Syrienkonflikt Assad schimpft über fremdgesteuerten Krieg

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Krater von Artillerie zu sehen

Das US-Außenministerium veröffentlichte unterdessen Satellitenfotos, die Massengräber in der Nähe von Hula zeigen sollen. Die Bilder seien Anfang der Woche von kommerziellen Satelliten aufgenommen worden, hieß es auf einer Internetseite, die von einer Abteilung des US-Außenministeriums betrieben wird.

Zudem seien Krater von Artilleriegeschossen in der Nähe von Wohngebieten der Stadt Atarib zu erkennen. Auch sei offensichtlich zu sehen, dass Artillerie-Einheiten in die Umgebung dreier Städte und Kampfhubschrauber in die Nähe von Homs und Schairat verlegt worden seien. Eine Stellungnahme Syriens lag zunächst nicht vor.

Das syrische Militär und die Rebellen werfen sich gegenseitig vor, immer wieder die vereinbarte Waffenruhe zu verletzen. In Hula wurden die meisten Opfer aus nächster Nähe erschossen oder mit Messern getötet. Den UN-Beobachtern zufolge sind vermutlich Soldaten und eine regierungstreue Miliz dafür verantwortlich. Einige Opfer seien durch schwere Waffen wie Panzer und Haubitzen ums Leben gekommen, über die nur das Militär verfüge. Die meisten anderen seien wohl von Milizionären aus der Gefolgschaft von Assad umgebracht worden. Die syrische Regierung macht dagegen die Rebellen für das Massaker verantwortlich.

Die Arabische Liga forderte den UN-Sicherheitsrat als Reaktion auf das Massaker von Hula zu einer Aufstockung der Beobachtertruppe in Syrien auf. Zudem müssten die UN-Beobachter mehr Befugnisse erhalten, um die Zivilbevölkerung vor Gewalttaten und Verbrechen zu schützen, hieß es in einem Brief des Generalsekretärs der Arabischen Liga, Nabil Elaraby, von dem die Nachrichtenagentur Reuters und der libanesische TV-Sender LBCI am Freitag erfuhren. Der Sicherheitsrat müsse schnell handeln, um die Gewalt in Syrien zu stoppen und alle notwendigen Maßnahmen zum Schutz der Zivilisten ergreifen.

Vor allem die Formulierung "alle notwendigen Maßnahmen zum Schutz der syrischen Zivilisten" dürfte bei der russischen Regierung auf Ablehnung stoßen. Denn der Sicherheitsrat hatte im vergangenen Jahr mit einem Beschluss mit ähnlicher Wortwahl dem militärischen Eingreifen der Nato im Libyen-Konflikt den Weg geebnet. Russland hatte zwar damals nicht sein Veto eingelegt, den Nato-Einsatz seither aber immer wieder kritisiert und wiederholt erklärt, Syrien dürfe nicht zu einem zweiten Libyen werden. Nach dem Massaker in Hula hatte der französische Präsident Francois Hollande als erster westlicher Spitzenpolitiker eine militärische Intervention mit UN-Mandat ins Spiel gebracht. Bei bilateralen Treffen am Freitag konnten weder Hollande noch Kanzlerin Angela Merkel den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu einem schärferen Ton gegen Assad bewegen. Der Syrien-Konflikt wird auch eines der beherrschenden Themen des EU-Russland-Gipfels sein, der am Sonntagabend in Sankt Petersburg beginnt.

  • rtr
  • dapd
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4 Kommentare zu "Syrienkonflikt: Assad schimpft über fremdgesteuerten Krieg"

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  • Heute bei Kopp

    http://www.youtube.com/watch?v=auknOcJIY8k

  • Das ist ja nun wahrlich nicht der erste Stellvertreterkrieg im nahen Osten, neu ist nur dass Assad diesmal nicht Stellvertreter ist. Im mittleren Osten gilt: Ohne dass Israel aufhört sich weiter illegal Land anzueignen und deren rechtmäßige Besitzer bzw. inzwischen deren Nachfahren - je nach Grad des Widerstandes - diskriminiert oder exekutiert kann niemals Frieden einkehren. Erst muss die Israel-Frage gelöst werden, dann alle anderen Konflikte der Region und dazu muss als erstes der Westen endlich aufhören Israel zu beschenken und zu unterstützen. Dann könnte es mit dem Friedensprozess ganz schnell gehen. So aber ist die Strategie klar: Lügen, Sabotieren, Manipulieren, Terrorisieren, Exekutieren - und jeden Tag in Sachen Landnahme Fakten schaffen.

  • Wenn der Terror durch eingesickerte fremde Truppen in Syrien aufhören würde, dann gäbe es auch keine Opfer. Wieder werden Terroristen zu Oppositionellen oder Freiheitskämpfern gemacht, einfach widerlich diese verdrehten Meldungen in unserer Presse.
    Wo bleibt der Aufschrei der Gutmenschen?

  • Als was bezeichnen wir es denn, wenn Zivilisten duch Bombenattentate u.a. umgebracht werden? Als Kindergeburtstag? Und die Unterstützung dieser Terroristen (oder Geburtstagsparty) durch interessierte ausländische Kreise ist ja hinlänglich bekannt. Btw., die Aussagekraft der Satellitenaufnahmen ("kommerzielle Satelliten" - muß das State Department jetzt schon outsourcen?) ist nahe Null.

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