Syriza-Drohungen Griechische Linke in der Euro-Falle

Gewinnt die Linkspartei Syriza die griechische Parlamentswahl, will sie den Reformkurs beenden. Das könnte den Austritt aus dem Euro bedeuten. Ökonomen meinen: Die Konsequenzen wären fatal – vor allem für die Griechen.
Update: 05.01.2015 - 12:58 Uhr 36 Kommentare
In der Euro-Falle: Ein Wahlsieg der linksradikalen Syriza-Gruppierung könnte den Austritt aus dem Euro bedeuten.

In der Euro-Falle: Ein Wahlsieg der linksradikalen Syriza-Gruppierung könnte den Austritt aus dem Euro bedeuten.

BerlinDie anstehende vorgezogene Neuwahl in Griechenland sorgt in der EU für Unruhe. Könnte ein Sieg der in Umfragen führenden Linkspartei Syriza die Euro-Krise wieder neu entfachen? Manche Politiker und Experten sind besorgt. Die aktuelle Meinungsumfrage der griechischen Sonntagszeitung „Eleftheros Typos“ sieht die Syriza mit einem Stimmenanteil von 30,4 Prozent in Führung - 3,1 Prozentpunkte vor den Konservativen von Regierungschef Antonis Samaras. Kommt es also zum Regierungswechsel, ist nicht absehbar, wie es mit dem klammen Mittelmeerland weitergehen soll.

Dahinter steht die Sorge, Griechenland könnte unter einer Regierung des Linkenpolitikers Alexis Tsipras versucht sein, bessere Konditionen für seine Kredite auszuhandeln, indem es mit einem Schuldenschnitt droht. Immerhin: Tsipras hat bereits gedroht, bei einem Wahlsieg Ende Januar die Zins- und Schuldenzahlungen seines Landes einzustellen sowie den Spar- und Reformkurs des Landes zu beenden. Einseitige Maßnahmen werde es von seiner Seite aber nicht geben, sagte Tsipras am Sonntagabend. „Es sei denn, wir werden dazu gezwungen“, so der Syriza-Chef doppeldeutig. Ob sich die EU-Partner davon beeindrucken lassen?

Glaubt man der Bundesregierung, hat Tsipras keine sonderlich wirkungsvollen Druckmittel in der Hand. Der „Spiegel“ berichtet, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU) inzwischen bereit seien, Griechenland notfalls aus der Euro-Zone ausscheiden zu lassen. Ein Austritt des hoch verschuldeten Staates sei mittlerweile verkraftbar, schreibt das Magazin und beruft sich auf Regierungskreise. Der Bericht löste eine hitzige Debatte aus, woraufhin der Vize-Regierungssprecher erklärte, dass es keine Kursänderung gebe.

Dabei sind die Gründe, mit denen Merkel und Schäuble ihren Griechenlandschwenk begründet haben sollen, durchaus schlüssig. Ausschlaggebend seien die Fortschritte in der Euro-Zone seit dem Höhepunkt der Schuldenkrise 2012. So sei die Ansteckungsgefahr für andere Länder inzwischen begrenzt. Zudem stehe ein schlagkräftiger Rettungsmechanismus zur Verfügung. Mit ihrer Einschätzung sind Merkel & Co. nicht allein. Auch Ökonomen schätzen die Stellung des Linkenpolitikers Tsipras gegenüber den internationalen Geldgebern als schwach ein.

„Die Verhandlungsmacht einer Regierung unter Syriza wird schwach sein“, sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). Griechenland hänge nach wie vor am finanziellen Tropf Europas. „Die Regierung braucht weitere europäische Hilfsgelder, und vor allem die griechischen Banken können ohne die Kredite der EZB nicht überleben.“ Das gebe vor allem der Europäischen Zentralbank (EZB) eine wichtige, aber auch sehr schwierige Schlüsselrolle bei den kommenden Verhandlungen mit der neuen griechischen Regierung.

IW-Chef: Zugeständnisse an Griechenland wären „geradezu fatal“
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36 Kommentare zu "Syriza-Drohungen: Griechische Linke in der Euro-Falle"

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  • "......in der Euro-Falle"

    Ist es nicht so, das Geberländer eigentlich in der Falle stecken ?

    Ist es nicht so, das der Steuerzahler dieser Geberländer zur Kasse gebeten werden, so oder so und überfällige Reformen, Investitionen deshalb ausbleiben ???

    Ist es nicht so, das die Waffen-Industrie, einen deutlichen Umsatzrückgang zu verbuchen hätte und wer zahlt wirklich diese Waffen, wir vielleicht ?

