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Syrien-Krise Putins doppeltes Spiel

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Assad hat mehr als 250.000 Tote auf dem Gewissen

Assad hat mehr als 250.000 Tote auf dem Gewissen. Seine Schergen quälen die Menschen – nach dem Urteil von Uno-Ermittlern systematischer und bestialischer als während des Balkankriegs vor zwei Jahrzehnten. Gleichzeitig wissen die westlichen Führungen, dass sie im fünften Jahr des Syrien-Dramas nur noch die Wahl haben zwischen schlechten und der ganz schlechten Option. Das wäre der Triumph der Dschihadisten.

Und so forderte Kanzlerin Angela Merkel jetzt als erste europäische Regierungschefin, Assad müsse in künftige Friedensgespräche einbezogen werden. Ähnlich hatten sich zuvor bereits die Außenminister Frankreichs, Großbritanniens und der USA geäußert.

Denn allein schon, wenn es gelänge, die Fässerbomben-Angriffe des Regimes auf seine eigenen Landsleute durch Verhandlungen zu stoppen, könnte das die Fluchtwelle aus Syrien schlagartig reduzieren. Mehr als vier Millionen Syrer haben jenseits der Grenzen Zuflucht gesucht, weitere acht Millionen irren in ihrer Heimat umher.

Die große Mehrheit der Unglücklichen würde lieber heute als morgen in ihre Städte und Dörfer zurückkehren, wenn sie dort ihres Lebens sicher wären. Zudem könnte Putin den Westen mit dem Argument ködern, die neue russische Militärpräsenz werde eine unbeschränkte Dominanz von Iran und Hisbollah in dem Minisyrien am Mittelmeer verhindern – eine Perspektive, der sich auch Israels Premier Benjamin Netanjahu zugänglich zeigte.

Die bisherige postosmanische Nation dagegen liegt in Trümmern und wird nie wieder zusammenfinden. Europa und die USA haben diesem historischen Debakel von Anfang an tatenlos und unentschlossen zugesehen. Und so wird, sollte es wenigstens für den verbliebenen Rumpfstaat zu einer Art Friedensregelung kommen, diese eine deutliche russisch-iranische Handschrift tragen.

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