Russische Fregatte „Admiral Essen“

Die russische Flotte kreuzt im Mittelmeer vor Syrien.

(Foto: Reuters)

Syrien-Krise Russische Flotte verlässt syrischen Hafen – und droht mit dem Angriff auf US-Flugzeugträger

Russlands Flotte kreuzt im Mittelmeer. Im Falle eines Raketenangriffs auf Syrien droht Russland mit Angriffen auf US-Flugzeugträger.
67 Kommentare

MoskauDie Lage in Syrien spitzt sich offenbar dramatisch zu: Satellitenaufnahmen belegen den eiligen Abzug der russischen Flotte aus dem syrischen Mittelmeerhafen Tartus.

Während russische Medien schon einen Countdown vor dem möglichen Beginn einer amerikanischen Luftwaffenoperation gestartet haben, sind sieben Schiffe, zwei Patrouillenboote und ein U-Boot vor Tartus in See gestochen.

Darunter sind auch die erst 2014 fertiggestellte und mit Lenkwaffen bestückte Fregatte „Admiral Grigorowitsch“ und ein Landungsschiff.

Nur ein einziges russisches U-Boot ist im Hafen verblieben. Das geht aus Aufnahmen hervor, die das in Israel beheimatete Unternehmen ImageSat International (ISI) veröffentlicht hat.

Der Abzug in Tartus bedeutet allerdings keine Flucht der Russen aus Syrien. Die Schiffe kreuzen weiter vor der syrischen Küste. So sichert Moskau einerseits kostbares Material vor einem möglichen Raketeneinschlag und demonstriert andererseits Kampfbereitschaft.

Russland erhöht Truppenpräsenz in Syrien

Zudem hat der Kreml seine Präsenz im Landesinnern noch verstärkt. Nachdem es der von russischen Truppen unterstützten Armee des syrischen Machthabers Baschar al-Assad nun offenbar gelungen ist, die Kontrolle über die Region Ost-Ghuta zu übernehmen, rückt nun russische Militärpolizei dort ein.

Eine entsprechende Ankündigung hatte der russische Generalstab bereits am Mittwoch gemacht. „Ab morgen werden zur Gewährleistung der Sicherheit, Ordnung und Organisation von Hilfe an die örtliche Bevölkerung Einheiten der Militärpolizei in die Stadt Duma entsandt“, erklärte General Wladimir Posnichir.

Die Lage sei nun vollständig stabil, und 60.000 Bewohner könnten in ihre Häuser zurückkehren, sagte er. Ihnen werde sowohl vonseiten der UN als auch durch das russische „Zentrum zur Verständigung der Kampfparteien in Syrien“ geholfen, fügte er hinzu. Seinen Angaben nach wurden insgesamt etwa 1000 Tonnen an Lebensmitteln und Medikamenten in die Region geliefert.

Duma ist ausgerechnet der Ort, wo die Truppen von Assad angeblich Giftgas eingesetzt haben sollen, was sowohl der syrische Staatschef als auch Russland bestreiten. Moskau blockierte eine entsprechende Resolution im UN-Sicherheitsrat, kam aber mit seinen zwei Initiativen ebenfalls nicht durch. Russlands UN-Vertreter Wassili Nebensja warnte daraufhin eindringlich vor den „schwerwiegenden Folgen“ eines amerikanischen militärischen Alleingangs in Syrien ohne UN-Mandat.

Russland droht mit Angriff auf US-Flugzeugträger

Der russische Botschafter im Libanon, Alexander Sasypkin, drohte nicht nur mit dem Abschuss amerikanischer Raketen über Syrien, sondern auch mit der Bekämpfung der „Feuerquellen“ – also einem möglichen Angriff auf die amerikanischen Flugzeugträger vor der Küste.

Eine Drohung, die später auch Generalstabschef Waleri Gerassimow wiederholte: Sollten russische Soldaten in Syrien in Gefahr geraten, werde das Feuer nicht nur gegen die Raketen, sondern auch gegen die Raketenträger gerichtet. Diese Replik wiederum veranlasste Trump zu seinem Twitter-Ausbruch, in dem er höhnte, Russland solle sich auf Amerikas „smarte“ Raketen vorbereiten.

Während Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte, er wolle die „Twitter-Diplomatie“ nicht fortsetzen und fordere ernsthafte Gespräche, „um die ohnehin instabile Situation nicht weiter zu beeinträchtigen“, setzte Außenamtssprecherin Maria Sacharowa trotzdem auf Facebook nach: Smarte Raketen flögen nicht gegen eine legale Regierung, die gegen Terroristen kämpfe, schrieb sie.