    Ist es nicht so, das diese Euro-Gemeinschaft auf Tricksereien, Betrug und Lügen aufgebaut ist ?

    Ist es nicht so, das in Europa der Frieden und Demokratien, durch diese kranke, perverse Lobby-Politik gefährdet wird ?

    Der Rammbock ist in Sichtweite, weiterhin gute Fahrt !

  • Man kann die deutsche Ankündigung, GR ggf. aus dem € zu entlassen, eigentlich nicht wirklich ernst nehmen.
    Es ist ungefähr so, als ob Sie einen hohen Politiker beim pädophilen Sex filmen und dieser Politiker Ihnen hinterher sagt: „Wenn Sie mich erpressen, dann zeige ich Sie an!“
    Die Angst vor Machtverlust ist deutlich größer als die Abneigung gegenüber Griechenland.
    Unsere Politiker haben ein ganz schlechtes Blatt, aber sie pokern eben trotzdem hoch.
    Die Ankündigung, GR notfalls aus dem € zu entlassen, soll nur bewirken, dass die Griechen nicht Tsipras wählen.
    Klappt es, hat man gut gepokert.
    Klappt es nicht, wird man Tsipras trotzdem ein Angebot machen und uns Bürgern sagen, Tsipras sei der EU entgegengekommen.
    WAS haben unsere Politiker denn zu verlieren? NICHTS.
    Wir lassen uns ganz sicher weiter belügen.

  • Austritt fatal? Worin liegt der Unterschie zwischen Mitgliued, wo Deutschland alles zahlt und Austritt, wo Deutschland alles zahlt?
    Wieso bekämpft Frau Merkel die griechischen Bürger hemmungslos und weigert sich gegen die Politiker vor zu gehen, die die Krise/ den Ruin bewusst herbei führten? Warum will Sie nicht die Beschlagnahme der gesamten vermögen von Po.litker bzw. fordert die griechischen Politiker auf, endlich Steuern von den Reichen zu fordern. Beide Vermögen zusammen und in der EU braucht kein Bürger 10 Jahre keine Steuer mehr zahlen!! Nur Frau Merkel und Hr. Schäuble verhindern dies bewusst!

  • Griechenland bleibt sowieso Euroland. Ist doch klar, dass es keinen Grexit gibt!
    Aber jetzt ist erst mal auf beiden Seiten Säbelrasseln angesagt. Warum sollten die Griechen bitte Tsipras wählen, wenn er alles so lassen will, wie es ist? Um an die Regierung zu kommen verspricht er Ihnen also das Blaue vom Himmel, was er schon wegen seiner notwendigen Koalitionspartner so nicht einhalten kann. Dass Merkel und die EU entsprechnd reagieren, gehört zum Spiel dazu. Nichts wird so heiss gegessen, wie es gekocht wird. Gute Nacht!

  • Neben den unfähigen Politikern, die nie einen Fehler zugeben würden und da lieber ganze Völker ins Unglück stürzen, HAT DIE PRESSE MIT DIE GRÖßE SCHULD AN DEM DESASTER !! Sie hat für die Finanzhaie und die Bankenmafia die Werbetrommel gerührt !! Selbst der letzte Stammtischbruder hat gewußt, dass das mit Griechenland und anderen Pleitestaaten nichts wird. Die Presse hat ihre Geldgeber unterstützt, die einzig und alleine von den Rettungsmilliarden profitiert haben. Von wegen freie Presse ! Und das stellte auch einer der ihren in Frage - und das schon vor hundert Jahren !!
    Das sagte ein Pressevertreter/Journalist schon vor über hundert Jahren selbst zur angeblichen freien Presse !!! BITTE MAL LESEN !!!
    John Swinton (1829-1901), amerikanischer Journalist
    "Es ist das Geschäft der Journalisten, die Wahrheit zu zerstören, unumwunden zu lügen, zu pervertieren, zu verleumden, die Füße des Mammon zu lecken und das Land zu verkaufen für ihr tägliches Brot. Sie wissen es und ich weiß, was es für eine Verrücktheit ist, auf eine unabhängige Presse anzustoßen. Wir sind die Werkzeuge und Vasallen der reichen Männer hinter der Szene. Wir sind die Hampelmänner, sie ziehen die Strippen und wir tanzen. Unsere Talente, unsere Fähigkeiten und unser ganzes Leben sind Eigentum anderer Menschen. Wir sind intellektuelle Prostituierte."

    Wer sind die reichen Männer hinter der Szene beim Handelsblatt .. ???

  • >> „Sehr unvernünftig, wenn neue Regierung Schuldendienst einstellt“ >>

    Wenn jemand Pleite ist und dadurch die Schulden nicht mehr bedienen kann, hat es NICHTS mit "unvernünftig" zu tun.

