Szenarien für die Währungsunion „Euro-Austritt wäre weit teurer als erwartet“

Manche Ängste halten sich hartnäckig, das beste Beispiel: Die Währungsunion könnte auseinanderbrechen. Doch wären die Konsequenzen so drastisch, dass sich das niemand leisten kann, rechnet die UBS vor.
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Soll der Euro gerettet werden, müssen die Mitgliedsstaaten gemeinsam mit anpacken. Quelle: dpa

Soll der Euro gerettet werden, müssen die Mitgliedsstaaten gemeinsam mit anpacken.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Diskussionen um ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone reißen nicht ab. Die Wahrscheinlichkeit für ein solches Szenario ist allerdings gering, die UBS taxiert sie in einer Studie sogar „gegen null“. Die Schweizer Großbank hat die Konsequenzen eines Austritts durchexerziert. Das Ergebnis: Es käme viel schlimmer, als die meisten es sich vorstellen.

Was die Konsequenzen eines Euro-Austritts wären, hängt vor allem davon ab, wie reich der Abtrünnige ist. Griechenland hätte mit ganz anderen Problemen zu kämpfen, als wenn Deutschland die Nase voll hätte von seiner Rolle als Retter.

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17 Kommentare zu "Szenarien für die Währungsunion: „Euro-Austritt wäre weit teurer als erwartet“"

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  • Staaten handeln meist durch Gesetze.

    Der austretende Staat muss ein Gesetz beschließen, dass den Austritt aus dem Euro bestimmt und die Modalitäten regelt. Die anderen Eurostaaten müssen Gesetze beschließen, die Folgen des Austritts auf ihrem Hoheitsgebiet regeln.

  • @GhostofDorian

    was für ein Gesetz ? Deutsches ? Europäisches ?
    Rauswurf / Austritt sind in der EU nicht geregelt.

    Ist alles was nicht geregelt ist, erlaubt oder verboten ?

    Eine Frage, die auch die älteste Verfassungsdemokratie, die USA, immer wieder neu interpretiert, seit über 200 Jahren.

    Ich interpretiere es positiv, alles was nicht explizit verboten /strafbewehrt ist (nulla poena sine lege), ist erlaubt.

  • @arhold, ne, die UBS Studie ist über weite Strecken (21 Seiten) richtig gut, macht nur auf einer Seite ein wilde Annahme, ein Schuft ist der schlechtes dabei denkt . - )
    Und das Handelsblatt hat das richtig wiedergegeben, aber nicht wirklich hinterfragt, aber auch nicht über interpretiert, was so nicht schlechter Journalismus ist.

  • Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!
    Das Aktionsbündnis „Direkte Demokratie - Gegen den EURO-Rettungswahnsinn“ fordert:
    „Kein EURO-Rettungswahnsinn! Bürgerentscheid jetzt!“
    17/09/11
    11Uhr
    Kundgebung
    Kleiner Schlossplatz, Stuttgart
    Ende September beschließt der Deutsche Bundestag die Übertragung unserer Finanzhoheit an einen antidemokratischen „EURO-Pakt“ (EFSF).
    Das bezahlen Sie mit explodierenden Schulden, Sozialabbau, dem
    Verlust von Bürgerrechten und wirtschaftlicher Selbstbestimmung.
    Dagegen demonstrieren wir am Samstag, den 17.9. in Stuttgart.
    Erhalten Sie die Demokratie und Ihre Vermögenswerte!

    www.eurdemostuttgart.wordpress.com

  • Der Austritt eines Landes aus dem Euro kann ja nur durch ein entsprechendes Gesetz erfolgen. Ein solches müsste dann erlassen werden. Solange das nicht passiert, bleibt alles beim alten. Ein Austritt findet jdenfalls nicht dadurch statt, dass der entsprechende Staatschef in einem Handelsblattinterview ein wenig darüber plaudert.

    Sobald ein Austrittsgesetzt formuliert wird, wird man die entsprechenden Regelungen einfach aufnehmen. Soweit der Austritt einvernehmlich erfolgt, werden die weiteren Eurostaaten entsprechende Gesetze erlassen, um Auslandsvermögen der Bürger des austretenden Staates zwangsweise zu wechseln.

  • Entweder die Studie ist katastrophal oder die Zusammenfassung des HB gibt sie nicht richtig wieder.
    Es ist zu vermuten, dass die Studie von 20jährigen Praktikanten geschrieben wurde. Keine einzige These ist logisch.