Zur Demonstration seiner Entschlossenheit hat das russische Verteidigungsministerium mehrere Küstenabschnitte Syriens gesperrt. Neben der aus Tartus ausgelaufenen Flotte sind weitere Schiffe, darunter die ebenfalls neue Fregatte „Admiral Essen“, im östlichen Mittelmeer im Einsatz. Insgesamt 15 russische Kriegsschiffe befinden sich derzeit in der Region.

Die im Vorjahr in Syrien stationierten Luftabwehrsysteme S-400 und Panzir wurden in Alarmbereitschaft versetzt. Daneben hat Russland nun auch einige Propellerflugzeuge vom Typ Il-38N nach Syrien beordert, die sich auf die Abwehr von U-Booten spezialisiert haben.

Startseite

Mehr zu: Syrien-Krise - Russische Flotte verlässt syrischen Hafen – und droht mit dem Angriff auf US-Flugzeugträger

67 Kommentare zu "Syrien-Krise: Russische Flotte verlässt syrischen Hafen – und droht mit dem Angriff auf US-Flugzeugträger"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Während Putin und seine idiotische Marionette Trump in Syrien Weltkrieg spielen wollen, überbieten sich hier die Kommentatoren in soziologisch politischem Feuilleton ohne Bezug zum Thema. Es geht in Wahrheit darumdarum, dass Putin und Trump völlig ungeeignet sind, den Weltfrieden zu erhalten. Die Geheimdienstspielchen, die Hacker-Angriffe, die Fake-News, die aus Russland kommen, gepaart mit der unfassbaren Verlogenheit und Infantilität Trump sind die schlimmste Mischung, die man sich denken kann.

    Putin hat Trump mit immensem Aufwand unterstützt. Putin ist ein katastrophaler Taktiker ohne Konzept. Daraus kann nur die Forderung resultieren: Putin muss weg.

  • Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Diskutieren erwünscht – aber richtig“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Lustig, da redet der schlimmste Klempner darüber, wie schlecht klempnern seiner Meinung nach funktioniert und dass man deswegen mal so richtig klempnern müsste... zitiert dann Nietzsche mit irgendeiner hohlen, auf niemanden wirklich zutreffenden Plattitüde und hält sich für schlau. Top :)

  • @ Annette Bollmohr

    Frau Bollmohr, es wird nicht funktionieren - wie ALLE Gesellschaftsklempnereien nicht funktionieren. Es gibt fleißige und faule Menschen, habgierige und bescheidene, "gute" und "böse" usw. Alle Gesellschaftsklempner akzeptieren das nicht. Am Beispiel der Sozialisten hat das Nietzsche bereits lange vor deren "Aufstieg" grandios beschrieben:
    "Denn er begehrt eine Fülle der Staatsgewalt, wie sie nur je der Despotismus gehabt hat, ja er überbietet alles Vergangene dadurch, dass er die förmliche Vernichtung des Individuums anstrebt: als welches ihm wie ein unberechtigter Luxus der Natur vorkommt und durch ihn in ein zweckmäßiges Organ des Gemeinwesens umgebessert werden soll."
    http://www.textlog.de/22056.html
    Wenn man jedoch den Individualismus, die Einzigartigkeit eines jeden Menschen mit allen seinen Stärken und Schwächen akzeptiert, dann muss man feststellen, dass nur in einer Privatrechtsgesellschaft die Rechte eines jeden Individuums am besten gewahrt werden und Verstöße gegen diese Rechte am gerechtesten sanktioniert werden können.

  • Johnson: Lüge von nordvietnamesischen Angriff durch USA. Reagan : Angriff auf Grenada Anzahl der dort stationierten Soldaten hochgelogen (Anzahl der Kubaner=Anzahl der Uniformen also nie Wäschetausch): Bush (Sen) : Irak auch wegen Brutkastenmorde (erfunden) angegriffen
    Clinton (Mann): Serbien wegen Hufeisenplan und nicht existierendem KZ angegriffen
    Bush((Jun): Angriff auf Irak wegen erfundenen Giftgasbesitz Angriff auf Afghanistan, weil Saudis
    einen Terroranschlag verübten. Obama: ließ sich durch UN Flugverbotszone in Libyien genehmigen und machte eine Bombadierungszone draus, Amnasty international fand keine Belege für die angeblichen Vergewaltigungen und der Friedhof mit Gaddafis Opfer enthielt nur normal Gestorben
    Das ist ein Muster. Gegner meiner Meinung bitte ich um eine Liste mit wahren Begründungen amerikanischer Kriegsführeung.

