Hebdo acht Journalisten ermordet. Im Jemen starben außerdem mindestens sechs.

    Doch auch in anderen Ländern sei Journalismus ein lebensgefährlicher Beruf. In Indien etwa lebten Journalisten besonders gefährlich, die über Verbindungen zwischen organisiertem Verbrechen und Politik oder über heikle Umweltthemen recherchierten, erklärte die Organisation.

    In Mexiko habe die Ermordung eines Fotojournalisten in der Hauptstadt gezeigt, dass sich die Gewalt gegen Reporter nicht auf gefährliche Regionen wie die Bundesstaaten Veracruz und Oaxaca beschränken lasse. In Bangladesch hätten mutmaßliche Islamisten innerhalb eines Jahres vier Blogger ermordet.

    • dpa
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