  • typo, sollte heissen: "aus der EU", nicht "euro"

  • Nu, es gibt aber faktisch keine Regelungen / Gesetze fuer Austritt, und für Ausschluss schon gar nicht, das kann man in den Texten ganz klar nachlesen, was die UBS ja auch schön gemacht hat, inklusive einer, aus meiner Sicht guten Interpretation der EU Verfassungs implikationen.

    Ich habe dargestellt, das ein temporärer Schuldenschnitt nichts an den andauernden unverhältnissmäßigen Lohndifferenzen ändern würde. Aufbruch der Eurozone würde ja ein de facto Schuldenschnitt sehr brutal und schnell sein.

    Von einem Auschluss aus der EU habe ich nichts gesagt, und ich kan mir auch nicht vorstellen, das das irgendjemand wollen könnte, wenn Deutschland aus dem Euro austritt. Dann werden ja auch keine brüssel bürokraten und französische Bauern mehr bezahlt : - )

  • Das ist doch nur ein weiteres Geschichtchen aus der Reihe "Was wäre, wenn alles ohne Regelungen liefe".

    Wenn ein Staat aus dem Euro austritt, ist doch selbstverständlich dass die Staatsbürger und ansässigen Unternehmen ihre Schulden und Guthaben per Gesetz in die neue Währung getauscht bekämen. Im Idealfall sind beide Teile gleich groß, so dass die Beteiligten keinerlei Abwertungsrisiken hätten oder Währungsgewinne einstreichen könnten. Schlimmstenfalls müsste die Zentralbank des austretenden Staates für nicht gedeckte Kredite der Banken diesen Finanzierungen in der neuen Währung zur Verfügung stellen.

    Ein Ausschluss aus der EU ist doch völlig absurd, und wäre nur denkbar, wenn ein Staat gegen den Willen der anderen den Euro einfach verlassen würde. Anderenfalls wird einfach per Vertragsänderung der Austritt des Landes aus dem Euro vereinbart.

    Schließlich hat Großbritannien, ohne Euromitglied zu sein, ebenfalls Anteil an dem Gewicht Europas, das dieses durch die EU in der Welt nach wie vor hat.

    Warum die UBS nicht untersucht hat, was geschähe, wenn alle im Euro verblieben, und die Krise mittels Schuldenschnitt zu Lasten der Gläubiger gelöst würde, ist natürlich nachvollziehbar. Dann würden nicht die Bürger, sondern erst einmal die Bankaktionäre und bei der UBS im weiteren der schweizer Steuerzahler die Kosten tragen. Dies käme für uns am günstigsten.

  • Lieber KHD, leider gibt es gute Gegenargumente.

    Aber erst mal: sehr gutes Argument ihrerseits !! , auf den ersten Blick

    Auf den zweiten Blick:
    das in diesem Fall die (typisch deutsche) Rest-Hypothek von etwa 30 % des Hauswertes um 30 % relativ (also 10% absolut) weniger wert wird, ist für den hypo-Schuldner zwar nett,
    wird aber sicherlich nicht zu Euphorie führen. Umgekehrt, wenn sie einem deutschen Rentner erzählen, das jetzt seine privaten Ersparnisse, Lebensversicherung, Annuität jetzt ab sofort
    auch nur die Hälfte der 30 %, also 15 % weniger wert ist / auszahlt, wird der das überhaupt nicht lustig finden, das tut real richtig weh.
    Von den vielen Riesteren, die faktische Null rendite mit 2.25% für Sicherheit hinnehmen, gar nicht zu reden.
    (Disclosure: ich habe nichts von all dem, argumentiere also NICHT in meinem eigenen Interesse !
    Mich würde die faktische (30%) Entwertung meiner deutschen Staatsanleihen nicht wirklich kratzen)

    Ich sorge mich aber nicht nur um mein eigenes Wohlergehen, sondern darum das diese Gesellschaft auch langfristig prosperiert, gerecht ist,
    niemand wegen fehlender Krankenversorgung sterben lässt, nicht schlechter dasteht als ein Gefängnisinsasse.

    Sich einschränken zu müssen, tut immer sehr viel mehr weh, als so das 3 oder mehrfache dazu zu kriegen.
    Und 20 % wegnehmen tut einem Millionär viel weniger weh, als jemand der in der Nähe von Hartz IV rumkrebst.
    Und nominale Kürzungen tun psychologisch noch viel mehr weh als real (nach inflation, Extra-Versicherungen, anderes blabla (Kahneman/Tversky)

    Sind Ihnen schon mal Schuldner bankrott gegangen ? Mir schon. Es nutzt uns (Deutschen) nicht, denen mehr zu liefern, als sie jemals zurückzahlen können.

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