  • @ Thomas Maidan: Guter und lustiger Kommentar :), wobei ich gar nicht sicher bin, dass die US-Amerikaner (ok, einfach alle Völker) mehr oder weniger manipuliert in die Wahlkabinen wandern als die Russen oder die Türken. Vielleicht wird auf Umwegen wirklich alles von Goldman Sachs "gewählt"?

    Aber hier bietet sich eine Überleitung zu den klugen Repliken von Frau Bollmohr auf das Libertarismus-Anarchie-Gesummse von Herrn Metz an.

    Denn dass der Bürger im Konflikt mit seinem Staat liegt, ist ziemlich undifferenziert, nicht umsonst haben wir (relativ ordentlich) getrennte Gewalten. Und mit modernen technischen Mitteln ist es ohne weiteres Möglich, viel mehr Verantwortung an den Souverän zurück zu geben. Ja, auch die RTL2-Gucker, das gehört nun mal dazu. Wenn die Bürger tatsächlich das Gefühl haben, etwas bewegen zu können, dann bewegen sie sich auch selbst mehr. Die beiden "Volksparteien" haben überhaupt kein Interesse an einem mündigen Bürger, deswegen ist die AfD leider so erfolgreich.

    Aber es braucht sicher keinen Abbau einer übergeordneten und der Fürsorge und Gleichbehandlung aller verpflichteten Gewalt (die Qualität der Plichtausübung zu kritisieren ist ein anderes Thema und - immerhin - erlaubt, zumindest hier) - ich will keine totale "Marktmachung" von allen öffentlichen Gütern, Systemen und Rechten - das führt schlicht dazu, dass die Reichen sich wirklich ALLES kaufen können, auch IHR Leben. Ich bin ziemlich sicher, auch Sie fänden das ziemlich schnell nicht mehr so geil...

  • Scheint ja ganz schön fix zu gehen, so ein moderner Krieg. Zum Glück haben wir großartige Strategen, die genau wissen, was sie tun. Putin unterstützt Trump, dann auch wieder nicht, Putin lässt sich von Erdogan ein Flugzeug abschiesen, unterstützt selbst Assad, Erdogan bekämpft Assad, Putin will neuerdings wieder gemeinsam mit Erdogan gegen die NATO polemisieren, Putin provoziert England, oder auch nicht, Putin schüttelt Erdogan die Hand, plant aber, die Türkei aus Syrien herauszudrängen, Putin, der schlaue Russe, wird zum Alawitenfreund in einer Gegend, wo sich Sunniten und Schiieten nicht mögen, und Trump würde am liebsten alle in die Luft jagen.

    Drei ganz große Strategen am Werk. Wer hat die eigentlich gewählt?

  • @Herr Helmut Metz
    12.04.2018, 20:00 Uhr

    "Wer soll entscheiden, was vernüntig bzw. unvernünftig ist? Sie? Ein Kollektiv?"

    Lesen Sie meine Kommentare (richtig), da habe ich genau diese Fragen (sinngemäß) schon oft genug - manchmal sogar ziemlich detailliert - beantwortet.

    Es nervt (nicht nur mich), sondern bringt auch nichts, wenn ich mich hier ständig wiederhole.

  • @ Annette Bollmohr

    Sie begehen letztendlich den gleichen Fehler, den etwa auch die Sozialisten begehen: Sie hängen einer Utopie nach:
    "Wenn man (...) vernünftig nutzen würde..."
    Was ist vernünftig? Was ist unvernünftig? Wer soll entscheiden, was vernüntig bzw. unvernünftig ist? Sie? Ein Kollektiv?
    Das unterscheidet den Austrian so sehr von den Utopisten (ganz speziell natürlich von utopischen Wirtschaftslehren): Er ist REALIST, ER NIMMT DEN MENSCHEN, WIE ER IST.
    Er akkzepziert beispielsweise auch, dass es aggressive und friedliche Menschen gibt. Und für das Zusammenleben von Menschen stellt er ganz unutopisch fest, dass es eine besere Gesellschaftsform als den Staat gibt...

  • @Herr Heinz Walde: sehr treffende Analyse! Danke! Ich nehme an, Sie kennen das Buch von Michel Lüders: Wer den Wind sät? Wenn nicht, hier ein interessanter Vortrag von ihm. https://www.youtube.com/watch?v=syygOaRlwNE
    Wäre gut, wenn sich die Diskutanten hier das mal zu Leibe führen würden. Vielleicht auch die Redakteure? Würde uns hier viel Unsinn ersparen.

Alle Kommentare lesen
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%