Syrien Sorge vor Flächenbrand nach israelischem Angriff

Ein Luftangriff Israels in Syrien sorgt für Verwirrung. Welche Ziele wurden genau beschossen? In der israelischen Presse sorgen sich Kommentatoren, dass die Spannungen in einen Krieg münden könnten.
Update: 31.01.2013 - 11:27 Uhr 32 Kommentare
Israel fliegt einen Luftangriff auf Syrien. Quelle: dapd

Israel fliegt einen Luftangriff auf Syrien.

(Foto: dapd)

Istanbul/MoskauEin israelischer Raketenangriff im Nachbarland Syrien hat Furcht vor einem Flächenbrand im Nahen Osten ausgelöst. Unklar war am Donnerstag weiterhin, ob israelische Kampfflugzeuge nur einen Militärkonvoi angegriffen hatten oder auch ein Forschungszentrum für militärische Zwecke nahe der Hauptstadt Damaskus. Das behauptete die syrische Führung. Es handelt sich um den ersten Luftangriff Israels auf das Nachbarland seit 2007.

Russland, einer der letzten Verbündeten Syriens, nahm die Angriffe mit „tiefer Besorgnis“ zur Kenntnis. „Wenn die Informationen bestätigt werden, wäre dies ein grober Verstoß gegen die UN-Charta“, teilte das Außenministerium in Moskau am Donnerstag mit. Angriffe auf Ziele in einem souveränen Staat seien „nicht hinnehmbar - aus welchen Motiven dies auch immer geschehen mag“.

Die Arabische Liga verurteilte erwartungsgemäß die Luftangriffe. Die libanesische Hisbollah warf Israel vor, Teil einer „Verschwörung“ gegen Syrien zu sein. Der Angriff der israelischen Luftwaffe auf syrisches Gebiet mache deutlich, dass es darum gehe, Syrien und seine Armee zu zerstören, um die „Achse des Widerstands“ zu brechen, erklärte die radikal-islamische Schiitenpartei.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle wollte zunächst keine Stellungnahme abgeben. „Wir haben dazu keine gesicherten Erkenntnisse“, betonte er vor Beginn von Beratungen der EU-Außenminister in Brüssel.

Zuvor hatten US-Regierungsbeamte nach Medienberichten einen israelischen Raketenangriff bestätigt. Ziel sei ein Konvoi gewesen, der sich mit hochmodernen Flugabwehrwaffen auf dem Weg zur Hisbollah-Miliz im Libanon befunden habe, berichtete die „New York Times“. Diese SA-17-Raketen hätten es für israelische Kampfflugzeuge schwieriger gemacht, uneingeschränkt über libanesischem Territorium zu patrouillieren oder in Zukunft Ziele der Hisbollah anzugreifen.

Von Israel gab es zunächst keinen offiziellen Kommentar. Es ist jahrelange Praxis der israelischen Führung, Einsätze gegen Ziele im Ausland weder zu dementieren noch zu bestätigen.

Der israelische Rundfunk meldete am Donnerstag, der Rettungsdienst Magen David Adom trainiere angesichts der Spannungen an der Nordgrenze landesweit den Gebrauch von Gasmasken. Solche Übungen seien aber nicht ungewöhnlich und fänden häufiger statt.

Die israelischen Tageszeitungen reagierten mit Sorge. In einem Kommentar der „Jediot Achronot“ heißt es, dass ein solcher Angriff, falls er von Israel ausgeführt worden sei, die betroffenen Parteien näher an einen Krieg heranführe. Die Tageszeitung „Israel Hayom“ kommentierte, es sei nun an Syrien und der Hisbollah zu entscheiden, ob sie die bestehenden Spannungen in einem Krieg kulminieren lassen wollten.

Die US-Tageszeitung „Washington Post“ schrieb, der Angriff löse die Besorgnis aus, dass der Bürgerkrieg in Syrien sich auf die Region ausweite.

  • dpa
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32 Kommentare zu "Syrien: Sorge vor Flächenbrand nach israelischem Angriff"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ich glaube weder an eine Zerstörungslust, nicht an die Kriegslust oder an eine Mordlust der Israelis! Sie agieren Ausschliesslich, um sich zu schützen! Für mich tun sie, was sie tun müssen! Ich bewundere die Israelis für ihr konsequentes Handeln! Viel Glück für die Zukunft! Meine Erlebnisse in Deutschland mit Moslems sind mir schon zu viel, deshalb verstehe ich 100% die Israelis! In Deutschland wird es mit den Moslems immer ätzender …
    Und das ist SACHLICH!
    Das hat nichts mit Rassismus zu tun, das kotzt mich echt an!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • uff - es sollte natürlich heissen: ....... KEINE körperlichen Repressionen ........

  • Danke Realist !

    Gerade solche Begebenheiten, quasi fast direkt aus der Quelle, sind wichtig für ein Verständnis dafür, was Diskriminierung selbst in abgeschwächter Form an negativen Auswirkungen hat.

    Ihr Vater hat, zum Glück, körperlichen Repressionen erfahren müssen, aber seelisch sicherlich sehr unter der Situation gelitten.

    Und genau hier sehe ich Paralellen zur heutigen Situation in Israel, weshalb ich eben die Situation in Israel nicht gutheissen kann und weder ein inniges Verständnis für die Handlungen Israels, noch für die seiner Feinde aufbringe.

  • @ HB - Moderation

    Wer zahlt bestimmt auch die Musik. Das lasse ich auch hier durchaus gelten, aber ............

