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Syrien Schüsse und Sprengsatzattacke auf UN-Mitarbeiter in Duma

Die Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen verschiebt ihren Einsatz in Syrien erneut. Zuvor waren UN-Mitarbeiter unter Beschuss geraten.
18.04.2018 Update: 18.04.2018 - 17:22 Uhr Kommentieren

Den Haag UN-Sicherheitsmitarbeiter sind im syrischen Duma unter Beschuss geraten. Bei dem Zwischenfall am Dienstag sei auch ein Sprengsatz detoniert, teilte der Generaldirektor der Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW), Ahmet Üzümcü, am Mittwoch in Den Haag mit.

Nach Angaben aus der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) verschoben die Experten wegen des Angriffs ihre für Mittwoch angekündigte Inspektion in Duma. OPCW-Direktor Ahmet Üzümcü sagte bei einem Treffen am Sitz der Gruppe in Den Haag nach Angaben von Teilnehmern, ein Vorausteam der Vereinten Nationen sei in Duma beschossen worden

Die OPCW soll mit Hilfe von Interviews, Bluttests und Bodenproben vor Ort nach Belegen für den mutmaßlichen Angriff auf die ehemalige Rebellenhochburg suchen.

Syrien: OPCW-Chemiewaffenexperten beginnen mit Untersuchung Quelle: dpa
Duma in Syrien

Die Ermittlungen der OPCW zu einem möglichen Chemiewaffenangriff verzögern sich weiter.

(Foto: dpa)

Eine mit dem Vorfall in Duma vertraute Person hatte Reuters erklärt, das UN-Team sei mit einem „Sicherheitsproblem“ konfrontiert worden, bei dem auch Schüsse gefallen seien. Ein anderer Insider sprach von einer Konfrontation mit Demonstranten, die Hilfslieferungen verlangt hätten.

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    Nachdem Schüsse zu hören gewesen seien, seien die UN-Mitarbeiter abgezogen worden. Die syrische Regierung hatte angekündigt, die OPCW werde am Mittwoch ihre Arbeit aufnehmen, sollten die UN die Sicherheitslage als ausreichend einstufen. Britischen Regierungsangaben zufolge weiß die OPCW nicht, wann sie Duma erreichen kann.

    Die als Weißhelme bekannte private Hilfsorganisation in Syrien hat nach eigenen Angaben ihre Informationen über den mutmaßlichen Angriff an die Experten übergeben. "Dazu gehört die genaue Lage der Gräber", erklärte der Chef der Gruppe, Raed Saleh, in einer Textbotschaft an Reuters.

    Diese sei geheim gehalten worden, um eine etwaige Manipulation der Beweise zu verhindern. Die Leichen hätten angesichts des schweren Bombardements schnell begraben werden müssen. Auch für eine gründliche Identifizierung der Opfer sei keine Zeit gewesen. "Die Priorität bestand darin, die Toten so schnell wie möglich zu begraben", erklärte Saleh weiter.

    Berichte über den mutmaßlichen Chemiewaffen-Einsatz gegen Rebellen am 7. April hatten zu US-geführten Luftangriffen auf Ziele in Syrien geführt. Die Regierungen in Damaskus und Moskau haben erklärt, es habe keinen Giftgasangriff gegeben. Die USA werfen Syriens Verbündeten Russland vor, die Inspektoren an ihrer Arbeit zu hindern. Die Regierung in Moskau weist dies zurück und macht die westlichen Luftangriffe am Wochenende für die Verzögerungen verantwortlich.

    In den syrischen Bürgerkrieg sind auch andere Regionalmächte wie der Iran und die Türkei verwickelt. Die Regierung in Teheran steht dabei an der Seite von Staatschef Baschar al-Assad. Am Dienstagabend erklärte sich er iranische Erzrivale Saudi-Arabien für einen Militäreinsatz in Syrien offen.

    Dies sei denkbar, wenn die US-geführte Koalition erweitert werden sollte, sagte Außenminister Adel al-Dschubeir. Dem "Wall Street Journal" zufolge will die US-Regierung eine Einheit aus arabischen Staaten zusammenstellen, um die amerikanischen Bodentruppen abziehen zu können.

    • dpa
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