Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Tag 1: Die Agenda Merkel und die Finanzkrise prägen Davos

Die Euro-Krise steht im Zentrum des ersten Tages in Davos. Den Ton zum Auftakt setzt Angela Merkel. Die Kanzlerin muss mit kritischen Fragen rechnen. Denn scheitert der Euro, leidet auch der Rest der Welt
Kommentieren

Tag 1 in Davos: Alle Augen auf Merkel

BerlinKlaus Schwab setzt in diesem Jahr auf Tradition. Wie schon 2007 soll auch am heutigen Mittwoch Angela Merkel die Eröffnungsrede des traditionsreichen Weltwirtschaftsgipfels in den Schweizer Bergen halten. Vor fünf Jahren gab Schwab, der Gründer des Forums, der Bundeskanzlerin noch mit auf den Weg, dass sie besser „nicht über deutsche Politik spricht“. Solche Hinweise sind im vierten Jahr nach der internationalen Finanzkrise nicht mehr nötig. Merkel will über die Herausforderungen der Euro-Krise und nachhaltiges Wachstum für die Weltwirtschaft sprechen, erfuhr das Handelsblatt aus Regierungskreisen.

Neben der deutschen Kanzlerin werden in diesem Jahr 40 Staats- und Regierungschefs nach Davos reisen, darunter Israels Präsident Shimon Peres und Mexikos Staatschef Felipe Calderón. Aus den USA hat Finanzminister Timothy Geithner zugesagt.

Das diesjährige Motto der Veranstaltung, die seit 1971 jedes Jahr stattfindet, lautet: „Die große Veränderung. Neue Modelle entwickeln.“ Schwab sagte kürzlich dazu: „Der Kapitalismus in seiner gegenwärtigen Form passt nicht mehr zu der Welt um uns herum. Wir haben es versäumt, aus der Finanzkrise von 2009 zu lernen.“

ie Bundeskanzlerin sieht es ganz ähnlich. Immer wieder hat sie in den vergangenen Monaten betont, dass gerade die Regulierung der Finanzmärkte nicht schnell genug vorangekommen sei.

Der erste Tag des Weltwirtschaftsgipfels steht denn auch ganz im Zeichen dieser neuen Herausforderungen. Über die regulatorischen und systemischen Ansätze zur Stabilisierung des internationalen Finanzsystems diskutieren unter anderem Ray Dalio, der Gründer des Hedge-Fonds Bridgewater, Kim Choong-Soo, Gouverneur der Bank of Korea, Vikram Pandit, Vorstandsvorsitzender der amerikanischen Citibank, der ehemalige IWF-Chefvolkswirt Kenneth Rogoff sowie Min Zhu, der Vize-Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF).

So wünschenswert und notwendig eine strengere Regulierung der Finanzmarktteilnehmer auch ist, so unvermeidbar sind die Auswirkungen auf das Wachstum der Weltwirtschaft. Sowohl der IWF als auch die Weltbank gehen in ihren jüngsten Studien davon aus, dass sich das globale Wachstum deutlich abschwächen wird. Darüber diskutieren Orit Gadiesh, Vorsitzende von Bain & Company, Doug McMillon, Chef von Wal-Mart, die indonesische Tourismusministerin Mari Elka Pangestu und Martin Senn von Zurich Financial Services. Eine eigene Veranstaltung mit Managern und Politikern unter anderem aus Kolumbien, Venezuela, Brasilien und Mexiko beleuchtet die wirtschaftliche Situation in Lateinamerika.

Wie sehr die Euro-Krise die Weltwirtschaft beeinflusst, diskutieren Bilfinger- Berger-Chef Roland Koch und die Wirtschaftsweise Beatrice Weder di Mauro unter anderem mit dem türkischen EU-Minister Egemen Bagis, dem britischen Historiker Timothy Garton Ash und dem französischen Topbanker Baudouin Prot von BNP Paribas. Die Runde soll nicht nur über die Zukunft der Euro-Zone sprechen, sondern auch darüber diskutieren, wie die ausländischen Investoren wieder Vertrauen fassen und wie die Probleme in Griechenland und Italien gelöst werden können. Ganz nebenbei soll über den Einfluss von Spekulanten und die Rationalität von Finanzmärkten gesprochen werden. Ein anspruchsvolles Programm.

Neben Kanzlerin Merkel tritt am ersten Tag des Weltwirtschaftsforums noch eine weitere prominente CDU-Politikerin in Davos auf: Ursula von der Leyen. Die Bundesarbeitsministerin beteiligt sich an einer Debatte über Humankapital. Zusammen mit Harold McGraw, Vorsitzender von McGraw-Hill, Vineet Nayar, Vize-Chef der indischen Firma HCL Technologies sowie William Lacy Swing, Generaldirektor der Internationalen Organisation für Migration, wird von der Leyen über die strukturellen Probleme der Arbeitslosigkeit und die Bedeutung weiterer Technologisierung auf dem Arbeitsmarkt diskutieren.

Das Thema dürfte der CDU-Politikerin gefallen. Denn anders als in vielen anderen Industriestaaten ist es der deutschen Politik und Wirtschaft gelungen, dass die Zahl der Arbeitslosen weiter gesunken ist. In diesem Jahr peilt die Regierung sogar einen Beschäftigungsrekord von mehr als 41 Millionen Menschen an. Das hat Vorbildcharakter.

@hb_vorort bei Twitter

Brexit 2019
  • saf
Startseite

Mehr zu: Tag 1: Die Agenda - Merkel und die Finanzkrise prägen Davos

0 Kommentare zu "Tag 1: Die Agenda: Merkel und die Finanzkrise prägen Davos"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.