    Ich habe die Kommentare hier ziemlich von Anfang an und regelmässig verfolgt, was mich in die Lage versetzt viele der mittlerweile redigierten Kommentare auch VOR ihrer Löschung oder Teilstreichung gelesen zu haben. Natürlich habe ich mir auch die bei meinem Kommentar vorgenommene (geringfügige) Streichung noch einmal in Hinblick auf Ihre Netiquette kritisch angesehen. Der von Ihnen gelöschte Vergleich zweier geografischer Räume kann bereits defacto nicht gegen die Netiquette verstossen, da es dabei eben nicht um Nutzer, soziale Gruppen oder Einzelpersonen geht.

    Natürlich beinhaltete der zunächst rein sachliche Vergleich auch eine Implikation, in diesem Fall den Staat Israel, bzw. die Handlungen seiner Regierung. Wenn derartiges jedoch nicht mehr möglich ist ohne gegen die Netiquette zu verstossen, dann sollte sich die Moderation lieber überlegen die Kommentarfunktion für abzuschalten oder von vornherein darauf hinzuweisen, dass bei dem speziellen, durchaus sehr problematischen Thema, nur Meinungsäusserungen gewünscht sind die als politisch korrekt eingestuft werden können.

    Dieser Eindruck ergibt sich bei diesem Artikel nämlich, und das ist schade. Hier wurde zu viel und zu umfangreich moderiert. Es ist richtig und begründet, dass es gewisse Tabus gibt. Je weiter man solche Tabus jedoch auslegt, um so grösser wird die Gefahr von Radikalisierungen. Meinungsäusserungen, gerade auch nichtkonforme, sind ein Mittel der Demokratie um den gesellschaftlichen Kontext herzustellen.

    MfG
    Skyjumper

  • @ EE

    Wer hat´s erfunden ?

  • "Was wir Deutschen den Juden angetan haben, ist eine Katastrophe. "
    ----------------------
    Da sind wir druchaus einer Meinung, aber das ist Geschichte.

    "Und gerade wir Deutschen haben die Pflicht, Israel in jeder Weise zu unterstützen. Und das werden wir tun, so lang wir Deutschen leben. Uns verbindet mit Israel eine schicksalhafte Lebensgemeinschaft."
    --------------------
    Nein, "wir Deutschen" haben überhaupt keine Pflicht, Israel in irgend einer Weise zu schützen. Wenn Sie sich schuldig fühlen, ist das Ihr Problem, nicht meines. Ich verwahre mich daher ausdrücklich dagegen, für etwas vereinnahmt zu werden, daß schon 10 Jahre passé war, als ich geboren wurde. Israel tritt seit Jahrzehnten internationales Recht mit Füßen, geriert sich als Landbesetzer und Besatzer, hat keine Probleme damit "geächtete" Munition einzusetzen (Phosphor!) und hat m.E. jede Unterstützung verwirkt! Leider klappt es bei denen, die einen Schuldkomplex mit sich herumtragen, immer noch, mit der Nazikeule und Denkverboten was zu bewirken. Aber Merke: Von den verantwortlichen Protagonisten des WKII lebt inzwischen kaum noch einer. Irgend wann muß Schluß mit dem Opferbonus sein! Wir halten auch den Italienern nicht die Greueltaten der römischen Armee im alten Germanien vor!

    Jetzt kann gerne wieder zensiert werden, aber die Wahrheit ändert sich dadurch nicht!

  • Saubere Aktion Israels. Israel als einzige Demokratie in der Region muss seinen muslimischen und agressiven Nachbarn unmissverständlich klar machen, dass weder Grenzverletzungen noch Drohungen geduldet werden und wenn nötig auch zu harten Verteidigungsmassnahmen gegriffen wird.



  • Von wem eine Gefahr ausgeht ,
    Ehemaliger iranischer Diplomat warnt Israel: Wenn der Iran die Bombe hat, dann wird er sie auf euch abfeuern

    Ein iranischer Diplomat, der sich 2010 in Norwegen abgesetzt hat, warnte Israel am Freitag, dass die Iraner die Bombe gegen den jüdischen Staat einsetzen würden, falls sie diese erhalten. In einem Interview mit dem israelischen Kanal 2 TV, sagte Mohammad Reza Heydari, ehemals iranischer Konsul in Oslo, der sich dort vor drei Jahren absetzte und politisches Asyl erhielt: „Wenn dem Iran mehr Zeit gegeben wird, dann wird er das nötige Wissen erwerben, um eine nukleare Bombe in Jahresfrist zu bauen.“ Nachgefragt, ob der Iran die Bombe gegen Israel einsetzen würde, sagte er: „Wenn der Iran zu dem Punkt gelangt, an dem er eine Atombombe hat, dann wird er sie mit Gewissheit einsetzen, gegen Israel oder gegen irgendein anderes Land (das als Feind betrachtet wird).“

    Bei aro1 geht s weiter

  • Der fortgesetzte Siedlungsbau sowei die anhaltende Weigerung, einen palästinensischen Staat anzuerkennen, sind schlimmes Unrecht und es ist überfällig, daß auch Deutschland diesbezgl. größeren Druck auf Israel ausübt.

    Die Zerstörung von jeglichen Waffen, die an terroristische Organisationen wie die Hisbollah oder Hamas geliefert werden, ist dagegen eine zwingend notwendige Selbstverteidigung, dessen Recht man auch dieser israelischen Regierung nicht absprechen kann.

    Ich bin immer wieder erschrocken über die israel-/jüdisch feindliche (nicht zu verwechseln mit regierungskritischen) Haltung vieler Zeitungsleser.

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