    Griechenland war Pleite, ist Pleite und wird immer Pleite bleiben, solange es den € hat.

    Der Verbleib Griechenlands in der €-Zone ist reines Zeitschinden auf Kosten von weiteren Schulden, die letztendlich der Europäische Steuerzahler begleichen wird.

    Das Fiasko mit Griechenland ist zu aller Erst das Kind vom "Sparschweinchen im Wägelchen", der die ganzen Jahre ( bald ein Jahrzehnt....?!! ) das bankrotte Land auf dem Guten Wege gesehen hat und diese Sicht der Bevölkerung verkauft hat.

    Das DUO "Schäuble/Merkel" ist das größte Verbrecherduo, das Deutschland je regiert hat.

  • Was ist eine Währung wert, die schon am laufenden Band durch unzählige Rettungspakete gerettet werden muss?

    Griechenland hatte einen Einbruch von 20% der Wirtschaftsleistung zu verkraften.
    Die Arbeitslosigkeit nähert sich 30 %, die Jugendarbeitslosigkeit 50%!
    Ebenso in Spanien.

    Sieht so eine Rettung aus?

    Wir haben nicht den Euro gerettet oder Europa vor einem Krieg bewahrt.

    Gerettet wurden nur die reichen Gläubiger der Staaten ( Internationale Bankster ) und die Finanzeliten – auf Kosten der Bürgerinnen und Bürger. ( Steuersklaven )

    Und dafür haben wir unser Rechtssystem zerstört!

    Die EZB läuft seit 2007 auf Dauernotbetrieb.
    Ohne die Maßnahmen à la ELA, LTRO, Target II, OMT, SMP, STEP und Dauerniedrigstzinsen wäre die Eurozone schon vor Jahren unkontrolliert kollabiert.

    Selbst der EFSF, EFSM und ESM haben nur eine temporäre Entlastung gebracht, die Südzone steckt in der Wettbewerbs- und Überschuldungsfalle des Euro.
    Der Aufprall steht kurz bevor.

    Glauben Sie nicht den Lügenmedien!

    Warum erfahren wir in den gleichgeschalteten Systemmedien nichts über das Geldmonopol bzw. Schuldgeldsystem der internationalen Bankster?

    Da sollte man sich mal die Frage stellen, wem gehören eigentlich die Medien?

  • "Griechische Linke in der Euro-Falle"

    Wirklich?

    Die frage ist doch, wer mehr zu verlieren hat? Der Schuldner oder der Gläubiger?

    Der Gläubiger hofft doch, dass er sein Geld wieder sieht, während der Schuldner weiß, dass es schon lange weg ist.

    In der Falle sind doch die, die uns "verkauft" haben, dass sie uns helfen würden. Was die Finanzwelt von diesen Politikern als Finanzgurus hält, lesen wir derzeit am Wechselkurs des Euros ab.

    Es ist wirklich die Quadratur des Kreises, dann doch noch dem Volk Steuergeld zu entziehen und sich Diäten und Pensionen auszahlen zu lassen. Da ist man geneigt zu sagen, dass es niemanden mehr wundern kann, wenn sich diese Politiker sich im letzten Jahr auch noch selbst 10 % an Diäten-Plus aus dem großen Topf des Steuergeldes nahmen.

    Sieht das niemand ausser Pispers und Hildebrandt - und letzteren hat es schon das Leben gekostet.

  • Obwohl Griechenland sehr genau zeigt,
    dass nicht jedes Land euro-tauglich ist, wurde auch Litauen in dem Euro-Raum aufgenommen.

    Litauen wird das zweite Luxemburg,
    wo nichts produziert aber dafür im Bankensektor wie wild spekuliert wird.

    Nehmen wir die Banken aus Luxemburg weg,
    ist der Staat Luxemburg wie Griechenland absolut pleite. Welchen Schaden richtet die Diktatur in Brüssel noch an?

    Der Euro gehört abgeschafft,
    auch wenn einige faule Menschen die Wechselstuben scheuen!

  • Da ich mich nicht auskenne, hier mal eine Frage an alle: Wie ist foldendes Szenarion zu bewerten? GR stellt Zins- und Tilgungszahlungen ein. Dann fliegt GR irgendwie aus dem Euro raus, auch wenn keiner weiß wie das gehen soll (steht im Artikel). GR bleibt aber weiterhin Mitglied in der EU, sofern ich das richtig verstanden habe. Dann gehen einige Banken in GR pleite. Müsste dann für diese Banken immer noch die sog. Bankenunion einspringen?

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