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Syrien Moskau wirft USA Drohnenangriff auf russische Stellung vor

Schießen die USA in Syrien direkt auf russische Einrichtungen? Russland behauptet das zumindest.
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Russland wirft USA Drohnenangriff auf russische Stellung vor Quelle: AP
Assad, Putin und Schoigu

Der syrische Machthaber, der russische Präsident und der russische Verteidigungsminister bei einer Besprechung.

(Foto: AP)

Moskau Die Beziehungen zwischen Russland und den USA sind angespannt. Nun erhebt Moskau zusätzlich einen brisanten Vorwurf: US-Militärs sollen einen direkten Angriff auf ein russisches Militärobjekt in Syrien gestartet haben.

Auf der Sicherheitskonferenz „Security China 2018“ in Peking erklärte Russlands Vizeverteidigungsminister Alexander Fomin, dass der Stellvertreterkrieg in Syrien längst auch schon zu einer direkten Konfrontation zwischen russischem und amerikanischem Militär eskaliert sei.

Im Januar sei der Luftwaffenstützpunkt Hmeimim von Drohnen attackiert worden, führte er aus: „13 Drohnen haben in militärischer Formation und geführt von einem einheitlichen Kommando angegriffen“, sagte er. Zu dieser Zeit habe sich ein US-Aufklärungsflugzeug vom Typ „Poseidon 8“ in der Nähe aufgehalten.

Als der funktechnische Abwehrdienst die automatisch gelenkten Drohnen abzufangen drohte, seien sie auf manuelle Steuerung umgestellt worden. „Diese Handsteuerung hat nicht irgendein Bauer, sondern eine Poseidon 8 übernommen“, sagte Fomin.

Damit beschuldigt Fomin die USA, einen direkten Angriff auf russische Militärs ausgeführt zu haben. Die Basis Hmeimim wird als Teil des Basil al-Assad-Flughafens der Region Latakia von russischen Streitkräften genutzt. Auf dem Militärflugplatz sind rund 30 verschiedene russische Flugzeuge stationiert. Bereits mehrfach wurde die Basis das Ziel von Angriffen, unter anderem auch durch unbemannte Drohnen.

Im Dezember 2017 wurden dabei zwei russische Soldaten getötet. Bei der nun kolportierten Attacke hat es nach Angaben Fomins keine Opfer gegeben. Die Drohnen seien abgefangen, sieben physisch zerstört und sechs durch Funkstörungen außer Gefecht gesetzt worden, so der General.

Bei der Untersuchung habe sich herausgestellt, dass die Drohnen in einem hochentwickelten Land hergestellt wurden. Hatte Russland bisher den USA vorgeworfen, islamistische Kämpfer mit moderner Technik auszurüsten, geht der jetzige Vorwurf deutlich weiter, denn er impliziert, dass das US-Militär den Angriff auf das russische Objekt selbst gesteuert habe.

In Syrien fahren beide Regierungen einen diametralen Kurs. Während Russland den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad unterstützt und praktisch alle seine Gegner pauschal als Terroristen einstuft, werfen die USA dem syrischen Staatschef zahlreiche Kriegsverbrechen, unter anderem den Einsatz von Giftgas, vor.

In diesem Zusammenhang hat Trump bereits zweimal Luftangriffe auf syrische Objekte befohlen. Bisher wurden russische Kräfte im Vorfeld jeweils gewarnt, um eine Eskalation zu vermeiden. Die jetzt von den Russen angeführte Attacke wäre eine solche Eskalationsstufe.

Und sie könnte dazu führen, dass die ohnehin schon angespannten Beziehungen noch schneller erodieren. Zwar hat US-Sicherheitsberater John Bolton bei seiner Moskau-Visite ein neues Treffen zwischen Kremlchef Wladimir Putin und Donald Trump einfädeln können. Nach Angaben von Kremlsprecher Dmitri Peskow, der von „sehr alarmierenden Informationen“ sprach, wollen die Russen die Drohnen-Attacke aber bei den Verhandlungen auf den Tisch bringen.

Das Gesprächsklima droht damit belastet zu werden. Ohnehin stehen wichtige Abrüstungsabkommen vor dem Aus. Die USA wollen den INF-Vertrag zur Begrenzung von atomaren Mittelstreckenraketen kündigen. Putin hat inzwischen bereits angekündigt, auf die Stationierung von US-Raketen in Europa spiegelgleich zu reagieren. Damit wächst dort das Konfliktpotenzial.

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