Syrien und die Friedensgespräche Verhandlungen erneut verschoben

Die Friedensverhandlungen für Syrien beginnen erst am nächsten Montag und damit eine Woche später als geplant. Die syrische Armee eroberte unterdessen weitere Gebiete rund um Aleppo.
Zwei Zivilisten laufen durch die Trümmer. Die Verhandlungen um den Frieden in Syrien wurden erneut verschoben. Quelle: dpa
Nur noch Ruinen

Zwei Zivilisten laufen durch die Trümmer. Die Verhandlungen um den Frieden in Syrien wurden erneut verschoben.

(Foto: dpa)

GenfDie nächste Runde der Friedensverhandlungen für Syrien soll im vollen Umfang erst am kommenden Montag starten und damit fünf Tage später als bisher geplant. Obwohl der offizielle Gesprächsbeginn am Mittwoch sei, würden einige Teilnehmer erst am Samstag, Sonntag oder Montag in Genf eintreffen, sagte eine Sprecherin des Uno-Sondergesandten Staffan de Mistura am Dienstag.

Tod, Armut und Verzweiflung
Unter ständigem Beschuss
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Es ist die Zivilbevölkerung, die unter den erbitterten Kämpfen leidet: 470.000 Menschen sollen im syrischen Bürgerkrieg ums Leben gekommen sein. Das geht aus einem aktuellen Bericht des „Syrian Center for Policy Research“ (SCPR) hervor. Die Schätzungen des unabhängigen Instituts übersteigen die der Uno, die bisher mit 250.000 Toten rechnet, damit bei weitem.

Ständig unter Beschuss
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Die Zahl der Verletzten seit dem Beginn der Kämpfe im März 2011 stieg laut Bericht auf 1,9 Millionen. Insgesamt sind damit 11,5 Prozent der Bevölkerung im Krieg umgekommen oder wurden verwundet. Fast ein Fünftel aller Kriegstoten starb nicht an den direkten Folgen des Kriegs, sondern an fehlender medizinischer Versorgung oder humanitärer Hilfe.

Dem Krieg ausgeliefert
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Und die Zahlen werden dramatisch ansteigen, vermuten viele Experten mit Blick auf die Situation in Aleppo. Die Stadt ist zurzeit der Offensive des Assad-Regimes ausgeliefert, das von iranischen Kämpfern und russischen Kampfflugzeugen unterstützt wird. Bis zu 50.000 Menschen sind in der Stadt im Norden des Landes eingesperrt – ohne Nahrung, ohne humanitäre Hilfe.

1900 Ziele hat Russland bisher bombardiert
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Je mehr Bomben auf die syrischen Städte fallen, desto größer werden auch die Erwartungen an die Münchener Sicherheitskonferenz, die am Donnerstagabend beginnt. Die syrische Bevölkerung hofft, dass sich Russland und die USA auf ein Ende der Luftangriffe einigen. Erste Anzeichen gibt es: Die „Washington Post“ berichtet, das die Regierung in Moskau vorgeschlagen hat, die Luftangriffe zum 1. März einzustellen.

Syrien verarmt
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Währenddessen verschlechtern sich die Lebensbedingungen für die Zivilbevölkerung von Tag zu Tag. Im Jahr 2015 ist die Armut laut dem Bericht auf mehr als 85 Prozent gestiegen, nahezu 70 Prozent leben sogar in extremer Armut. 2,7 Millionen haben seit Beginn der blutigen Konflikte ihren Job verloren, mehr als die Hälfte aller Syrer ist arbeitslos. Die Schäden für die Wirtschaft werden auf insgesamt 255 Milliarden US-Dollar veranschlagt.

Nur das Nötigste für die Flucht
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Für viele Syrer gibt es angesichts der aussichtslosen Lage in ihrer Heimat nur einen Ausweg: Flucht. Mehr als sechs Millionen haben seit Kriegsbeginn ihren Wohnort verlassen, viele schon mehrmals. Das entspricht etwa 45 Prozent der Bevölkerung. Weitere vier Millionen Flüchtlinge haben bereits das Land verlassen.

Die Vereinten Nationen hätten dieselben Teilnehmer eingeladen wie bei der ersten Verhandlungsrunde, die Anfang Februar wegen des massiven russischen Bombardements der Großstadt Aleppo abgebrochen wurde. Bisher lässt die syrische Opposition allerdings offen, ob sie nach Genf reisen wird. Eine Entscheidung darüber will sie bis Ende der Woche treffen.

Die syrische Armee eroberte unterdessen nach Angaben von Beobachtern ein Dorf südlich von Aleppo von den Islamistengruppen Nusra-Front und Dschund al-Aksa zurück. Die Milizen hatten den Ort al-Ais am Montag eingenommen. Es war ihr erster Geländegewinn in diesem Jahr, wie die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte. Die Nusra-Front ist ebenso wie die Extremistenmiliz IS von der seit gut einer Woche geltenden Waffenruhe in Syrien ausgenommen.

  • rtr
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