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Syrischer Diktator Assad kaufte für 40 Millionen Dollar Luxuswohnungen in Moskau

Absicherung für Diktatoren: Während des Bürgerkriegs in Syrien hat sich Baschar al-Assad Luxusimmobilien in Moskaus prestigeträchtigstem Hochhausviertel zusammengekauft.
11.11.2019 - 16:53 Uhr 3 Kommentare
Der syrische Diktator Assad soll zu den wohlhabenden Käufern von Luxusimmobilien im Moskauer Viertel Moskau City sein.
Moscow-City

Der syrische Diktator Assad soll zu den wohlhabenden Käufern von Luxusimmobilien im Moskauer Viertel Moskau City sein.

Moskau Insgesamt sollen sich Verwandte des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad einem Bericht der Financial Times zufolge mindestens 19 Apartments in dem Komplex Moskau City gesichert haben. Die Zeitung schätzt unter Verweis auf Dokumente, die ihr von der Nichtregierungsorganisation „Global Witness“ zugespielt wurden, den Wert der Immobilien auf etwa 40 Millionen Dollar.

Die 1993 gegründete Organisation „Global Witness“ hat sich auf die Aufdeckung von Korruptionsfällen spezialisiert; zumeist in rohstoffreichen Ländern, die unter Armut und Konflikten leiden. Unter anderem beschrieb sie unter dem Stichwort „Blutdiamanten“ die Rolle der internationalen Diamantenhändler bei der Finanzierung der Bürgerkriege in Angola und Sierra Leone.

Im Fall Assads hat Global Witness Dokumente gefunden, die belegen, dass engste Familienangehörige des syrischen Staatschefs seit 2013 kontinuierlich Wohnungen in Moskau City aufgekauft haben. Zu der Zeit befand sich das Regime in der Defensive und verlor in Syrien an Boden.

Zugleich stand Assad auch international unter Druck, nachdem ihm der Einsatz von Chemiewaffen gegen Zivilisten vorgeworfen worden war. Auch wenn Russland (gemeinsam mit China) eine Verurteilung durch den UN-Sicherheitsrat mit seinem Veto verhinderte, war damit eine Abdankung und ein Exil im Westen – beispielsweise in London, wo er Medizin studierte, bevor er zum Nachfolger seines Vaters Hafiz al-Assad aufgebaut wurde – ausgeschlossen.

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    Der Kauf von Immobilien in Moskau als Absicherung gegen einen damals nicht unwahrscheinlichen Sturz und einer nötigen Flucht ergibt insofern Sinn. Allerdings sollen die Käufe auch nach dem Eingreifen Russlands in Syrien, was die Lage für Assad stabilisierte, erfolgt sein. Das vorerst letzte Apartment wurde demnach erst im Juni 2019 erworben. Die Immobilienkäufe wurden zumeist über Offshore-Firmen abgewickelt.

    Zwei Millionen Dollar pro Apartment

    18 der Objekte liegen im 2010 fertiggestellten Wolkenkratzer-Komplex „Gorod Stoliz“ – zu deutsch „Stadt der Hauptstädte“, ein Doppel-Turm von 300 beziehungsweise 250 Meter Höhe. Noch höher ist der Federation Tower mit 374 Meter, der europaweit nur noch vom Petersburger Gazprom-Hauptquartier „Lachta Center“ übertroffen wird. Hier hat die Assad Familie eine weitere Wohnung gekauft.

    Über die Größe der Immobilien ist zwar nichts bekannt, aber laut dem russischen Immobilienportal CIAN reicht der Durchschnittspreis von zwei Millionen Dollar pro Apartment, die die Assad-Familie bezahlt hat, im Federation Tower für 180 Quadratmeter.

    Die meisten Immobilien – immerhin 13 Stück – gehören dabei Assads Cousin Hafez Makhlouf. Über den einstigen Geheimdienstoffizier gibt es widersprüchliche Nachrichten: So berichtete der Sender Al Arabiya 2012, Makhlouf sei bei einem Bombenanschlag 2012 getötet worden.

    Später hieß es allerdings, er sei mit seiner Frau nach Weißrussland geflohen. Ein weiterer Umzug nach Russland ist damit leicht zu organisieren. Moskau bietet zudem wesentlich mehr Möglichkeiten und Annehmlichkeiten als Minsk.

    Zwei weitere Immobilien werden der Ehefrau von Rami Makhlouf zugeschrieben, Bruder von Hafez und bis zum Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien der reichste und einflussreichste Geschäftsmann des Landes. Auch Rami Makhlouf gehört zum engen Kreis Assads und steht unter westlichen Sanktionen.

    „Resultat der westlichen Sanktionen gegen Assad“

    Insgesamt vier Apartments werden dem Bericht nach tatsächlich als Wohnungen genutzt. Ein Vertreter der Capital Group, die den Komplex „Stadt der Hauptstädte“ errichtet hat, wollte die Berichte nicht kommentieren. Dafür äußerte sich der russische Ex-Botschafter in Saudi-Arabien Andrej Baklanow gegenüber FT.

    Er erklärte, die Immobilienkäufe seien Resultat der westlichen Sanktionen gegen die Assad-Familie. „Es ist ganz natürlich, dass die syrische Elite ihr Geld in den Ländern anlegt, wo mit diesem Geld nichts passieren kann“, sagte er.

    Während die Assad-Familie in Russland wohl Unterschlupf gefunden hat, ist Moskau für gewöhnliche Syrer praktisch unerreichbar. Zwar veröffentlichte die Migrationsbehörde zuletzt 2016 offizielle Daten, doch damals auf dem Höhepunkt der Fluchtwelle waren gerade einmal 7.000 Syrer in Russland registriert.

    Mehr: Handelsblatt-Nahost-Experte Mathias Brüggmann erklärt im Video, welche Maßnahmen Syrien helfen könnten und warum Russland einen Bundeswehreinsatz verhindern würde.

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    3 Kommentare zu "Syrischer Diktator: Assad kaufte für 40 Millionen Dollar Luxuswohnungen in Moskau"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Glaubt wirklich jemand, dass sich diese Tyrannen nicht abgesichert haben, für den Fall das sie vom Hof gejagt werden. Eine Krähe (Putin) hackt der anderen (Assad) keine Augen aus. Auch dem Expräsident aus Boliven wird es in Mexico nicht schlecht gehen. Und die Weltgemeinschaft kann nur zuschauen. Alles auf Kosten der notleidenden Menschen.

    • Das wäre dann das nächste Land, das im Chaos versinkt und dessen Menschrechtsthemen sich verschlimmern - wie z.B. in Libyen.

      Natürlich ist eine Diktatur nicht gut, aber noch immer besser als Chaos wie fast überall im Nahen Osten.

    • Dann sollte er doch dringend nach Moskau umziehen und einen Regime-Wechsel in Syrien zulassen.

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